Handelsstreit US-Regierung hält Strafzölle für vermeidbar

Hoffnung für die deutschen Autohersteller: Die US-Regierung scheint zufrieden mit den Zugeständnissen, die aktuell auf dem Tisch liegen. Strafzölle könnten so noch einmal vermieden werden.

VW-Limousinen auf dem Hof eines US-Autohändlers: Optimistische Prognosen keine Seltenheit
Charles Krupa/AP/DPA

VW-Limousinen auf dem Hof eines US-Autohändlers: Optimistische Prognosen keine Seltenheit


US-Handelsminister Wilbur Ross hat Strafzölle auf Autoimporte aus Europa und Asien als vermeidbar bezeichnet. Sowohl die Gespräche mit einzelnen Unternehmen über ihre Investitionspläne als auch die Verhandlungen mit den Regierungen liefen gut, sagte Ross am Sonntag dem Nachrichtensender Bloomberg TV. Die Hoffnung sei, dass es genügend Fortschritte geben werde, um die Strafzölle zu vermeiden, sagte er am Rande eines regionalen Wirtschaftstreffens in Bangkok.

Die US-Regierung hat Europa und Japan wegen einer angeblichen Bedrohung der nationalen Sicherheit durch hohe Autoimporte mit der Verhängung von Strafzöllen gedroht. Der Schritt wäre eine deutliche Eskalation des Handelskonflikts mit der EU und würde vor allem deutsche Autohersteller schwer treffen.

Die US-Regierung hatte die angedrohten Strafzölle im Mai für sechs Monate ausgesetzt. Gegen Mitte November muss erneut über die Verlängerung entschieden werden. Experten zufolge nutzt die US-Regierung die Strafzölle vor allem als Drohgebärde, um Zugeständnisse zu erzwingen. Allerdings sind auch die optimistischen Prognosen der Verhandlungsführer im Vorfeld neuer Gespräche keine Seltenheit. Nicht selten jedoch wurden sie im Nachhinein durch US-Präsident Donald Trump wieder kassiert.

Eskalation vermeiden

Auch Washington will ein Jahr vor der US-Präsidentenwahl offenbar eine Eskalation des Konfliktes mit den großen Handelspartnern vermeiden - zumal der Handelskrieg mit China weiter brodelt und in beiden Ländern das Wachstum bremst.

"Wir haben sehr gute Gespräche mit unseren europäischen Freunden, mit unseren japanischen Freunden, mit unseren koreanischen Freunden gehabt - und das sind die größten Autoproduzenten", sagte Ross Bloomberg TV zufolge.

Es blieb zunächst unklar, ob die EU und Japan Washington gegenüber in Sachen Autoexporte bislang irgendwelche Zugeständnisse gemacht haben. Südkorea gilt wegen eines neuen US-Handelsabkommens als vor neuen Strafzöllen geschützt.

