Verhandlungen abgebrochen Streit um Mehrkosten des Panamakanals eskaliert

Aus 3,2 Milliarden werden mindestens 4,8 Milliarden Dollar: Im Streit darüber, wer die Mehrkosten für den Ausbau des Panamakanals übernehmen soll, sind die Fronten verhärtet. Baukonzern und Kanalbetreiber haben die Frist für eine Einigung verstreichen lassen.
Touristen betrachten Frachter auf dem Panamakanal: 10.000 Jobs gefährdet

Touristen betrachten Frachter auf dem Panamakanal: 10.000 Jobs gefährdet

Foto: JORGE SILVA/ REUTERS

Madrid - Nicht nur in Deutschland verzögern sich große Bauvorhaben. Am Mttwoch sind die Verhandlungen über die strittige Finanzierung des Panamakanal-Ausbaus vorerst gescheitert. Damit sei das gesamte Projekt gefährdet, teilte das Konsortium GUPC um den spanischen Baukonzern Sacyr mit. Zunächst hatte es geheißen, die Arbeiten seien vorläufig eingestellt. Dies dementierte die spanische Firma jedoch. Der Panamakanal wird derzeit für eine neue Generation von Frachtschiffen ausgebaut.

In der Nacht zum Mittwoch war eine Frist verstrichen, die sich der Baukonzern und der Kanalbetreiber ACP für eine Einigung gesetzt hatten. Das internationale Firmenkonsortium GUPC beschuldigte ACP, die Gespräche abgebrochen zu haben. Dies geht aus einer Mitteilung hervor, die der Baukonzern Sacyr der Madrider Börsenaufsicht (CNMV) vorlegte.

Konkret geht es nach Angaben von GUPC um Mehrkosten von 1,6 Milliarden Dollar, also rund 1,2 Milliarden Euro. Zunächst war eine Summe von insgesamt 3,2 Milliarden Dollar veranschlagt worden. Die Gruppe hatte gedroht, die Arbeiten einzustellen, sollte ACP die zusätzliche Summe nicht übernehmen.

GUPC habe dem Kanalbetreiber in einem "letzten Angebot" vorgeschlagen, die Kosten zu teilen, sagte Sacyr-Präsident Manuel Manrique. Der Betreiber habe den Vorschlag abgelehnt. "Mehr kann GUPC nicht tun", sagte der Konzernchef. Neben Sacyr gehören dem Konsortium Unternehmen aus Italien, Belgien und Panama an.

GUPC betonte, durch den Abbruch der Verhandlungen seien 10.000 Arbeitsplätze akut in Gefahr. Zudem drohe Panama und ACP ein jahrelanger Rechtsstreit vor den Gerichten. EU-Industriekommissar Antonio Tajani, der in dem Streit vermittelt hatte, sprach von einer "schlechten Nachricht für die Weltwirtschaft".

vks/dpa/AFP
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