Krise der Autoindustrie Experten sehen kaum Gefahr von Massenarbeitslosigkeit

Die Sparpläne bei Audi, BMW und Daimler geben einen Ausblick, was der Autoindustrie in Deutschland in den kommenden Jahren bevorsteht. Gravierende Folgen für den Arbeitsmarkt befürchten Experten aber nicht.
BMW-Werk Leipzig: Brancheninterne Fehler

BMW-Werk Leipzig: Brancheninterne Fehler

Foto: Jan Woitas/DPA

Die Alarmmeldungen aus der Autoindustrie sorgen für Unruhe: Bei Audi gehen unter dem Strich 7500 Arbeitsplätze verloren, BMW will auf den Einsatz von Leiharbeitern verzichten. Auch Daimler muss sparen und wird auf Dauer wohl weniger Mitarbeiter benötigen - schon deshalb, weil die Montage von Elektrofahrzeugen weniger Arbeitsschritte erfordert.

Der Arbeitsmarkt als Ganzes wird die Rückschläge jedoch verkraften können. Führende Ökonomen halten die Gefahr einer neuen Massenarbeitslosigkeit in Deutschland für gering. Die Lage in der Automobilindustrie sei ernst, ein massiver Anstieg der Arbeitslosigkeit sei aber derzeit nicht zu erwarten, weil gleichzeitig in anderen Bereichen neue Arbeitsplätze entstünden, vor allem im Dienstleistungssektor, sagte der Präsident des Münchner ifo-Instituts, Clemens Fuest, den Zeitungen der "Funke Mediengruppe". Es sei allerdings damit zu rechnen, dass der Arbeitsplatzabbau in der Autobranche noch nicht beendet sei.

Den Stellenabbau in der Autoindustrie sieht der Präsident des Kieler Instituts für Weltwirtschaft (IfW), Gabriel Felbermayr, dem technischen Strukturwandel sowie brancheninternen Fehlern wie dem Dieselskandal geschuldet. Der Strukturwandel bringe es nach Ansicht von Felbermayr zudem mit sich, dass "in anderen Bereichen neue Arbeitsplätze entstehen" und auch "die Autokonzerne beispielsweise in der Elektromobilität neue Stellen schaffen". "Die Auswirkungen auf den gesamten Arbeitsmarkt in Deutschland dürften - wenn überhaupt - überschaubar sein. Denn der Stellenabbau soll sich offenbar nicht abrupt, sondern über viele Jahre verteilt und ohne Entlassungen vollziehen", erklärt Felbermayr.

Allein in diesem Jahr hat die Autoindustrie bislang den Abbau von insgesamt rund 50.000 Arbeitsplätzen in Deutschland angekündigt, berichtet der Direktor des CAR-Instituts an der Universität Duisburg-Essen, Ferdinand Dudenhöffer.

mik/Reuters