Wie funktioniert die Civey-Methodik?
Das Meinungsforschungsinstitut Civey arbeitet mit einem mehrstufigen vollautomatisierten Verfahren. Alle repräsentativen Echtzeitumfragen werden in einem deutschlandweiten Netzwerk aus mehr als 20.000 Websites ausgespielt ("Riversampling"), es werden also nicht nur Nutzer von SPIEGEL ONLINE befragt. Jeder kann online an den Befragungen teilnehmen und wird mit seinen Antworten im repräsentativen Ergebnis berücksichtigt, sofern er sich registriert hat. Aus diesen Nutzern zieht Civey eine quotierte Stichprobe, die sicherstellt, dass sie beispielsweise in den Merkmalen Alter, Geschlecht und Bevölkerungsdichte der Grundgesamtheit entspricht. In einem dritten Schritt werden die Ergebnisse schließlich nach weiteren soziodemografischen Faktoren und Wertehaltungen der Abstimmenden gewichtet, um Verzerrungen zu korrigieren und Manipulationen zu verhindern. Weitere Informationen hierzu finden Sie auch in den Civey FAQ.
Warum ist eine Registrierung nötig?
Die Registrierung hilft dabei, die Antworten zu gewichten, und ermöglicht so ein Ergebnis für die Umfragen, das für die Wahlbevölkerung in Deutschland repräsentativ ist. Jeder Teilnehmer wird dabei nach seinem Geschlecht, Geburtsjahr und Wohnort gefragt. Danach kann jeder seine Meinung auch in weiteren Umfragen zu unterschiedlichen Themen abgeben.
Wie werden die Ergebnisse repräsentativ?
Die Antwort jedes Teilnehmers wird so gewichtet, dass das Resultat einer Umfrage für die Grundgesamtheit repräsentativ ist. Bei der Sonntagsfrage und beim Regierungsmonitor umfasst diese Grundgesamtheit die wahlberechtigte Bevölkerung in Deutschland. Die Gewichtung geschieht vollautomatisiert auf Basis der persönlichen Angaben bei der Registrierung sowie der Historie früherer Antworten eines Nutzers. Weitere Details zur Methodik stehen im Civey-Whitepaper.
Erreicht man online überhaupt genügend Teilnehmer?
Meinungsumfragen werden in der Regel telefonisch oder online durchgeführt. Für die Aussagekraft der Ergebnisse ist entscheidend, wie viele Menschen erreicht werden können und wie viele sich tatsächlich an einer Umfrage beteiligen, wenn sie angesprochen werden. Internetanschlüsse und Festnetzanschlüsse sind in Deutschland derzeit etwa gleich weit verbreitet - bei jeweils rund 90 Prozent der Haushalte, Mobiltelefone bei sogar 95 Prozent. Die Teilnahmebereitschaft liegt bei allen Methoden im einstelligen Prozentbereich, besonders niedrig schätzen Experten sie für Telefonumfragen ein.
Es gibt also bei beiden Methoden eine Gruppe von Personen, die nicht erreicht werden kann, weil sie entweder keinen Anschluss an das jeweilige Netz hat oder sich nicht an der Umfrage beteiligen möchte. Deshalb müssen für ein aussagekräftiges Ergebnis immer sehr viele Menschen angesprochen werden. Civey-Umfragen sind derzeit neben SPIEGEL ONLINE in mehr als 20.000 andere Webseiten eingebunden, darunter auch unterschiedliche Medien. So wird gewährleistet, dass möglichst alle Bevölkerungsgruppen gut erreicht werden können.
Woran erkenne ich die Güte eines Ergebnisses?
Bis das Ergebnis einer Umfrage repräsentativ wird, müssen ausreichend viele unterschiedliche Menschen daran teilnehmen. Ob das bereits gelungen ist, macht Civey transparent, indem zu jedem Umfrageergebnis eine statistische Fehlerwahrscheinlichkeit angegeben wird. Auch die Zahl der Teilnehmer und die Befragungszeit werden für jede Umfrage veröffentlicht.
Was bedeutet es, wenn sich die farbigen Bereiche in den Grafiken überschneiden?
In unseren Grafiken ist der statistische Fehler als farbiges Intervall dargestellt. Dieses Intervall zeigt jeweils, mit welcher Unsicherheit ein Umfragewert verbunden ist. Zum Beispiel kann man bei der Sonntagsfrage nicht exakt sagen, wie viel Prozent eine Partei bei einer Wahl bekommen würde, jedoch aber ein Intervall angeben, in dem das Ergebnis mit hoher Wahrscheinlichkeit liegen wird. Überschneiden sich die Intervalle von zwei Umfragewerten, dann können streng genommen keine Aussagen über die Differenz getroffen werden. Bei der Sonntagsfrage heißt das: Liegen die Umfragewerte zweier Parteien so nah beieinander, dass sich ihre Fehlerintervalle überlappen, lässt sich daraus nicht ableiten, welche von beiden aktuell bei der Wahl besser abschneiden würde.
Was passiert mit meinen Daten?
Die persönlichen Daten der Nutzer werden verschlüsselt auf deutschen Servern gespeichert und bleiben geheim. Mitarbeiter von Civey arbeiten für die Auswertungen lediglich mit User-IDs und können die Nutzer nicht mit ihrer Abstimmung in Verbindung bringen. Die persönlichen Angaben der Nutzer dienen vor allem dazu, die Antworten zu gewichten und sicherzustellen, dass die Umfragen nicht manipuliert werden. Um dies zu verhindern, nutzt Civey statistische wie auch technische Methoden. Darüber hinaus arbeitet Civey mit externen Partnern zusammen, die Zielgruppen für Werbetreibende erstellen. Nur wenn Nutzer die Datenschutzerklärung sowohl von Civey als auch von einem externen Partner akzeptiert haben, dürfen Ihre Antworten vom Partner zur Modellierung dieser Zielgruppen genutzt werden. Ein Partner erhält aber keine Informationen zu Ihren politischen und religiösen Einstellungen sowie solche, mit denen Sie identifiziert werden können. Civey-Nutzer werden auch nicht auf Basis ihrer Antworten mit Werbung bespielt. Der Weitergabe an Partner können Sie als eingeloggter Nutzer jederzeit hier widersprechen. Mehr Informationen zum Datenschutz bei Civey finden Sie hier.
Wer steckt hinter Civey-Umfragen?
An dieser Stelle haben Leser in der App und auf der mobilen/stationären Website die Möglichkeit, an einer repräsentativen Civey-Umfrage teilzunehmen. Civey ist ein Online-Meinungsforschungsinstitut mit Sitz in Berlin. Zur Erhebung seiner repräsentativen Umfragen schaltet die Software des 2015 gegründeten Unternehmens Websites zu einem deutschlandweiten Umfragenetzwerk zusammen. Neben SPIEGEL ONLINE gehören unter anderem auch der "Tagesspiegel", "Welt", "Wirtschaftswoche" und "Rheinische Post" dazu. Civey wurde durch das Förderprogramm ProFit der Investitionsbank Berlin und durch den Europäischen Fonds für regionale Entwicklung finanziert.

