Aufschwung Arbeitsagentur braucht eine Milliarde weniger vom Staat

Die Bundesagentur für Arbeit profitiert vom Aufschwung: Weil weniger Menschen ihren Job verlieren, braucht die Behörde in diesem Jahr eine Milliarde weniger an Zuschüssen. Doch der Chef der Agentur warnt vor zu viel Optimismus.
Logo der BA: Noch mehr als eine Million Menschen in Kurzarbeit

Logo der BA: Noch mehr als eine Million Menschen in Kurzarbeit

Foto: ddp

Berlin - Die Bundesagentur für Arbeit (BA) braucht in diesem Jahr rund eine Milliarde Euro weniger Zuschuss vom Bund. "Da sich die Arbeitslosenzahlen und die Kurzarbeit so günstig entwickeln, rechne ich damit, dass wir mit etwa neun Milliarden Euro Zuschuss hinkommen", sagte der Vorsitzende des BA-Verwaltungsrats, Peter Clever, dem "Focus".

Noch Anfang des Monats hatte die BA ein voraussichtliches Defizit von zehn Milliarden gemeldet. Der Bund hatte jüngst für die BA einen Betrag von 12,8 Milliarden Euro vorgesehen. Ursprünglich hatte die Agentur gar mit einem Zuschussbedarf von 16 Milliarden Euro gerechnet. Da dank der Kurzarbeit aber deutlich weniger Menschen entlassen werden als befürchtet, fällt das Defizit der BA geringer aus.

BA-Chef Frank-Jürgen Weise sieht jedoch noch "keinen Grund zu Entwarnung". Er beobachte mit einer gewissen Sorge, "dass die Wirtschaftskrise für beendet erklärt wird", sagte er der "Rheinpfalz am Sonntag". Zwar sei die Entwicklung auf dem Arbeitsmarkt besser als erwartet, aber es gebe noch "erhebliche Unsicherheiten". Bestimme Branchen und Regionen würden noch lange brauchen, um sich von dem Rückschlag zu erholen.

Der BA-Chef hob zudem hervor, dass es in Deutschland mehr Zeitarbeit und mehr befristete Beschäftigung gebe. Es würden auch immer mehr Vollzeit- in Teilzeitstellen umgewandelt. Schließlich dürfe nicht vergessen werden, dass noch mehr als 600.000 Menschen in Kurzarbeit seien.

yes/dpa/AFP
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