SPIEGEL ONLINE

SPIEGEL ONLINE

05. März 2015, 07:32 Uhr

Hilfskredite

Griechenland zahlte Deutschland 360 Millionen Euro Zinsen

Die Kredite für Griechenland bringen dem Bund zumindest ein paar Zinsen ein. Insgesamt 360 Millionen Euro kamen seit 2010 zusammen.

Düsseldorf - Der Bund hat von Griechenland seit 2010 insgesamt 360 Millionen Euro an Zinszahlungen für Hilfskredite eingenommen. Das geht aus einer Antwort des Finanzministeriums auf eine Anfrage der Linken-Fraktion hervor, über welche die "Rheinischen Post" berichtet.

"Die KfW hat im Zeitraum 2010 bis 2014 an den Bund Zinseinnahmen von insgesamt rund 360 Millionen Euro ausgekehrt", zitiert das Blatt aus dem Schreiben. Für die kommenden Jahre erwarte die Bundesregierung für den Bundeshaushalt nur noch Zinsen in Höhe von rund 20 Millionen Euro jährlich.

Die 40 Seiten lange Antwort auf den Fragenkatalog der Linken-Fraktion enthält dem Bericht zufolge eine Fülle von Daten, die den wirtschaftlichen Schrumpfungsprozess in Griechenland in den vergangenen Jahren dokumentieren. So sei das Volumen notleidender Kredite zwischen 2012 und 2014 von 46 auf 78 Milliarden Euro gestiegen. Linken-Politiker Andrej Hunko wertete das als Beleg dafür, dass die Krisenpolitik der EU "auf ganzer Linie gescheitert" sei.

Nach einer Vereinbarung mit den Finanzministern der Eurozone muss die griechische Regierung bis Ende April einen detaillierten Reformplan vorlegen und anschließend umsetzen, um weitere 7,2 Milliarden Euro aus dem laufenden Rettungsprogramm zu erhalten.

Am Mittwoch gelang es Finanzminister Giannis Varoufakis, rund 1,1 Milliarden Euro am Finanzmarkt aufzunehmen. Die Anleihen - sogenannte T-Bills - haben eine Laufzeit von sechs Monaten. Allerdings wurden dafür 2,97 Prozent Zinsen fällig - nach 2,75 Prozent für ein ähnliches Geschäft im Februar. Die Ausgabe der T-Bills ist derzeit die einzige Möglichkeit für Athen, den Kapitalmarkt anzuzapfen.

mik/dpa

URL:

Verwandte Artikel:


© SPIEGEL ONLINE 2015
Alle Rechte vorbehalten
Vervielfältigung nur mit Genehmigung