Arbeitsmarktprognose 2017 So viele reguläre Jobs gab's noch nie

Jobboom in Deutschland: Der Arbeitsmarkt wird Experten zufolge in diesem Jahr mehrere Rekorde aufstellen. Es wird unter anderem so viele sozialversicherungspflichtige Angestellte geben wie nie zuvor.
Kita-Erzieherin

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Foto: Georg Wendt/ picture alliance / dpa

Das Risiko, entlassen zu werden, ist in diesem Jahr so gering wie seit Jahrzehnten nicht mehr: Die Zahl der Menschen mit einem regulären Job wird laut einer Prognose des Instituts für Arbeitsmarkt- und Berufsforschung (IAB) auf einen Höchststand steigen - 2017 sollen 32,26 Millionen Menschen sozialversicherungspflichtig beschäftigt sein. Das wäre ein Plus von 760.000 im Vergleich zum Vorjahr.

"Dabei handelt es sich um den stärksten Anstieg seit der Wiedervereinigung", schreiben die Forscher. Insgesamt wären damit in diesem Jahr so viele Menschen wie nie zuvor sozialversicherungspflichtig beschäftigt. Die meisten neuen Jobs werde es in den Bereichen "öffentliche Dienstleister", "Erziehung" und "Gesundheit" geben (+270.000). Einen Rückgang sehen die Forscher nur in der Finanzbranche (-20.000).

Insgesamt soll die Zahl der Erwerbstätigen laut der Prognose des IAB ebenfalls einen neuen Rekord erreichen: Sie soll von rund 670.000 auf 44,26 Millionen Menschen in Lohn und Brot steigen.

Arbeitslosenzahlen erreichen tiefsten Stand nach 1990

Die Zahl der Arbeitslosen dagegen werde im Jahresdurchschnitt voraussichtlich bei 2,53 Millionen liegen - das wäre der tiefste Stand seit 1990. Im Vergleich zum vergangenen Jahr läge der Schnitt um etwa 160.000 niedriger. "Die gute Entwicklung kompensiert die zusätzlichen Arbeitslosmeldungen von Flüchtlingen", sagte Enzo Weber, Experte des zur Bundesagentur für Arbeit gehörenden IAB laut einer Mitteilung.

Trotz des demografischen Wandels erreiche auch die Zahl der verfügbaren Arbeitskräfte einen Höchststand: Das sogenannte Erwerbspersonenpotenzial soll um 320.000 auf 46,76 Millionen steigen. Hauptgründe seien die Zuwanderung sowie mehr erwerbstätige Frauen und Ältere. Dennoch betonte Weber: "Das Erwerbspersonenpotenzial wächst damit 2017 nicht einmal halb so stark wie die Erwerbstätigkeit. Verfügbare Arbeitskräfte werden also knapper." Betriebe müssten demzufolge ein Interesse daran haben, ihre Beschäftigten zu halten.

Das IAB erwartet für das laufende Jahr ein Wachstum des realen Bruttoinlandsprodukts (BIP) von 1,4 Prozent. 2016 nahm es um 1,9 Prozent zu. Ein wichtiger Grund für das geringere Wachstum sei, dass es in diesem Jahr deutlich weniger Arbeitstage gebe.

kry/dpa
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