Boom am Arbeitsmarkt Firmen suchen so viele Mitarbeiter wie selten zuvor

Deutschlands Unternehmen drohen allmählich die Arbeitskräfte auszugehen. Laut der Bundesagentur für Arbeit ist die Nachfrage nach Mitarbeitern extrem hoch. Vor allem Industrie, Handel und Baugewerbe boomen.
Baustelle in München

Baustelle in München

Foto: DPA

Dank der guten Konjunktur steigt die Nachfrage nach Mitarbeitern in Deutschland und die Zahl der offenen Stellen. Der Stellenindex der Bundesagentur für Arbeit (BA) stieg im Juni um drei auf 235 Punkte und erreichte damit den höchsten Stand seit Einführung des Barometers Anfang 2005.

Nahezu in allen Branchen gebe es einen großen Bedarf von Arbeitskräften, berichtete die BA. Die meisten Mitarbeiter würden im verarbeitenden Gewerbe, im Handel, in anspruchsvollen Dienstleistungen sowie im Baugewerbe gesucht. Auch in der Zeitarbeit steige der Personalbedarf weiter.

Der Stellenindex, der saisonbereinigt die Trends auf dem Stellenmarkt abbildet, stieg im Juni im Vergleich zum Vormonat um drei auf 235 Punkte. Gegenüber dem Vorjahr lag er sogar 19 Punkte höher. Der Indikator misst die Entwicklung seit 2005. Die absolute Zahl der freien Stellen will die BA am Freitag veröffentlichen - ebenso wie die Arbeitslosenzahlen. Im Mai war die Zahl der Arbeitslosen erstmals seit 1991 unter die Marke von 2,5 Millionen gefallen. Ökonomen rechnen für Juni mit einem weiteren Rückgang (berücksichtigt man auch die verdeckte Arbeitslosigkeit, liegen die Zahlen höher).

Die Bundesagentur nannte als Grund für die gute Entwicklung vor allem die stabile wirtschaftliche Lage. Ein Teil des Stellenwachstums sei aber auch auf die in Boomzeiten größere Bereitschaft zu Jobwechseln zurückzuführen. Dadurch entstehe mehr Bewegung auf dem Arbeitsmarkt. Da es zudem immer schwieriger werde, geeignete Mitarbeiter zu finden, blieben immer mehr Stellen länger unbesetzt.

Nicht nur in Deutschland, auch in der Eurozone insgesamt, läuft die Wirtschaft zunehmend besser. Die Stimmung in den Unternehmen und privaten Haushalten stieg laut dem Economic Sentiment Indicator(ESI) auf den höchsten Stand seit fast zehn Jahren. Der Index legte im Vergleich zum Vormonat um 1,9 Punkte auf 111,1 Punkte zu, wie die EU-Kommission am Donnerstag in Brüssel mitteilte.

stk/Reuters/dpa
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