Verkehrswegeplan Deutschland, deine teuersten Autobahnen

Die Regierung will Dutzende Milliarden Euro in Autobahnen investieren. Das Ziel: Stark befahrene Abschnitte ausbauen und Lücken im Netz schließen. Aber welche Strecken profitieren besonders vom Geldsegen?

Die Bundesregierung will zwischen 2017 und 2030 mehr als 265 Milliarden Euro in die deutsche Infrastruktur stecken - das macht im Schnitt rund 19 Milliarden Euro pro Jahr. Rund die Hälfte davon soll Autobahnen und Bundesstraßen zugute kommen. So ist es im Entwurf für den Bundesverkehrswegeplans vorgesehen.

Zunächst sollen nur die Vorhaben realisiert werden, die zum sogenannten vordringlichen Bedarf gehören. Das sind in der Regel Projekte, die einen vergleichsweise hohen Nutzen haben, etwa weil Lücken im bestehenden Autobahnnetz geschlossen oder besonders stauanfällige Abschnitte ausgebaut werden. Darüber hinaus gibt es den sogenannten weiteren Bedarf, der die Aus- und Neubauten enthält, die nach heutigem Stand aller Voraussicht nach erst nach 2030 realisiert werden.

Rechnet man den vordringlichen und weiteren Bedarf zusammen, zeigt sich, welche Autobahnen den größten Investitionsbedarf haben und langfristig am meisten vom Geldsegen aus Berlin profitieren. Pendler, die diese Strecken benutzen, können darauf hoffen, noch vor der Rente schneller zur Arbeit zu kommen - auch wenn sie vorher noch all die Baustellen ertragen müssen.

Allein die zehn teuersten Autobahnprojekte - das zeigt eine Auswertung des Verkehrswegeplans - kosten langfristig rund 24 Milliarden Euro. Und das bereits nach heutigem Stand. Tatsächlich werden sie also deutlich teurer.

Unter den Top Ten der Autobahnvorhaben befinden sich nur zwei Neubauten:

  • Die Verlängerung der Küstenautobahn A20 , die vom schleswig-holsteinischen Bad Bramstedt auf über 180 Kilometer bis Westerstede in der Nähe von Oldenburg gebaut wird, kostet 3,4 Milliarden Euro.
  • Mit 1,1 Milliarden Euro deutlich billiger ist der gut 100 Kilometer lange Neubau der A39 , die künftig Lüneburg mit Wolfsburg verbindet.

Zumeist von vier auf sechs Spuren erweitert werden gleich mehrere der am meisten befahrenen Autobahnen, unter anderem

  • die A5 , die insbesondere Frankfurt mit Heidelberg verbindet (3,6 Milliarden Euro),
  • die A45 , die das Sauerland durchquert (3,0 Milliarden Euro) und
  • die A61 , die tief im Westen eine der wichtigsten Transitstrecken für niederländische Lkw ist (1,6 Milliarden Euro).

Ebenfalls kostspielig wird der weitere Ausbau der

  • A1 : u.a. Lückenschluss in der Eifel und Ausbau zwischen Dortmund und Münster (2,6 Milliarden Euro)
  • A2 : v.a. Ausbau auf acht Spuren in Niedersachsen (2,4 Milliarden Euro)
  • A3 : u.a. Ausbau auf acht Spuren im Großraum Frankfurt (2,4 Milliarden Euro)
  • A8: v.a. Ausbau auf sechs bzw. acht Spuren zwischen München und Salzburg (2,0 Milliarden Euro)
  • A40: v.a. Ausbau "Ruhrschnellweg" (1,8 Milliarden Euro)