Barcelona Mehr als tausend Firmen verlegen Hauptsitz aus Katalonien

Sekthersteller, Nudelproduzent, Medizinunternehmen: Zahlreiche Firmen haben ihren Firmensitz von Katalonien bereits in andere spanische Regionen verlegt. Am Donnerstag gab es einen neuen Tagesrekord.
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Foto: REUTERS

Seit der Zuspitzung der Katalonien-Krise Anfang Oktober haben 1185 Unternehmen ihren rechtlichen Sitz in andere spanische Regionen verlegt. Diese Zahl nannte am Freitag die Handelsregisterstelle in Madrid. Einen Rekord gab es allein am Donnerstag mit 268 Firmensitzverlegungen. Ein tatsächlicher Umzug ist damit aber meist nicht verbunden. Im Fall einer Unabhängigkeit von Katalonien könnten sich die Unternehmen mit einem rechtlichen Sitz an anderen Orten aber weiter nach spanischen Bestimmungen richten.

Barcelona hatte am 1. Oktober gegen den Willen Madrids und trotz eines Verbots durch das Verfassungsgericht ein "verbindliches Referendum" über die Unabhängigkeit abgehalten. Rund 90 Prozent der abgegebenen Stimmen waren ein Ja für die Abspaltung von Spanien. Die Wahlbeteiligung lag allerdings nur bei etwas mehr als 40 Prozent.

Zu den Unternehmen, die in dieser Woche ihren Sitz verlegt haben, gehören die Sektfirma Codorníu, der Nudelproduzent Gallo, die Spanien-Niederlassung der Versicherungsgruppe Zurich, die Immobilienfirma Servihabitat und das Medizinunternehmen Pangaea Oncology. Die große Mehrheit hatte ihren Sitz bisher in Barcelona.

Wirtschaftsminister Luis de Guindos warnte am Donnerstag im Parlament vor einem wirtschaftlichen Selbstmord von Katalonien. Seit dem vom Verfassungsgericht für illegal erklärten Unabhängigkeitreferendum am 1. Oktober seien die Umsätze etwa der großen Supermärkte und Kaufhäuser um 20 Prozent zurückgegangen.

Anmerkung der Redaktion: In einer vorherigen Version dieses Textes stand fälschlicherweise, das Referendum habe am 1. August stattgefunden.

koe/dpa