Verdacht der Tierquälerei Polizei ermittelt gegen Verantwortliche von Milchviehbetrieb im Allgäu

Ein Großbetrieb im Allgäu soll seit Jahren gegen den Tierschutz verstoßen. Nun ermittelt die Polizei mit einer Sonderkommission gegen den Milchviehhof.

Kuh in dem Großbetrieb im Allgäu: Mutmaßliche Verstöße gegen den Tierschutz
Karl-Josef Hildenbrand/DPA

Kuh in dem Großbetrieb im Allgäu: Mutmaßliche Verstöße gegen den Tierschutz


Nach den Tierquälerei-Vorwürfen gegen Verantwortliche eines großen Milchviehbetriebs aus dem Allgäu wird gegen neun Verdächtige ermittelt. Dies gaben Staatsanwaltschaft und Polizei in Memmingen bekannt. Beim Polizeipräsidium in Kempten wurde demnach eine 30-köpfige Sonderkommission gegründet.

Dem Bericht zufolge durchsuchten die Beamten 21 Objekte, darunter auch einen Betrieb in Bad Grönenbach, in dem Kühe misshandelt worden sein sollen. Eine Tierrechtsorganisation hatte entsprechende Videoaufnahmen öffentlich gemacht, Anfang Juli hatten die "Süddeutsche Zeitung" und die ARD-Politikmagazine "Report Mainz" und "Fakt" zuerst darüber berichtet. Der Großbetrieb war auch am Mittwoch laut der Nachrichtenagentur dpa nicht für eine Stellungnahme zu erreichen.

Ermittelt wird gegen sechs Beschäftigte des Unternehmens und drei Tierärzte, die für das Wohl der Rinder in dem Betrieb verantwortlich waren. Die Staatsanwaltschaft hatte die Vorwürfe gegen den Betrieb seit drei Wochen geprüft - und sah schließlich den Verdacht von tierschutzrechtlichen Verstößen gegeben.

Das Landratsamt belegte den betroffenen Milchviehbetrieb mit Auflagen. "Unter anderem muss der Landwirt einen Tierschutzbeauftragten einsetzen", sagte eine Sprecherin des Landratsamts Unterallgäu in Mindelheim. Dieser solle überwachen, dass Tierschutzgesetze eingehalten werden.

Zudem sei dem Betrieb das Töten von Rindern bis auf Weiteres untersagt. Vor einem Transport zu einem Schlachthof müssen Tiere überdies von einem amtlichen Tierarzt untersucht werden, teilte die Behörde mit. Von einer Schließung sehe man jedoch ab.

"Eine Betriebsschließung kommt im vorliegenden Fall zum jetzigen Zeitpunkt nicht in Betracht", sagte die Sprecherin. "Dadurch wäre auch den Tieren nicht geholfen. Diese sind und werden versorgt."

fek/dpa-AFX

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