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11. April 2013, 12:36 Uhr

Tiefstand

Deutsche Firmen bilden so wenig aus wie nie

Demografie und Ausbildungsmüdigkeit drücken auf die Zahl der neuen Lehrlingsverträge. Im vergangenen Jahr starteten rund 548.000 Jugendliche eine Ausbildung. So wenig waren es noch nie.

Wiesbaden - Wer ist Schuld am Ausbildungsdesaster - die Betriebe, die Jugendlichen oder einfach nur der demografische Wandel? Die Statistiker des Bundesamts in Wiesbaden nennen die alternde Gesellschaft und die höhere Neigung der Schulabgänger zum Studieren als Hauptgründe. Für die Gewerkschaften steht fest, dass die Wirtschaft zu wenig Engagement zeigt.

Bei dem Meinungsstreit ist nur eines sicher: Im vergangenen Jahr haben so wenig junge Menschen in Deutschland eine Ausbildung begonnen wie noch nie. Die Zahl der neuen Ausbildungsverträge sank gegenüber dem Vorjahr um 3,1 Prozent auf den Minusrekord von 548.100, wie die Statistiker am Donnerstag mitteilten. Das waren 17.700 Verträge weniger als 2011. Damals sorgten Doppeljahrgänge von Abiturienten dafür, dass sich die Zahl kurzfristig erhöhte.

In den neuen Bundesländern einschließlich Berlin gingen die Zahlen mit einem Minus von 5,5 Prozent stärker zurück als im Westen (-2,7 Prozent). Im Osten gibt es weniger Ausbildungsbetriebe und der Anteil der Lehrlinge an den Gesamtbeschäftigten liegt unter dem gesamtdeutschen Durchschnitt.

Die Gesamtzahl der Auszubildenden betrug zum Jahresende gut 1,43 Millionen, ein Minus von 1,9 Prozent im Vergleich zum Jahr zuvor. Auch diese Zahl bedeutet einen Minusrekord seit der Wiedervereinigung.

Das Handwerk musste einen Rückgang von vier Prozent bei den Neuverträgen verkraften. Mit einem Minus von 2,8 Prozent blieb der größte Bereich Industrie und Handel nur leicht unter dem Schnitt.

Die Zahl der neuen Ausbildungsverhältnisse geht seit der Jahrtausendwende - abgesehen von leichten Schwankungen - zurück. 1999 waren noch fast 88.000 Verträge mehr abgeschlossen worden als 2012.

yes/dpa

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