Frühjahrsbelebung Arbeitslosigkeit - niedrigster Aprilwert seit 30 Jahren

Die Konjunktur trübt sich ein, doch auf dem Arbeitsmarkt ist davon noch nicht viel zu spüren. In diesem Frühling zeigt sich die deutsche Wirtschaft bisher robust.
Bundesagentur für Arbeit in Wiesbaden

Bundesagentur für Arbeit in Wiesbaden

Foto: DPA

Die anhaltende Frühjahrsbelebung hat die Zahl der Arbeitslosen im April auf 2,229 Millionen Menschen sinken lassen. Das ist der niedrigste Wert für diesen Monat seit der Wiedervereinigung. Im Vergleich zum März nahm die Zahl der Jobsucher um 72.000 ab. Die Arbeitslosenquote sank um 0,2 Prozentpunkte auf 4,9 Prozent, teilte die Bundesagentur für Arbeit mit.

Noch aussagekräftiger ist der Vergleich mit dem April 2018: Dort waren es noch 155.000 mehr Arbeitslose gewesen. "Die sozialversicherungspflichtige Beschäftigung nimmt weiter zu, und die Nachfrage der Betriebe nach neuen Mitarbeitern bewegt sich auf einem sehr hohen Niveau", sagte Behördenchef Detlef Scheele.

Aber auch wenn man die saisonalen Effekte, die durch den Frühlingsbeginn erzeugt werden, herausrechnet, hätten sich Arbeitslosigkeit und Unterbeschäftigung weiter verringert: Die um jahreszeitliche Einflüsse angepasste Zahl der Jobsucher sank auf 2,22 Millionen. Demnach waren zuletzt rund 12.000 Männer und Frauen weniger ohne Arbeit als im März - 7000 weniger im Westen und 5000 im Osten.

Noch aussagefähiger als die offizielle Zahl der Arbeitslosen ist die Zahl der sogenannten Unterbeschäftigten. Denn viele Menschen, die eigentlich Arbeit suchen, tauchen in der offiziellen Zahl der Arbeitslosen nicht auf, allerdings schon bei den Unterbeschäftigten: Arbeitslose in Beschäftigungsmaßnahmen oder arbeitsunfähig Erkrankte etwa.

Bei Berücksichtigung dieser Gruppen waren im September laut Arbeitsagentur rund 3,198 Millionen Menschen ohne Job. Die Zahl stieg saisonbereinigt im Vergleich zum Vormonat um 5000. Im Vorjahresvergleich ging die Zahl um 154.000 zurück. Bei der Bundesagentur waren zugleich 796.000 offene Stellen gemeldet - 11.000 mehr als vor einem Jahr.

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Die Zahl der Erwerbstätigen lag nach aktuellen Daten des Statistischen Bundesamtes im März bei 44,94 Millionen - das war ein Plus von 33.000 im Vergleich zum Vormonat, zum Vorjahr waren es 491.000 Erwerbstätige mehr.

Der Anstieg beruht laut Bundesagentur für Arbeit weitgehend auf mehr sozialversicherungspflichtig Beschäftigten. Deren Zahl hat laut Hochrechnungen der Bundesagentur von Januar auf Februar saisonbereinigt um 48.000 zugenommen. Damit hatten 33,22 Millionen Menschen in Deutschland zuletzt einen regulären Job - 671.000 mehr als ein Jahr zuvor.

kko/dpa