mik/dpa-AFX



insgesamt 8 Beiträge
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Frokuss 04.11.2019
1. Informationen
Also mir fehlen da jetzt irgendwie nen paar Infos. warum sind die USA nun zufrieden? was hat sich geändert? Nur aus heiterem Himmel wird sich wohl kaum was geändert haben...
Spiegelpfau 04.11.2019
2. Importeure
Welche Strafzölle werden denn durch Trump für japanische und koreanische Autoimporte erhoben? Das wird leider nie erwähnt. Faktisch dürften diese sicher 10-20 mal soviel Autos importieren und verkaufen als deutsche Marken.
PeterAlef 04.11.2019
3. ...die Berichtsqualität in SPON...
...lässt doch mehr und mehr zu wünschen übrig...hier ein gutes Beispiel...
kurtbaer 04.11.2019
4. USA-Handel einstellen!
Wir sollten den USA-Handel nach Möglichkeit einstellen. Die USA sind kein verlässlicher Partner mehr. Auch sollten wir bzw. die EU uns militärisch von den USA unabhängig machen. Dies bedeutet zwar auf vieles zugunsten des Militärs verzichten müssen. Das sollte unsere Unabhängigkeit aber wert sein.
blurps11 04.11.2019
5. Nix hat sich geändert...
Zitat von FrokussAlso mir fehlen da jetzt irgendwie nen paar Infos. warum sind die USA nun zufrieden? was hat sich geändert? Nur aus heiterem Himmel wird sich wohl kaum was geändert haben...
Die Nachricht dürfte sowieso nur ein Verfallsdatum von wenigen Tagen haben. Dann schwenkt das "very stable genius" wieder um und deutsche Autos sind die allergrößte Bedrohung der amerikanischen Sicherheit, ever. Dann bietet ihm die EU wieder irgendwas und das Spielchen geht von vorne los...
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