Arcandor Ex-Chef Eick will 2,5 Millionen Euro spenden

Bislang hat Karl-Gerhard Eick nur ins Ungefähre gesprochen, jetzt nennt er erstmals Zahlen: Der ehemalige Chef des insolventen Arcandor-Konzerns will seinen ehemaligen Mitarbeitern mehr als 2,5 Millionen Euro spenden. Ursprünglich hatte er mehr versprochen.

Ex-Arcandor-Chef Eick: 2,5 Millionen Euro für Mitarbeiter in Not
AP

Ex-Arcandor-Chef Eick: 2,5 Millionen Euro für Mitarbeiter in Not


Berlin - Der Brief des Betriebsrats hat Wirkung gezeigt: Der ehemalige Vorstandsvorsitzende des Arcandor-Konzerns, Karl-Gerhard Eick, hat angekündigt, in den nächsten Jahren mehr als 2,5 Millionen Euro zu spenden. Das Geld soll den Mitarbeitern des Unternehmens zugute kommen, die durch die Insolvenz in Not geraten sind.

Das bot der Manager in einem Schreiben an Arcandor- und Quelle-Betriebsräte an, wie die Zeitung "Bild am Sonntag" berichtet. Eick hatte vom damaligen Arcandor-Großaktionär, der Bank Sal. Oppenheim, für seinen Fünfjahresvertrag ein Salär von 15 Millionen Euro garantiert bekommen. Nach nur einem halben Jahr allerdings schied Eick wieder aus, als für das Unternehmen das reguläre Insolvenzverfahren eröffnet wurde.

Das Recht auf sein Millionengehalt behielt er allerdings - was in der Öffentlichkeit zu massiven Protesten führte. Der ehemalige Telekom-Manager hatte deshalb versprochen, ein Drittel der Summe für die Mitarbeiter zu spenden, die durch die Insolvenz ihren Job verloren hatten. Das entspräche dem Doppelten der jetzt angebotenen Summe.

Laut Zeitung hat der Ex-Chef die 15 Millionen Euro von Sal. Oppenheim bisher allerdings nicht bekommen. Er bekomme von dem Bankhaus lediglich die Beträge, die ihm monatlich zustehen. Eine größere Abschlagszahlung oder eine Abfindung in Millionenhöhe sei nicht zu erwarten.

sam/ddp



insgesamt 9 Beiträge
Alle Kommentare öffnen
Seite 1
Knütterer, 24.01.2010
1. "Ursprünglich..."
.. na ja, vielleicht hat sich diese "Aalglatte Niete im Nadelstreifen" auch nur versprochen ? Menschen mit diesem Naturell tendieren ja in der Regel dazu, sich immer und überall Hintertürchen offen zu halten!
oberallgaeuer 24.01.2010
2. Eick will 2,5 Mio. spenden
Der arme Herr Eick. Da hat er 1/3 = 5 Mio. versprochen und will jetzt nur die Hälfte zahlen. Er kriegt ja die 15 Mio. nicht cash sondern über die 5 Jahre verteilt. Das sind ja nur 250.000 pro Monat. Unter diesen Umständen sollten die ehemaligen Arcandor-Mitarbeiter doch auf jegliche Zahlung verzichten. Denn mit knapp 167.000 (= 2/3) kann er seinen gewohnten Lebensstandard nicht mehr halten. Die Arcandor Mitarbeiter dagegen sind es eh schon gewöhnt mit wenig über die Runden zu kommen. Da kommt es auf 5 Mio. mehr oder weniger auch nicht mehr darauf an.
cha cha 24.01.2010
3. die Rettung
Zitat von sysopBislang hat Karl-Gerhard Eick nur ins Ungefähre gesprochen, jetzt nennt er erstmals Zahlen: Der ehemalige Chef des insolventen Arcandor-Konzerns will seinen ehemaligen Mitarbeitern mehr als 2,5 Millionen Euro spenden. Ursprünglich hatte er mehr versprochen. http://www.spiegel.de/wirtschaft/soziales/0,1518,673692,00.html
Wäre das nicht ein gangbares Modell zur Rettung der dahinsiechenden deutschen Wirtschaft? Arbeitnehmer verzichten vollständig auf Löhne und erhalten statt dessen freiwillige Spenden des Firmenvorstands in von ihm festzusetzender Höhe? Das würde es erlauben, den Vorständen noch höhere Gehälter zu bezahlen, damit würde die deutsche Wirtschaft die weltweit besten Manager anziehen, was uns wieder auf Platz 1 bringen würde. Und da beste: das deutsche Durchschnittseinkommen würde dadurch kein bißchen verändert.
Diwoka1 24.01.2010
4. Dire Straits
Zitat von sysopBislang hat Karl-Gerhard Eick nur ins Ungefähre gesprochen, jetzt nennt er erstmals Zahlen: Der ehemalige Chef des insolventen Arcandor-Konzerns will seinen ehemaligen Mitarbeitern mehr als 2,5 Millionen Euro spenden. Ursprünglich hatte er mehr versprochen. http://www.spiegel.de/wirtschaft/soziales/0,1518,673692,00.html
Wenn ich solche Berichte lese und die Nieten dazu sehe fange ich automatisch an Dire Straits nach zu singen: "Money for nothing and the chicks for free..."
zulthak 24.01.2010
5. .
Zitat von oberallgaeuerDer arme Herr Eick. Da hat er 1/3 = 5 Mio. versprochen und will jetzt nur die Hälfte zahlen. Er kriegt ja die 15 Mio. nicht cash sondern über die 5 Jahre verteilt. Das sind ja nur 250.000 pro Monat. Unter diesen Umständen sollten die ehemaligen Arcandor-Mitarbeiter doch auf jegliche Zahlung verzichten. Denn mit knapp 167.000 (= 2/3) kann er seinen gewohnten Lebensstandard nicht mehr halten. Die Arcandor Mitarbeiter dagegen sind es eh schon gewöhnt mit wenig über die Runden zu kommen. Da kommt es auf 5 Mio. mehr oder weniger auch nicht mehr darauf an.
Ihre Milchmädchen Rechnung können sie getrost vergessen. Glauben Sie ein Mann wie Hr. Eick zahlt keine Steuern auf diese Beträge?
Alle Kommentare öffnen
Seite 1
Diskussion geschlossen - lesen Sie die Beiträge! zum Forum...

© SPIEGEL ONLINE 2010
Alle Rechte vorbehalten
Vervielfältigung nur mit Genehmigung


TOP
Die Homepage wurde aktualisiert. Jetzt aufrufen.
Hinweis nicht mehr anzeigen.