Arbeitsmarkt Forscher rechnen für 2020 mit Hunderttausenden neuen Stellen

Die Konjunktur schwächelt, der Arbeitsmarkt aber wächst zwei Untersuchungen zufolge weiter. Die Beratungsgesellschaft EY erwartet, dass 2020 in Deutschland 200.000 Jobs geschaffen werden.
Auch das Handwerk boomt: Ein Zimmermann bei der Arbeit

Auch das Handwerk boomt: Ein Zimmermann bei der Arbeit

Foto: Nicolas Armer/ dpa

Trotz der schwächeren Exporte wird der Arbeitsmarkt im neuen Jahr weiter wachsen - davon gehen Arbeitsmarktforscher aus. Allerdings nimmt die Zahl der neuen Jobs langsamer zu: Während in diesem Jahr noch 450.000 neue Stellen entstanden seien, prognostiziert die Beratungsgesellschaft EY für 2020 nur noch rund 200.000 neue Arbeitsplätze.

Die schwierige Wirtschaftslage dämpft demnach das Stellenwachstum. Für Unsicherheit sorgen vor allem die internationalen Handelskonflikte, die schwächelnde chinesische Konjunktur und technologische Umbrüche. Unternehmen zögern daher laut EY beim Stellenausbau: "Sie warten ab, wie sich die Nachfrage entwickelt."

Auch IAB geht von stabilem Arbeitsmarkt aus

Neben EY blickt auch das Nürnberger Institut für Arbeitsmarkt- und Berufsforschung (IAB) vorsichtig optimistisch auf das neue Jahr: In den kommenden drei Monaten seien allenfalls leichte Zunahmen der saisonbereinigten Arbeitslosigkeit in Deutschland zu erwarten. Insgesamt bleibe der Arbeitsmarkt trotz des schlechter laufenden Außenhandels im neuen Jahr stabil.

Das vom IAB monatlich erstellte Arbeitsmarktbarometer lag im Dezember bei 102 Punkten und damit auf dem Niveau des Vormonats. "Die Industrie leidet unter der abgeschwächten Exportnachfrage. Angesichts der Arbeitskräfteknappheit bleiben gravierende Konsequenzen bei der Arbeitslosigkeit aber aus", sagte IAB-Experte Enzo Weber.

Das Barometer ist ein Frühindikator für die Entwicklung auf dem Arbeitsmarkt. Das IAB erstellt dieses auf Basis einer monatlichen Umfrage unter allen lokalen Arbeitsagenturen.

EY: Eine Million neue Stellen 2020 in Europa

Seit 2007, dem Jahr vor der Wirtschaftskrise, sind laut EY-Berechnungen rund fünf Millionen neue Stellen in Deutschland hinzugekommen. Das seien etwa doppelt so viele wie in allen anderen Euroländern zusammen. Im November war die Zahl der Arbeitslosen in Deutschland mit 2,18 Millionen Menschen auf den niedrigsten Stand seit der Wiedervereinigung gesunken.

Der Arbeitsmarkt in der Eurozone werde ebenso wie der in Deutschland im kommenden Jahr langsamer wachsen, erwartet die Beratungsgesellschaft EY: Stieg die Zahl der Beschäftigten in diesem Jahr noch um etwa 1,8 Millionen, werde sie 2020 laut EY-Prognosen nur noch um rund eine Million zulegen. Mit einer Erwerbslosenquote von 7,3 Prozent werde aber "voraussichtlich erstmals wieder das Vorkrisenniveau des Jahres 2007 erreicht".

caw/dpa/AFP
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