Atomkraft Studie stellt Geldsegen durch längere Laufzeiten in Frage

Die Bundesregierung will mit einer Verlängerung von Laufzeiten für AKWs Milliarden verdienen, indem sie Zusatzgewinne der Energiekonzerne abschöpft. Doch einer neuen Studie zufolge würde der Gewinn bis 2014 bescheiden ausfallen - weil viele marode Meiler saniert werden müssten.

Atomkraftwerk Grohnde: Längere Laufzeiten bringen Staat nur geringe Einnahmen
dpa

Atomkraftwerk Grohnde: Längere Laufzeiten bringen Staat nur geringe Einnahmen


Berlin - Es ist ein Angebot, das die Ökolobby in Argumentationsnot bringen soll: Die Energiekonzerne haben vielfach versucht, der Regierung und Öffentlichkeit eine Laufzeitverlängerung von Kernkraftwerken schmackhaft zu machen, indem sie Milliardengewinne für den Staat in Aussicht stellen. Der Staat soll nach dieser Logik einen erheblichen Teil der Atomstromgewinne abschöpfen - und mit dem Geld Projekte im Bereich erneuerbare Energien vorantreiben.

Jetzt zeigt sich: Das Angebot der Energiekonzerne ist möglicherweise eine Illusion. Die Gewinne, die der Staat durch eine Laufzeitverlängerung machen würde, wären einer Studie zufolge zunächst recht bescheiden. Selbst bei einer Abschöpfung des Großteils solcher Gewinne seien in dieser Legislaturperiode im Schnitt 300 Millionen Euro pro Jahr zu erwarten, berichtete die "Berliner Zeitung" vorab unter Berufung auf eine Erhebung der Landesbank Baden-Württemberg.

Hauptgrund sei, dass die Konzerne geschätzte 3,2 Milliarden Euro in ältere Atomkraftwerke stecken müssten, um deren Weiterbetrieb überhaupt zu ermöglichen. Das senke die Gewinne in den kommenden vier Jahren auf 1,8 Milliarden Euro. Davon werde der Staat über den gesamten Zeitraum verteilt schätzungsweise 1,2 Milliarden abschöpfen.

Der Großteil der kalkulierten Zusatzgewinne sei erst ab 2014 zu erwarten, hieß es in dem Bericht der "Berliner Zeitung" weiter. Sie beliefen sich der Studie zufolge auf 37,5 Milliarden Euro, von denen 24,4 Milliarden auf den Staat entfallen könnten.

ssu/Reuters



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schlob 10.10.2009
1.
5. Der russ. Regierungschef Wladimir Putin hat grünes Licht für den Bau eines KKW in der Exklave Kalinin-grad (früher Königsberg) zwischen Polen und Litauen gegeben. Die staatliche Atomholding Rosatom wolle für das Projekt (Baukosten 5 Mrd. €) einen westlichen Investor gewinnen. Dabei wird auch die Lieferung von russ. Atom-strom nach Deutschland geprüft über ein Kabel mit einer Transportleistung von 600 bis 1000 MW. Das Kabel soll entlang der "Gerhard Schröder-Erdgaspipeline" verlegt werden.(dpa 28.0.09, Welt, Heilbr.Stimme 30.9.09).
sitiwati 10.10.2009
2. langsam sollte
es sicg doch auch beim SPIEGEL durchgesprochen haben, dass es keine ATOMEnergie gibt, bei dem geschlossenen Teil habt ihrs doch begriffen !
Hartmut Dresia, 10.10.2009
3.
Zitat von sysopMit der anstehenden Regierungsbildung aus den Unionsparteien und der FDP wird auch die Energiepolitik neu bewertet. Sollen angesichts der Energieprobleme die Laufzeiten der Kernkraftwerke verlängert werden?
Angesichts des Wahlergebnisses hätte die Koalition für eine Laufzeitverlängerung eine demokratische Mehrheit, denn 95 Prozent der Deutschen würden die gleiche Partei wählen (http://www.plantor.de/2009/95-prozent-der-deutschen-wuerden-die-gleiche-partei-waehlen/). Allerdings kann Kernenergie nicht isoliert betrachtet werden. Die Koalition muss zusammenhängend, inklusive Kohle, neue Energien und Import fossiler Energieträger, eine schlüssige Energiepolitik entwickeln.
rkinfo 10.10.2009
4.
Zitat von schlob5. Der russ. Regierungschef Wladimir Putin hat grünes Licht für den Bau eines KKW in der Exklave Kalinin-grad (früher Königsberg) zwischen Polen und Litauen gegeben. Die staatliche Atomholding Rosatom wolle für das Projekt (Baukosten 5 Mrd. €) einen westlichen Investor gewinnen. Dabei wird auch die Lieferung von russ. Atom-strom nach Deutschland geprüft über ein Kabel mit einer Transportleistung von 600 bis 1000 MW. Das Kabel soll entlang der "Gerhard Schröder-Erdgaspipeline" verlegt werden.(dpa 28.0.09, Welt, Heilbr.Stimme 30.9.09).
Ein AKW löst noch lange nicht die Energieversorgung von 'D'. Wobei die 600-1000 MW durchaus auch Überschußstrom des Sommerhalbjahres und nachts betrachtet werden können. Da laden wir dann unsere E-Autos während im Winterhalbjahr das die regionalen BHKWs übernehmen können. Obiger Plan paßt also in sonstige Überlegungen. Als 'Grundlastversorgung' kann man aber die Idee kaum bezeichnen den auch Kaliningrad wird zukünftig viel Strom benötigt werden.
xandi 10.10.2009
5. Absolut dafür...
Man sollte an der Kernenergie festhalten, bis sie uns um die Ohren fliegt, Krebskranke Kinder sind nur ein geringer Preis für so eine saubere Energieform!
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