Zum ersten Mal seit 2013 Zahl der Arbeitslosen im Dezember höher als ein Jahr zuvor

2,23 Millionen Menschen waren im Dezember in Deutschland arbeitslos - 18.000 mehr als Ende 2018. Damit macht sich die schwache Konjunktur am Arbeitsmarkt bemerkbar.
Arbeitsagentur in Kiel: Etwas mehr Menschen ohne Job

Arbeitsagentur in Kiel: Etwas mehr Menschen ohne Job

Foto: Carsten Rehder / DPA

Im Dezember ist die Arbeitslosigkeit erstmals seit sechs Jahren im Vergleich zum Vorjahresmonat gestiegen - allerdings nur leicht.

Die Zahl der Arbeitslosen erhöhte sich im letzten Monat des Jahres 2019 auf 2,227 Millionen. Das waren 47.000 Arbeitslose mehr als im November - zu dieser Jahreszeit ist ein Anstieg wegen der Winterpause allerdings normal. Allerdings waren es auch 18.000 mehr als im Dezember 2018, wie die Bundesagentur für Arbeit mitteilte. Die Arbeitslosenquote stieg um 0,1 Prozentpunkte auf 4,9 Prozent.

Die offizielle Zahl gibt allerdings nicht die tatsächliche Größe der Arbeitslosigkeit wieder. So sind, wenn man etwa Arbeitslose in Beschäftigungsmaßnahmen oder arbeitsunfähig Erkrankte mitrechnet, im Dezember 3,176 Millionen Menschen ohne Job gewesen.

Diese sogenannte Unterbeschäftigung stieg im Vergleich zu November 2019 ebenfalls, aber mit knapp 40.000 Betroffenen etwas schwächer als die offizielle Arbeitslosenzahl. Im Vergleich zum Dezember 2018 stieg die Zahl der Unterbeschäftigten analog der Arbeitslosenzahl um rund 18.000.

Im gesamten Jahr 2019 war die Arbeitslosigkeit im Durchschnitt mit 2,267 Millionen Menschen so gering wie seit der Wiedervereinigung nicht mehr. Im Vergleich zum Jahresdurchschnitt 2018 waren das 73.000 weniger Arbeitslose. "Der Arbeitsmarkt hat sich auch zum Jahresende weitestgehend stabil gezeigt", sagte der Vorstandsvorsitzende der Bundesagentur, Detlef Scheele. "Spuren der konjunkturellen Schwäche sind aber erkennbar."

Dennoch gilt: Zu einem viel größeren Problem werden 2020 die fehlenden Arbeitskräfte. "Unsere Wachstumsbremse ist das Erwerbspersonenpotenzial", sagte Scheele. Dieses steige so gut wie gar nicht mehr. Ein stagnierendes Arbeitskräfteangebot begrenzt auch die Rekordjagd beim Zuwachs der Erwerbstätigkeit. Hier erwartet die BA für 2020 noch ein Plus von 120.000. Im gerade zu Ende gegangenen Jahr waren es noch mehr als 400.000 Erwerbstätige zusätzlich gewesen.

Insgesamt ist die Lage auf dem Arbeitsmarkt weiter sehr gut. Im November war die Zahl der Arbeitslosen mit 2,180 Millionen auf den niedrigsten Stand seit der Wiedervereinigung gesunken. Das waren 6000 weniger als vor einem Jahr. Die Arbeitslosenquote lag bei 4,8 Prozent. Der Rückgang war zu einem guten Teil darauf zurückzuführen, dass die Zahl der Langzeitarbeitslosen gesunken war.

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fdi/dpa