Arbeitsmarkt Zahl der offenen Stellen so hoch wie noch nie

Der Jobboom setzt sich fort: Im Frühjahr ist die Zahl der unbesetzten Arbeitsplätze auf einen Rekordwert gestiegen. Für mehr als 1,2 Millionen Stellen suchen Arbeitgeber Personal.
Jobmesse in Berlin

Jobmesse in Berlin

Foto: Monika Skolimowska/ picture alliance / dpa

Unternehmen und Behörden fällt es zunehmend schwer, Arbeitsplätze zu besetzen. Die Zahl der offenen Stellen in Deutschland ist im zweiten Quartal auf 1,21 Millionen und damit auf ein neues Rekordhoch gestiegen. Im Vergleich zum Vorjahreszeitraum erhöhte sich die Zahl der freien Jobs um rund 115.000, teilte das Institut für Arbeitsmarkt- und Berufsforschung (IAB) mit.

Demnach waren im Zeitraum von April bis Juni mit 940.000 die meisten offenen Stellen in Westdeutschland zu vergeben, im Osten gab es 270.000. Allerdings ist die sogenannte Vakanzrate im Osten mit 3,2 Prozent höher als im Westen, wo sie bei 2,7 Prozent liegt. Die Vakanzrate setzt die Zahl der offenen Stellen ins Verhältnis zu der Zahl sozialversicherungspflichtiger Beschäftigter. Konkret bedeutet das, dass Arbeitgeber im Osten im Schnitt mehr freie Stellen bezogen auf ihre derzeitige Personalstärke haben.

Dieses Ost-West-Gefälle lässt sich erklären: Erstens sei es für viele Betriebe in Ostdeutschland nicht einfach, ein konkurrenzfähiges Lohnniveau zu bieten, sagte IAB-Arbeitsmarktforscher Alexander Kubis. Und zweitens habe die jahrzehntelange Ost-West-Abwanderung von jungen Menschen ihre Spuren hinterlassen.

Allerdings ist auch die Zahl der Arbeitslosen pro offener Stellen im Osten nach wie vor höher als im Westen - es gibt dort also im Schnitt mehr potenzielle Bewerber für jede Stelle. So gibt es in den ostdeutschen Bundesländern rechnerisch 2,1 Arbeitslose pro freier Stelle, in den alten Bundesländern entspricht die Zahl dem Bundesdurchschnitt von 1,9.

Das IAB der Bundesagentur für Arbeit wertet für seine Erhebung die Angaben von rund 9000 Arbeitgebern aus. Das gesamte Stellenangebot wird viermal im Jahr untersucht, auch jene Jobs, die den Arbeitsagenturen nicht gemeldet werden.

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An dieser Stelle haben Leser in der App und auf der mobilen/stationären Website die Möglichkeit, an einer repräsentativen Civey-Umfrage teilzunehmen. Civey ist ein Online-Meinungsforschungsinstitut mit Sitz in Berlin. Zur Erhebung seiner repräsentativen Umfragen schaltet die Software des 2015 gegründeten Unternehmens Websites zu einem deutschlandweiten Umfragenetzwerk zusammen. Neben SPIEGEL ONLINE gehören unter anderem auch der "Tagesspiegel", "Welt", "Wirtschaftswoche" und "Rheinische Post" dazu. Civey wurde durch das Förderprogramm ProFit der Investitionsbank Berlin und durch den Europäischen Fonds für regionale Entwicklung finanziert.

fdi/dpa