Wechsel zu Goldman Barroso fühlt sich als Lobbyist diskriminiert

Weil Ex-Kommissionpräsident Barroso zur US-Bank Goldman Sachs wechselte, sperrt ihm Nachfolger Juncker den privilegierten Zugang zur obersten EU-Behörde. Das sei diskriminierend, klagt der Portugiese jetzt in einem Brief.

José Manuel Barroso (2014)
REUTERS

José Manuel Barroso (2014)


Der frühere EU-Kommissionspräsident José Manuel Barroso hat sich bei seinem Nachfolger Jean-Claude Juncker über seine Einstufung als Lobbyist der US-Investmentbank Goldman Sachs Chart zeigen beschwert. Die gegen ihn ergriffenen Schritte seien diskriminierend, kritisiert der Portugiese in einem Schreiben, aus dem die Nachrichtenagentur AFP zitiert. Barroso bestritt demnach auch, dass ihn die US-Bank nur angestellt habe, um sie zum britischen EU-Austritt zu beraten.

Goldman Sachs hatte im Juli mitgeteilt, den ehemaligen portugiesischen Ministerpräsidenten als Berater und "Präsident ohne Geschäftsbereich" anzustellen. Die EU-Kommission kündigte darauf Anfang der Woche an, Barroso bei Besuchen protokollarisch nicht mehr als Ex-Präsidenten zu behandeln, sondern als normalen Lobbyisten. Zudem soll sich das Ethikkomitee der Behörde nun mit dem Fall befassen und mögliche Interessenkonflikte prüfen.

dab/AFP



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