Um mehr als 20 Prozent Arbeitslosigkeit steigt auch bei Pflegekräften

Nur in wenigen Branchen ist der Bedarf an Fachkräften höher als in der Pflege. Trotzdem finden in der Coronakrise viele keinen Job - und die Löhne bleiben weiter niedrig.
Eine Pflegerin schiebt eine ältere Frau im Rollstuhl

Eine Pflegerin schiebt eine ältere Frau im Rollstuhl

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Christophe Gateau/ dpa

In der Coronakrise ist auch die Arbeitslosigkeit von Pflegekräften gestiegen. In der Altenpflege erhöhte sich die Zahl der arbeitslosen deutschen Beschäftigten seit dem Jahreswechsel bis Ende Juni um 27 Prozent auf etwa 27.700, bei den ausländischen um 37 Prozent auf rund 10.000, wie die Bundesagentur für Arbeit mitteilte.

Die Zahlen stammen aus einer Antwort der Bundesregierung auf eine Anfrage der AfD-Bundestagsfraktion. Zuvor hatten die Tageszeitung "Welt" und das Redaktionsnetzwerk Deutschland (RND) berichtet.

In der Krankenpflege stieg die Zahl der Arbeitslosen demnach um 23 Prozent auf fast 9000 deutsche Beschäftigte, bei den ausländischen Kräften um 28 Prozent auf knapp 3900. Als Gründe nannte die Bundesagentur unter anderem weniger Neueinstellungen und eine erschwerte Vermittlung von Arbeitskräften während der Corona-Pandemie.

Wer seinen Job behält, wird schlecht bezahlt

Mehr als jede vierte Pflegekraft in Deutschland zählt zum Niedriglohnsektor. Als Niedriglohn gilt eine Entlohnung, die weniger als zwei Drittel des durchschnittlichen Stundenlohns von Vollzeitbeschäftigten beträgt. 28,3 Prozent der Altenpflegerinnen und Altenpfleger fallen laut den Zahlen der Bundesagentur in diese Kategorie. Im Osten Deutschlands liegt der Anteil demnach mit 40,7 Prozent deutlich höher, im Westen beträgt er 25,3 Prozent.

Betroffen sind besonders Helfer in der Altenpflege, die keine Fachausbildung absolviert haben. Hier betrage der Niedriglohnanteil bundesweit 58 Prozent und in Ostdeutschland sogar 78,5 Prozent. Die Tatsache, dass Altenpflegerinnen und Altenpfleger vielerorts dringend gesucht werden, schlägt sich bislang offenbar kaum in der Entlohnung nieder.

Große Unterschiede gibt es demnach auch zwischen deutschen und ausländischen Pflegekräften. Bundesweit arbeiteten 25,6 Prozent der vollzeitbeschäftigten deutschen Altenpfleger im Niedriglohnsektor, aber 42,6 Prozent der Ausländer.

rai/dpa/afp
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