BDI-Warnung Industriechef gegen Verbot von Verbrennungsmotoren und E-Auto-Quote

Der BDI sperrt sich gegen Vorgaben für die Autoindustrie. Verbandschef Kempf spricht von "planwirtschaftlichen Instrumenten".
Autoproduktion bei Daimler in Sindelfingen

Autoproduktion bei Daimler in Sindelfingen

Foto: Sebastian Kahnert/ picture alliance / dpa

Klare Absagen vom Bundesverband der deutschen Industrie (BDI): Die Wirtschaftsvertreter sprechen sich gegen eine Quote für Elektroautos und ein Verbot von Verbrennungsmotoren aus. Das seien planwirtschaftliche Instrumente, von denen man nichts halte, sagte BDI-Präsident Dieter Kempf den Zeitungen der "Funke Mediengruppe".

Hintergrund: Kanzlerin Angela Merkel hatte jüngst ein Verbot neuer Dieselautos auf lange Sicht als richtigen Ansatz bezeichnet. SPD-Kanzlerkandidat Martin Schulz wiederum hatte eine Quote für Elektroautos gefordert.

"Der Staat kann Ziele und Rahmen vorgeben. Angelegenheit der Unternehmen ist es aber, durch Forschung und Entwicklung Technologien zu erarbeiten, die diese Ziele am besten erfüllen", sagte Kempf. Dabei sei "Technologieoffenheit" das Zauberwort. "Ich bin überzeugt, die ambitionierten Klimaziele der Bundesregierung lassen sich nur im engen Zusammenspiel von Zukunftstechnologien und Brückentechnologien wie Diesel, Hybrid, Biokraftstoffen und Erdgas erreichen."

Ein Wegfall der Steuervorteile für Diesel wäre allein aus Klimaschutzgründen nicht klug, so Kempf weiter. "Ein Diesel verbraucht 25 Prozent weniger Kraftstoff als ein Benziner, sein CO2-Ausstoss ist bis zu 15 Prozent niedriger." Man brauche den Diesel wegen seiner geringeren CO2-Emissionen als Brückentechnologie, bis alternative Technologien flächendeckend den Durchbruch schafften.

suc/Reuters