Arbeitsmoral Fast jeder vierte Arbeitnehmer hat seinen Job satt

Diese Studie dürfte Chefs wenig freuen: Fast jeder vierte Beschäftigte hat einer Befragung des Meinungsforschungsinstituts Gallup zufolge seinen Job satt. Vollen Einsatz zeigt demnach nur jeder neunte Arbeitnehmer.
Arbeitsplatz: Viele Beschäftigte haben ihren Job laut einer Umfrage satt

Arbeitsplatz: Viele Beschäftigte haben ihren Job laut einer Umfrage satt

Foto: MICHAEL PROBST/ AP

Potsdam - Viele Beschäftigte sind mit ihrem Job laut einer neuen Umfrage unzufrieden: Fast jeder Vierte (23 Prozent) hat innerlich bereits gekündigt, lautet das Ergebnis einer Befragung der Marktforscher von Gallup in Potsdam. Nur jeder neunte Arbeitnehmer (11 Prozent) in Deutschland fühlt sich demnach seiner Firma stark verbunden und gibt in seinem Job vollen Einsatz. Die meisten Beschäftigten (66 Prozent) machen Dienst nach Vorschrift. Im September und Oktober 2009 waren rund 500 Arbeitnehmer ab 18 Jahren befragt worden.

Damit ist der Anteil der engagierten Mitarbeiter seit dem Vorjahr leicht gesunken: Er lag 2008 noch bei 13 Prozent. Damals fühlten sich 20 Prozent ihrem Arbeitgeber überhaupt nicht verbunden, und 67 Prozent hatten lediglich eine geringe emotionale Bindung. Die Wirtschaftskrise hat sich demnach aber nur geringfügig auf das Engagement und die Motivation der Arbeitnehmer in Deutschland ausgewirkt.

Vor knapp zwei Wochen war eine andere Studie zu einem völlig unterschiedlichen Ergebnis gekommen - Mitarbeiter in Deutschland sind flexibel, engagiert und loyal. Das besagte eine Studie der Unternehmensberatung Towers Watson. Demnach seien nur sechs Prozent der Beschäftigten nicht motiviert, 24 Prozent dagegen aber hoch und 43 Prozent moderat motiviert. Im internationalen Vergleich nehme Deutschland damit einen Spitzenplatz ein.

Towers Watson hat für die "Global Workforce Study" 20.000 Arbeitnehmer in 27 Ländern befragt - zu ihrem beruflichen Umfeld sowie der individuellen Einstellung zur Arbeit. Zudem fließen weitere Mitarbeiterbefragungen aus Towers-Watson-Beratungsprojekten, 2009 waren es damit insgesamt vier Millionen Meinungen.

wit/dpa
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