Nach Staatspleite Argentinien bietet Gläubigern neue Gespräche an

Auch nach der Staatspleite gibt Argentinien nicht auf: Er stehe für neue Verhandlungen mit den Gläubigern bereit, sagt Wirtschaftsminister Kicillof. Berichten zufolge spekuliert er darauf, dass private Banken das Land doch noch retten.

Minister Kicillof: Staatspleite wegen 1,3 Milliarden Dollar
AFP

Minister Kicillof: Staatspleite wegen 1,3 Milliarden Dollar


Buenos Aires - Seit einem Tag gilt Argentinien als pleite, doch Wirtschaftsminister Axel Kicillof scheint die Hoffnung auf eine Einigung mit den Gläubigern noch nicht ganz aufgegeben zu haben. Man stehe für ein neues Treffen mit den Hedgefonds zur Verfügung, sagte er in Buenos Aires.

Seine Regierung sei nicht grundsätzlich gegen eine Einigung mit den privaten Anlegern. Die Voraussetzungen seien gegeben. Einzelheiten nannte er nicht, bestritt jedoch abermals, dass die drittgrößte Volkswirtschaft Lateinamerikas nach Brasilien und Mexiko insolvent sei.

Zwölf Jahre nach der Insolvenz 2002 war das südamerikanische Land für zahlungsunfähig erklärt worden, nachdem es sich geweigert hatte, 1,33 Milliarden Dollar Schulden samt Zinsen bei Hedgefonds fristgerecht zu zahlen. Die Hedgefonds hatten das Geld in New York eingeklagt. Richter Thomas Griesa ordnete an, dass vorerst alle übrigen Gläubiger Argentiniens nicht ausbezahlt werden dürfen, die bei Schuldenschnitten auf einen Großteil ihrer Forderungen verzichtet hatten.

Für Freitag setzte Griesa im Schuldenstreit eine neue Anhörung in New York an. Argentinien hoffe offenbar, dass internationale Banken den Hedgefonds die Schulden abkaufen, um der drittgrößten Volkswirtschaft Lateinamerikas beizustehen, berichtet der Finanzdienstleister IFR. In der argentinischen Zeitung "Ambito" wurden als Interessenten JP Morgan, Citigroup und HSBC genannt.

Die US-Ratingagentur Fitch senkte derweil die Bonitätsnote Argentiniens. Die Agentur stufte das südamerikanische Land nun als "partiellen Zahlungsausfall" ein. S&P hatte Argentinien bereits am Mittwoch als teilweisen Zahlungsausfall bewertet.

ssu/Reuters

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Korken 01.08.2014
1. Anstatt
Anstatt mantraartig zu wiederholen, Argentinien "will" seine Schulde nicht zahlen muss man auch immer auf die Umstände hinweisen, warum es nur DIESE wenigen "Geier" nicht auszahlen will und wie diese anscheinend vom US-Gericht bevorzugt werden! Alles andere ist schlechter Journalismus und hat ein Flair von DDR Berichterstattung.
orangewarbear 01.08.2014
2.
Deswegen sollte man tunlichst vermeiden Anleihen nach US Recht zu begeben. Aber ich verstehe nicht dass sich Argentinien da überhaupt noch an die Anordnungen eines US Richters hält. Die Bonität ist sowieso dahin, daher sollte man versuchen mit den kompromissbereiten Gläubigern einen guten Deal zu machen um einen Großteil der Schulden loszuwerden. Die Heuschrecke geht dann eben leer aus.
Korken 01.08.2014
3. Die Umstände werden vergessen
Anstatt mantraartig zu wiederholen, Argentinien "will" seine Schulden nicht zahlen muss man auch immer auf die Umstände hinweisen, warum es nur DIESE wenigen "Geier" so und jetzt nicht auszahlen kann und wie diese anscheinend vom US-Gericht bevorzugt werden! Alles andere ist schlechter Journalismus und hat ein Flair von DDR Berichterstattung.
Alm Öhi 01.08.2014
4. Fiat Geld
Die nächste Rezession wird in 2015 kommen, welche Bank sollte in Argentinien einspringen?
krassopoteri 01.08.2014
5.
Zitat von KorkenAnstatt mantraartig zu wiederholen, Argentinien "will" seine Schulde nicht zahlen muss man auch immer auf die Umstände hinweisen, warum es nur DIESE wenigen "Geier" nicht auszahlen will und wie diese anscheinend vom US-Gericht bevorzugt werden! Alles andere ist schlechter Journalismus und hat ein Flair von DDR Berichterstattung.
Sie war doch bereit den wenigen Geiern das Geld auszuzahlen und die hätten sogar noch einen Gewinn von 300 % gemacht. Im übrigen bietet sie den Geiern wieder Gespräche an.
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