Bundesländervergleich Armutsrisiko ist in Bremen am höchsten

Beim Armutsrisiko in Deutschland gibt es große regionale Unterschiede. In Bremen waren im vergangenen Jahr mehr als 20 Prozent der Einwohner gefährdet - am geringsten fiel das Risiko in Baden-Württemberg aus.

Bremer Rathaus: Unter 1035 Euro gilt man als arm
Carmen Jaspersen/ DPA

Bremer Rathaus: Unter 1035 Euro gilt man als arm


Die Einwohner Bremens sind im vergangenen Jahr im Ländervergleich am häufigsten von Armut bedroht gewesen. 22,7 Prozent der Bevölkerung waren gefährdet, wie das Statistische Bundesamt in Wiesbaden am Donnerstag auf Basis des sogenannten Mikrozensus mitteilte.

Am geringsten war das Risiko in Bayern, dort waren 11,7 Prozent der Bevölkerung von Armut bedroht. Hinter Bremen folgten 2018 Mecklenburg-Vorpommern mit 20,9 Prozent, Sachsen-Anhalt mit 19,5 Prozent und Berlin mit 18,2 Prozent als Bundesländer mit den höchsten Armutsgefährdungsquoten. Verglichen mit 2005 sank das Armutsrisiko in einigen Bundesländern.

Dazu gehören vor allem Länder im Osten wie Brandenburg mit einem Rückgang von 19,2 auf 15,2 Prozent und Mecklenburg-Vorpommern (von 24,1 auf 20,9 Prozent). Im Westen stiegen die Werte hingegen in einigen Bundesländern an. In Nordrhein-Westfalen wuchs das Armutsrisiko von 14,4 auf 18,1 Prozent.

Als armutsgefährdet gilt, wer über weniger als 60 Prozent des mittleren Einkommens verfügt. 2018 lag dieser Schwellenwert für eine alleinlebende Person in Deutschland bei 1035 Euro im Monat, für zwei Erwachsene mit zwei Kindern unter 14 Jahren bei 2174 Euro.

Das höchste Risiko, in Armut zu fallen, tragen Alleinerziehende und ihre Kinder. 40,4 Prozent von ihnen im Westen und 44,5 Prozent im Osten waren 2018 armutsgefährdet. Regional gibt es große Unterschiede: Während in Berlin 34,1 Prozent der Alleinerziehenden gefährdet waren, waren es in Mecklenburg-Vorpommern 56,1 Prozent.

mik/afp



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