Bilanz 2019 Bauernverband meldet unterdurchschnittliche Ernte

Ganz so schlimm wie im Dürrejahr 2018 fällt die Ernte dieses Jahr zwar nicht aus - aber dennoch wurde laut Bauernverband deutlich weniger Getreide eingefahren als die Jahre zuvor. Sorgenkind ist der Raps.

Nur an den Orten, die 2019 nicht zu trocken waren, war die Ernte durchschnittlich
Thomas Warnack / DPA

Nur an den Orten, die 2019 nicht zu trocken waren, war die Ernte durchschnittlich


Schwierige Witterungsverhältnisse haben den deutschen Bauern auch 2019 geringere Ernteerträge beschert. Die Getreideernte lag in diesem Jahr bei einer Menge von 45 Millionen Tonnen, teilte der Deutsche Bauernverband mit. Wenn man das Dürrejahr 2018 außer Acht lasse, seien das im Vergleich zum Durchschnitt der Ernten 2013 bis 2017 rund sechs Prozent weniger.

Verbandspräsident Joachim Rukwied sagte, die Klimaveränderungen spürten die Landwirte nun "schon im dritten Jahr". "In manchen Regionen müssen Betriebe erneut eine miserable Ernte verkraften", sagte Rukwied. Im Juni und Juli habe es in einigen Regionen Tage mit bis zu 40 Grad gegeben. "Das drückt natürlich am Ende Erträge." Andere Regionen hätten dagegen genügend Niederschlag gehabt.

"In Summe stellen wir fest, dass die Wetterextreme zunehmen", sagte Rukwied. Besonders in Mittel- und Ostdeutschland sowie in Teilen des Nordens habe es erneut zu wenig Niederschläge gegeben. Hier seien die Ernteerträge besonders schlecht gewesen, während es etwa in Bayern und Baden-Württemberg durchschnittliche Ergebnisse gegeben habe.

Schwieriges Jahr für Obst und Gemüse

Der Raps habe "enttäuscht" und sei "mittlerweile unser Sorgenkind", sagte Rukwied weiter. Für die Fruchtfolge sei der Rapsanbau enorm wichtig. Für die bevorstehende Rapsaussaat sei baldiger Regen dringend nötig.

Auch für Obst und Gemüse sei 2019 "erneut ein schwieriges Jahr" gewesen, teilte der Verband mit und sprach von einer durchschnittlichen Erntebilanz. Für den Wein sagte Rukwied erneut eine "sehr gute Qualität" voraus, wenngleich die Erntemenge nicht an die Rekordzahlen des vergangenen Jahres heranreichen werde.

Rukwied forderte Hilfe von der Politik. "Das Witterungsrisiko, das immer größer wird, liegt beim Landwirt", sagte er. Doch durch eine steuerliche Förderung sowie Anschubkapital für den Aufbau einer Versicherung könne geholfen werden, damit sich Bauern gegen solche Risiken absichern könnten. Die Bauern selbst würden wegen der Klimaveränderungen vermehrt resistente Samenmischungen einführen.

Bauern mit existenzbedrohenden Finanznöten wegen der Dürre haben inzwischen rund 228 Millionen Euro staatliche Hilfen bekommen. Die größte Einzelsumme aus dem Bund-Länder-Programm entfiel mit Stand 31. Juli auf Brandenburg mit 69,7 Millionen Euro.

kko/dpa/Reuters/AFP



insgesamt 11 Beiträge
Alle Kommentare öffnen
Seite 1
Nonvaio01 23.08.2019
1. naja
verhungern wird schon keiner, und fuers Geld sorgt die EU,a lso alles bestens fuer die Bauern.
sucher533 23.08.2019
2. wie jedes Jahr regionale Unterschiede
Vor einem Monat gabs aus Meck./Pomm. folgende Nachrichten: "....Die Landwirte in Mecklenburg-Vorpommern rechnen in diesem Jahr mit einer durchschnittlich guten Ernte.....". Quelle: https://www.ndr.de/nachrichten/mecklenburg-vorpommern/Bauern-in-MV-blicken-zuversichtlich-auf-Ernte,ernte622.html
Grünspahn 23.08.2019
3.
Zitat von sucher533Vor einem Monat gabs aus Meck./Pomm. folgende Nachrichten: "....Die Landwirte in Mecklenburg-Vorpommern rechnen in diesem Jahr mit einer durchschnittlich guten Ernte.....". Quelle: https://www.ndr.de/nachrichten/mecklenburg-vorpommern/Bauern-in-MV-blicken-zuversichtlich-auf-Ernte,ernte622.html
Genau so ist es! bei uns in Südbayern war die Getreideernte im langjährigen Mittel. Freunde, die Landwirte sind, sagen, dass sie zufrieden sind. Es war zwar im Frühjahr zu trocken, aber der anschließende Regen und die Wärme hätten das allermeiste wieder wett gemacht. Die regionalen Unterschiede sind enorm.
three-horses 23.08.2019
4. Von Baum und Boden.
Zitat von Nonvaio01verhungern wird schon keiner, und fuers Geld sorgt die EU,a lso alles bestens fuer die Bauern.
Also Obst, nur Mirabellen, auch alles anderes Obst und Beeren nix. Die EU stirbt nicht aus, die Amsel finden es aber nicht lustig, wo die Äpfel das Überleben sind.
kuschl 23.08.2019
5. Jammern bringt Subventionen
Normales Tagesgeschäft, jammern gehört immer dazu. Ich kenne keinen ha bei mir vor der Haustür, der nicht irgendwie von Subventionen bezuschusst wird. Ist ja auch in Ordnung, das landwirtschaftliche Geschäft verträgt ja auch keine Faulpelze.
Alle Kommentare öffnen
Seite 1

© SPIEGEL ONLINE 2019
Alle Rechte vorbehalten
Vervielfältigung nur mit Genehmigung


TOP
Die Homepage wurde aktualisiert. Jetzt aufrufen.
Hinweis nicht mehr anzeigen.