Arbeitszeitverkürzungen in Krisenbranchen IAB fordert 30-Stunden-Woche

Alternative zur Kurzarbeit: Das Nürnberger Institut für Arbeitsmarkt- und Berufsforschung fordert die Vier-Tage-Woche in Krisenbranchen. Die Nachfrage nach Kurzarbeit hat zuletzt zwar abgenommen. Die Bundesagentur für Arbeit gibt jedoch keine Entwarnung.

Metallarbeiter bei der Arbeit: 30-Stunden-Woche wäre für hart betroffene Branchen sinnvoll
DDP

Metallarbeiter bei der Arbeit: 30-Stunden-Woche wäre für hart betroffene Branchen sinnvoll


Berlin - Das Nürnberger Institut für Arbeitsmarkt- und Berufsforschung (IAB) schlägt massive Arbeitszeitverkürzungen in Krisenbranchen vor. "Eine befristete 30-Stunden-Woche wäre in besonders hart betroffenen Branchen wie Metall oder Elektro sinnvoll", sagte der Leiter der IAB-Forschungsgruppe Arbeitszeit und Arbeitsmarkt, Eugen Spitznagel, der "Bild"-Zeitung. Hintergrund ist der erste Beschäftigungsrückgang am deutschen Arbeitsmarkt seit vier Jahren.

Der Experte betonte im Gespräch mit der Zeitung, dass "ein Lohnverzicht nicht allein zu Lasten der Arbeitnehmer gehen" dürfe, sondern "von Arbeitgeber und Staat zumindest zum Teil ausgeglichen" werden müsse. Zur Begründung erläuterte der Experte, dass diese Vorgehensweise günstiger als die Finanzierung der Kurzarbeit sei.

Zuletzt hatte die Nachfrage nach Kurzarbeit zwar abgenommen. Im September waren knapp 110.000 Anträge auf Kurzarbeit gestellt worden, im Juli hatte die Zahl noch bei 160.000 gelegen. Der Vorstandschef der Bundesagentur, Frank-Jürgen Weise, warnte allerdings Ende Oktober vor einer Überbewertung dieser Entwicklung.In der Regel werde die Kurzarbeit für mehrere Monate im Voraus beantragt, die Zahl der Anträge sinke daher naturgemäß im Laufe des Jahres.

Vom Arbeitsmarkt kamen zuletzt positive Meldungen: Im Oktober ging die Zahl der Menschen ohne Job nach Angaben der Bundesarbeitsagentur im Vergleich zum Vormonat auf 3,229 Millionen zurück. Das waren 118.000 weniger als im Vormonat, allerdings 232.000 mehr als im Oktober 2008. Die Arbeitslosenquote verringerte sich damit im Vergleich zum Vormonat von 8,0 auf 7,7 Prozent.

Ohne Änderung der Statistik hätte die Abnahme im Vergleich zum Vormonat 112.000 betragen. Seit 1. Mai gelten von privaten Vermittlern betreute Jobsuchende nicht mehr als arbeitslos.

fro/dpa-AFX



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