Schon vor der Energiekrise 2,6 Millionen Menschen konnten 2021 ihre Wohnung nicht ausreichend heizen

Heizen ist teuer geworden, doch auch schon vor den immensen Preissprüngen für Energie konnten sich etliche Menschen in Deutschland keine warme Wohnung leisten. Besonders betroffen waren Alleinlebende und Alleinerziehende.
Heizung: Schon vor der Energiekrise 2022 konnten sich viele keine warme Wohnung leisten

Heizung: Schon vor der Energiekrise 2022 konnten sich viele keine warme Wohnung leisten

Foto: Fabian Sommer / dpa

Schon bevor die Kosten im Energiebereich so stark gestiegen sind, hatten viele Menschen in Europa nicht genug Geld, um ausreichend zu heizen. 2022 sind die Preise für Energie vor dem Hintergrund der ausbleibenden russischen Gaslieferungen immens angestiegen. Doch schon 2021 konnten rund 2,6 Millionen Menschen in Deutschland nach eigener Einschätzung aus finanziellen Gründen ihr Haus oder ihre Wohnung nicht angemessen warm halten, wie das Statistische Bundesamt mitteilte .

Die Zahl entsprach 3,2 Prozent der Bevölkerung in Deutschland und ist damit unter dem EU-Schnitt von 6,9 Prozent einzuordnen. Besonders stark betroffen waren demnach Alleinlebende, die 4,3 Prozent der jeweiligen Haushalte ausmachten, und Alleinerziehende (4,7 Prozent), wie das Amt mitteilte.

Die statistischen Ergebnisse liegen dem europäischen Statistikamt Eurostat auch auf europäischer Ebene vor. Demnach waren 2021 fast ein Viertel der Bulgaren (23,7 Prozent) nicht in der Lage, ihre Wohnung ausreichend zu heizen – das ist europaweit der höchste Wert. Auch auf 17,5 Prozent der Menschen in Griechenland und auf 14,2 Prozent der Spanier trifft das zu. In Finnland müssen hingegen nur 1,3 Prozent der Leute zu Hause frieren.

Die Gemeinschaftsstatistik über Einkommen und Lebensbedingungen wird seit 2020 in der EU erhoben. Sie soll Hinweise auf Armutsgefährdungen geben. In Deutschland sind die Fragen nach Heizung, Urlaub oder vollwertigen Mahlzeiten Teil des repräsentativen Mikrozensus.

Auch in der Bundesregierung sind die gestiegenen Heizkosten Thema. Beim Gas hat eine von der Regierung eingesetzte Kommission vorgeschlagen, dass der Bund zunächst die Dezemberrechnungen übernimmt. Ab März könnte dann eine Preisobergrenze für ein Grundkontingent von 80 Prozent des üblichen Verbrauchs greifen. (Lesen Sie hier, was Ihnen die Gaspreisbremse ganz konkret einbringt.)

kko/ani/dpa
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