Zahlen für 2019 Armutsrisiko in Deutschland steigt leicht

Der Anteil von Armut gefährdeter Menschen ist 2019 gewachsen. Besonders stark betroffen war Bremen. In Ostdeutschland ist der langfristige Trend hingegen positiv.
Flaschensammler in Berlin: Schlechtere Lage als vor zehn Jahren

Flaschensammler in Berlin: Schlechtere Lage als vor zehn Jahren

Foto: Dirk Sattler / imago images

Das Armutsrisiko in Deutschland ist im vergangenen Jahr leicht gestiegen. Im ganzen Land waren 2019 nach Angaben des Statistischen Bundesamtes 15,9 Prozent der Menschen von Armut bedroht, im Jahr zuvor waren es 15,5 Prozent.

Die Schwelle für die Armutsgefährdung lag 2019 bei 1074 Euro bei einem Einpersonenhaushalt, das sind 60 Prozent eines durchschnittlichen Haushaltseinkommens. Wer weniger Geld zur Verfügung hat, gilt als armutsgefährdet. Am meisten Menschen waren in Bremen mit fast einem Viertel der Bevölkerung (24,9 Prozent) bedroht, die wenigsten in Bayern (11,9 Prozent) und Baden-Württemberg (12,3 Prozent).

Die Armutsgefährdung - gemessen an der Armutsgefährdungsquote  - stieg im Zeitraum von 2009 bis 2019 in allen westlichen Bundesländern und Berlin. So hatte der Anteil der armutsgefährdeten Personen in Bremen 2009 noch ein Fünftel (20,1 Prozent) betragen. Auch in Hessen (2019: 16,1 Prozent, 2009: 12,4 Prozent) und Nordrhein-Westfalen (2019: 18,5 Prozent, 2009: 15,2 Prozent) stieg das Risiko, von Einkommensarmut bedroht zu sein, seit 2009 vergleichsweise stark.

Verbesserung im Osten

In den östlichen Bundesländern mit Ausnahme von Berlin ging die Armutsgefährdungsquote im Zehnjahresvergleich hingegen zurück. Den bundesweit stärksten Rückgang verzeichnete Mecklenburg-Vorpommern, und zwar von 23,1 Prozent im Jahr 2009 auf 19,4 Prozent im Jahr 2019.

Wie sich die Coronakrise auf das Armutsrisiko auswirkt, ist noch unklar. Die Bundesagentur für Arbeit hatte für Juli 2,91 Millionen Menschen ohne Job gemeldet, 635.000 Menschen mehr als ein Jahr zuvor. Im Mai waren in Deutschland 6,7 Millionen Menschen in Kurzarbeit.

apr/dab/dpa
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