Finanzaufsicht Bafin warnt vor Niedrigzinsgefahr

Zinsen im Rekordtief - eine Gefahr für Banken und Pensionskassen, befürchtet die Bafin. Untersuchen wollen die Finanzaufseher Verbraucherkredite. Der Vorwurf: verspätet weitergegebene Zinsänderungen.
Bafin-Präsident Felix Hufeld

Bafin-Präsident Felix Hufeld

Foto: Arne Dedert/ dpa

Die Finanzaufsicht Bafin schlägt angesichts der historischen Niedrigzinsen Alarm. Banken täten sich immer schwerer, auf lange Sicht auskömmliche Erträge zu erwirtschaften, sagte Behördenchef Felix Hufeld. Sollten die Zinsen noch lange niedrig bleiben, könnte auch eine Zinswende für die Institute zu einem Problem werden. Um dieses Risiko abzusichern, will die Bafin die von ihr direkt beaufsichtigten 1600 kleinen und mittleren Banken und Sparkassen in Deutschland künftig zu Kapitalaufschlägen zwingen.

Einzelne Pensionskassen könnten möglicherweise bald nicht mehr aus eigener Kraft ihre vollen Leistungen erbringen, befürchtet die Bafin. Derzeit erwägt die Behörde deshalb, die Schutzmechanismen für die Pensionsberechtigten einem Praxistest zu unterziehen. Vergleichsweise entspannt ist die Bafin dagegen bei den Lebensversicherern. "Unsere Prognose, dass die Versicherer zumindest auf kurze und mittlere Sicht ausreichendes Stehvermögen haben, ist nach wie vor aktuell", sagte Hufeld. Auf lange Sicht könne es aber sein, dass nicht alle Unternehmen dem Druck der Niedrigzinsen standhalten.

Bei Verbraucherkrediten wollen die Finanzaufseher danach fahnden, ob Banken und Sparkassen systematisch Kunden benachteiligen, indem sie Zinsänderungen mit "ungerechtfertigter Verzögerung" weitergeben, teilte Elisabeth Roegele, Chefin der Bafin-Wertpapieraufsicht, mit. Dies soll eine Umfrage aufzeigen. Verbraucherschützer hatten mehrfach kritisiert, Geldhäuser würden Zinssenkungen bei Sparprodukten schnell weiterreichen, sich bei der Anpassung der Kreditzinsen aber mehr Zeit lassen.

kpa/dpa/Reuters
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