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29. August 2017, 12:41 Uhr

Deutschlandkarte

So groß ist das Armutsrisiko in Ihrer Region

In Bremen sind besonders viele Menschen von Armut bedroht, in Baden-Württemberg besonders wenige. Wie Ihr Bundesland abschneidet, zeigt unsere Karte.

Es ist nur ein Orientierungswert, doch er gibt Aufschluss über die soziale Ungleichheit der Republik. Laut aktuellen Zahlen des Statistischen Bundesamts ist das Armutsrisiko in den deutschen Bundesländern sehr unterschiedlich.

Die sogenannte Armutsgefährdungsquote lag demnach im vergangenen Jahr in Bremen bei 22,6 Prozent und in Sachsen-Anhalt bei 21,4 Prozent. In Baden-Württemberg lag die Quote dagegen nur bei 11,9 Prozent, in Bayern bei 12,1 Prozent.

Die Armutsgefährdungsquote gibt an, wie hoch der Anteil der Menschen ist, die weniger als 60 Prozent des mittleren Einkommens in Deutschland zur Verfügung haben.

Für eine vierköpfige Familie (zwei Erwachsene, zwei Kinder unter 14 Jahren) liegt diese Schwelle derzeit bei einem verfügbaren Nettoeinkommen von weniger als 2035 Euro im Monat. Für eine Alleinerziehende mit zwei Kindern unter 14 Jahren sind es 1550 Euro im Monat, für Singles 969 Euro.

Kritiker wenden ein, dass auf diese Weise eher Ungleichheit als Armut gemessen werden kann - zudem werden die sehr unterschiedlichen Lebenshaltungskosten in Deutschland nicht berücksichtigt. Dennoch gibt die Quote einen guten Eindruck über den Zustand der Bundesrepublik.

Das Statistische Bundesamt weist in seinem neuen Bericht auch die Armutsgefährdung von unter 18-Jährigen aus. Diese ist trotz anhaltend guter Konjunktur auf einen Rekordstand gestiegen. Im vergangenen Jahr waren davon bundesweit rund 20,2 Prozent aller Menschen dieser Altersklasse bedroht. 2015 waren es erst 19,7 Prozent.

Experten hatten den Anstieg der Quote erwartet, sagen aber auch voraus, dass sie mittelfristig wieder leicht fallen dürfte.

ssu

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