"Baltic Pipe" Polen und Dänemark einigen sich auf Bau von Gaspipeline unter der Ostsee

Um unabhängiger von russischen Gaslieferungen zu sein, will sich Polen mit Erdgas aus Norwegen versorgen. Ab 2020 soll eine 900 Kilometer lange Pipeline das Gas über dänisches Gebiet pumpen.

Verlegung einer Ostsee-Pipeline (Symbolbild)
DPA

Verlegung einer Ostsee-Pipeline (Symbolbild)


Die EU-Partner Polen und Dänemark haben sich auf den Bau einer Erdgaspipeline unter der Ostsee geeinigt. Das gab die Regierung in Warschau am Freitag bekannt. Polen will sich damit mit norwegischem Gas versorgen und unabhängiger werden von russischen Gaslieferungen. Das gemeinsame Projekt für die 900 Kilometer lange Baltic Pipe sieht vor, Gas über dänisches Gebiet nach Polen zu pumpen - und zwar ab 2022, wenn der Vertrag zwischen Warschau und dem russischen Energieriesen Gazprom ausläuft.

Polens Regierungschef Mateusz Morawiecki bezeichnete die Einigung mit Dänemark als "Riesenschritt hin zu Sicherheit und Unabhängigkeit des polnischen Energiesektors".

Das polnische Unternehmen Gaz-System SA und die dänische Firma Energinet SOV kündigten an, dass bis zum 1. Oktober 2022 "alle Elemente der Pipeline in Dienst gestellt" werden sollen. Jährlich sollen zehn Milliarden Kubikmeter Gas geliefert werden.

Das Projekt bekam demnach von der Europäischen Union über deren Förderprogramm Connecting Europe Facility (CEF) bereits eine Finanzhilfe in Höhe von 51,4 Millionen Euro. Die Gesamtkosten für den Bau der Pipeline wurden nicht genannt.

lie/AFP

insgesamt 20 Beiträge
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max-mustermann 30.11.2018
1. Wer hat sich nochmal so über Nordstream2 empört ?
Das ist aber ganz schön unverschämt einfach ohne uns zu fragen. Ich verlange das diese Pipeline über deutsches Gebiet gelegt wird damit wir auch mal in den Genuß kommen Durchleitungsgebühren kassieren zu können.
quark2@mailinator.com 30.11.2018
2.
Das kreuzt dann North Stream unter Wasser :-) ... Ich frage mich nur, wie das in der Praxis dann läuft. Nimmt Polen dann wirklich teueres norwegisches Gas statt billigem russischen Gas ?
xcountzerox 01.12.2018
3. Super
Da wird aber Gas-Gerd aber kochen. Sehr schöne Lösung.
MisterD 01.12.2018
4. Vielleicht...
sollte den Polen mal einer verraten, dass das Ende der Öl- und Gasförderung in Norwegen bereits absehbar ist. Reichlich vorhandene Reserven in der Barentsee dürfen laut einem Vertrag von 2010 nur mit Zustimmung von Russland gefördert werden... raten Sie mal, wie die Antwort ausfallen wird... aber gut, wenn man selbst Deutschland misstraut, der soll sein Geld halt rauswerfen...
Msc 01.12.2018
5.
Deutschland will sich mit einer Ostsee-Pipeline nach Russland unabhängiger von fragwürdigen Transitländern wie Polen und der Ukraine machen. Ich würde sagen, da hat Deutschland alles richtig gemacht (auch dank dem letzten guten Kanzler). Aber ich frage mich: Wie geht das wenn zwei Pipelines über kreuz liegen wie das dann ja hier wohl der Fall sein wird? Frage aus Technikinteresse.
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