Bahnstreik Krankmeldungen bei Lokführern steigen auffällig stark

Die Zahl der krankgemeldeten Lokführer ist während des Bahnstreiks deutlich gestiegen. Im Güterverkehr lag sie nach SPIEGEL-ONLINE-Informationen um gut die Hälfte höher als normal.

GDL-Chef Weselsky: Auffälliger Anstieg beim Krankenstand
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GDL-Chef Weselsky: Auffälliger Anstieg beim Krankenstand


Am längste Streik in der Geschichte der Deutschen Bahn haben sich bislang gut 5900 Lokführern und Zugbegleitern beteiligt. Hinzu kommen viele weitere Mitarbeiter, die sich krank gemeldet haben. Besonders auffällig ist der Anstieg nach Informationen von SPIEGEL ONLINE im Güterverkehr: Bei der Bahn-Logistiktochter Schenker ist die Zahl der Krankmeldungen demnach um fast die Hälfte gestiegen.

Für den Anstieg gab es einem Insider zufolge drei Hauptgründe: Manche der Lokführer wollten sich demnach Weselskys Befehlen entziehen. Andere seien verbeamtete Lokführer gewesen, denen es generell verboten ist zu streiken, die sich aber dennoch solidarisieren wollten. Wieder anderen sei es vor allem ums Geld gegangen: Wer sich krank meldet, bekommt sein Gehalt weiter gezahlt; wer streikt bekommt laut GDL nur ein Ausfallhonorar von 75 Euro pro Tag.

Der längste Streik in der Geschichte der Deutschen Bahn hat am Montag im Güter- und am Dienstagmorgen im Personenverkehr begonnen und soll noch bis Sonntag 9 Uhr andauern. Die GDL wollte die Angaben zu den Krankmeldungen auf Anfrage von SPIEGEL ONLINE weder bestätigen noch dementieren.

ssu/mik



insgesamt 67 Beiträge
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KuGen 08.05.2015
1. 100 Rangierlokführer
Gestern eine Statistik bei der SZ: Es gibt 3100 Rangierlokführer. Von denen haben 100 (in Worten : einhundert) gestreikt! Unfassbare Anmaßung der GDL: Die Vertretung anmaßen für Menschen , die kein Interesse an der GDL haben. Und dafür 5 Mio Menschen in Geiselhaft nehmen. Sorry, Leute, die Diskussion ist aus. Die GDL ist geoutet.
Alfred Ahrens 08.05.2015
2. Fernbus fahren ist viel schöner, keine öden Tunnel, man wird nicht ewig kontrolliert
und kommt schnell und billiger ans Ziel. Ein anderer Vorteil ist: hier streit niemand, denn alle wollen ihren Beruf behalten und freuen sich Geld zu verdienen. Gute Sache. Gute Reise Herr Weselsky !!!
moog2 08.05.2015
3. Honorar
"wer streikt bekommt laut GDL nur ein Ausfallhonorar von 75 Euro pro Tag." Das sind ja schon 10€ mehr, als ich als Lehrer für Deutsch als Fremdsprache an vielen Schulen als Tageshonorar bekomme. Und das trotz mehrjährigem Studium und Fortbildungen bzw. Zusatzqualifikationen. Leider bringt es uns als Freiberufler nichts zu streiken. Wer im DaF-Bereich aufmuckt, wird einfach sofort rausgeschmissen.
mocodelpavo 08.05.2015
4. Streikkasse schonen?
"Wer sich krank meldet, bekommt sein Gehalt weiter gezahlt; wer streikt bekommt laut GDL nur ein Ausfallhonorar von 75 Euro pro Tag." Wieso arbeitet die Bahn dann nicht mit Aussperrung für alle GDL Mitglieder während des Streiks? So könnte man die Lohnfortzahlung sparen und ermuntert die GDL-Mitglieder bei der nächsten Urabstimmung zur kritischen Reflektion bevor unbefristeten Streiks zugestimmt wird!
hermi16 08.05.2015
5. Tja,
bei Geld hört halt alles auf. Jetzt dürfen die Krankenkassen,also wir da auch noch zahlen. Redet nicht über die Moral von denen da oben.
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