Bankpleiten Bank von England will Steuerzahler besser schützen

Die Bank of England hat die Vorschriften für die Risikopuffer von Banken verschärft. Die Finanzinstitute des Landes müssen bis 2022 vier Milliarden Pfund einsammeln.

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Britische Banken sollen vor Pleiten besser geschützt werden. Bis 2022 müssten die Finanzinstitute des Landes insgesamt noch vier Milliarden Pfund an zusätzlichen Eigenmitteln und Anleihen einsammeln, teilte die Bank of England mit.

Mit den höheren Kapitalanforderungen will die Bank of England verhindern, dass bei einem Zusammenbruch einer britischen Bank erneut die Steuerzahler zur Kasse gebeten werden. Mit der Kapitalerhöhung werde sichergestellt, dass selbst große Banken nicht mehr zu groß sind, um sie untergehen zu lassen, sagte der Vize-Gouverneur der Bank of England, Jon Cunliffe, laut Mitteilung.

Die europäischen Regeln zur Bankenabwicklung sehen vor, dass bei einem Banken-Kollaps Aktionäre und Gläubiger zuerst für die Verluste gerade stehen müssen ("Bail-In"), bevor Geld der Steuerzahler fließt. Die Banken müssen deutlich machen, welches Eigen- und Fremdkapital im Pleitefall zur Verfügung steht. Allein zur Rettung der Royal Bank of Scotland sowie Lloyds Chart zeigen waren während der Finanzkrise ab 2007 umgerechnet rund 74,7 Milliarden Euro an Steuergeldern geflossen.

Damit sich das nicht wiederholt, müssen laut Bank of England 116 Milliarden Pfund an Fremdkapital, das die Banken bereits aufgenommen haben, klar als "Bail-In"-Mittel ausgewiesen werden. Die Notenbank will so sicherstellen, dass Investoren bewusst ist, dass sie bei einer Krise zuerst zahlen müssen. Allerdings gebe es noch eine abzudeckende Lücke von vier Milliarden Pfund.

Experten gehen davon aus, dass es den Instituten nicht schwerfallen wird, auch diese Mittel bei Investoren einzusammeln. Auch in der übrigen EU sollen die größten Geldhäuser, zu denen auch die Deutsche Bank Chart zeigen zählt, ihren Puffer ab 2019 schrittweise aufbauen. In Großbritannien wird erwartet, dass die Vorgaben auch nach dem Brexit gelten.

apr/Reuters

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insgesamt 7 Beiträge
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archi47 02.10.2017
1. Interessante Entwicklung der Zockerrückversicherung in London
Da der Rollgriff in die EU-Kasse zukünftig nicht mehr möglich wird, sollen die Banken nun selbst vorsorgen. Es wird der Londoner Zentralbank, der britischen Regierung aus Angst vor dem britischen Steuerzahler dann doch zu heiß, zukünftig alleine dafür gerade stehen zu müssen.
Wile_E_Coyote 02.10.2017
2. eigentlich logisch…
…bevor das geld der untertanen in einer pleitebank landet, ist es bei den finanzbehoerden doch viel besser aufgehoben…
pavel1100 02.10.2017
3. Vorbereitung auf den Brexit
Da wird wohl demnächst schon mit einigen Bankenpleiten auf der Insel gerechnet. Gut, dass sie sich vorbereiten. Soviel Voraussicht hätte ich den Briten gar nicht zugetraut.
so-long 03.10.2017
4. Uff...
Mark Carney (Chef der Bank of England) hat maßgebend dazu beigetragen, daß sich eine Kreditblase historischen Ausmaßes in GB bilden konnte. Analog wie in Canada, wo er vorher im gleichen Amt tätig war. Er erlaubt britischen Geschäftsbanken 100%-kreditfinanzierte Immobiliengeschäfte mit chinesischen Investoren (aka Geldwäsche/money laundering) für britische Großimmobilien aller Art (auch Gewerbeimmos) bei einem sehr, sehr hohen Preisniveau. Chinesen sind die einzigen Käufer im Markt! Damit die Geschäftsbanken die Kredite in die Bücher nehmen können, ohne zuviel Eigenkapital bereitzustellen, werden chinesische Sicherheiten (dept collateral) in chinesischer Landeswährung akzeptiert, welche ca. 50% des Kredites ausmachen. Wer über das chinesische Ponzi-scheme weiß, weiß auch wie das ganze enden wird für die Banken und für GB. Thanks Mr. Carney.
steinbock8 03.10.2017
5. Ist denn schon wieder Wahl
Das um die Verunsicherung der Bevölkerung in den Griff zu bekommen Placebos verteilt werden
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