Beben in Japan Kurssturz an Tokios Aktienmärkten

Die Börse reagierte prompt: Kurz nach dem schweren Erdbeben in Japan rutschten die Aktienmärkte in Tokio ins Minus. Die Zentralbank sicherte schnelle Unterstützung zu.

REUTERS/ Kyodo

Tokio - Es kam eine Viertelstunde vor Börsenschluss: Das schwere Erdbeben in Japan hat am Freitag die Kurse an der Tokioter Aktienbörse kräftig ins Minus gedrückt. Der Betrieb an den Märkten lief zwar weiter, aber die Anleger wollten wegen der schweren Erdstöße offenbar ihr Risiko reduzieren - als sicher geltende Staatsanleihen verbuchten einen Kurssprung.

Der Yen geriet dagegen stark unter Druck. Die japanische Währung fiel gegenüber dem Dollar auf ein Tagestief von 83,29 Yen, nachdem sie zuvor bei 82,80 Yen gelegen hatte. Der Nikkei-Index schloss 1,7 Prozent schwächer auf einem Fünf-Monats-Tief von 10254,43 Punkten.

Bereits vor dem Beben hatten Sorgen über den hohen Ölpreis und dessen Folgen für die Weltkonjunktur die Kurse belastet. Der 225 Werte umfassende Nikkei-Index beendete den Handel mit einem Abschlag von 1,7 Prozent auf 10.254 Punkten. In Singapur gehandelte Futures auf den Nikkei fielen allerdings nach dem Handelsschluss in Tokio unter 10.000 Punkte. Der breiter gefasste Topix-Index gab ebenfalls 1,7 Prozent auf 915 Stellen nach.

Die Bank of Japan sicherte nach Beben ihre Unterstützung zu. Sie werde sie alles tun, um die Stabilität der Finanzmärkte zu sichern und Liquidität bereitzustellen. Eine Arbeitsgruppe zur Beobachtung der Folgen des Erdbebens auf die Banken sei gebildet worden.

Ein Erdbeben der Stärke 8,9 hatte am Freitag zuvor den Nordosten Japans erschüttert und offenbar verheerende Schäden verursacht. Eine vier Meter hohe Tsunamiwelle rollte an der Küste im Nordosten Landes über zahlreiche Ortschaften hinweg. Auf Fernsehbildern war zu sehen, wie dabei Autos, Boote und ganze Gebäude hinweg gerissen wurden. Ein großes Schiff rammte frontal einen Wellenbrecher in der Stadt Kesennuma im Bezirk Miyagi, wie Aufnahmen des TV-Senders NHK zeigten.

Aus Tokio lagen Berichte über Verletzte vor. Dort schwankten zahlreiche Gebäude. Züge wurden angehalten. Über das genaue Ausmaß der Schäden konnten die Behörden zunächst keine genauen Angaben machen.

Dab/dpa-AFX/Reuters/dapd



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reflexxion 11.03.2011
1. das ist doch eher unwichtig
Nicht das es mich persönlich mehr interessiert als der bekannte Sack Reis in China, aber unsere vielen katastrophengeilen GlobalanteilnehmerInnen wollen doch "Blu" sehen oder zumindest Feuer und Hochwasser, eine Oma die sich mitten im überfluteten Gebiet an der TV-Antenne ihrer Holzbude festklammert, kurz bevor sie ein Hubschrauber rettet. Börsenkurse sind da nun absolut untelegen. Noch was, lieber Bundesaußenguido, Japan ist nicht Haiti, die sind durchaus selbst in der Lage solche Probleme zu lösen.
flower power 11.03.2011
2. typisch,
Da sieht man das wahre Ansinnen der Börsen, bzw. der Anleger und Händler. Glaubt keinem dieser Verräter. Wenn eine nichtdefinierte Gefahr nur zu erahnen ist, rennen die mit voller Hose davon. Die Finanztypen sind halt wirklich ohne .... . Es zählt nur das bedingungslose ich und nicht mehr. Hoffentlich, handeln die Betroffenen in Zukunft ohne diese Weicheier in Nadelstreifen. Denn, wenn man ein finanzpolitisches Erdbeben kommt - siehe Krise - dann muss der Staat diesen weinerlichen Untypen helfen. Die Macht dieser Ganoven ohne Verantwortung und Stil gehört weit eingeschränkt. Wer sich auf diese Finanzlullis verlässt, der ist verlassen. Meidet sie, gebt Ihnen keinen Platz für Performance. Denn auf diese Typen könnt ihr euch nicht verlassen, sie sind die ratten, die als erste das Schiff schon verlassen, wenn es regnet.
loncaros 11.03.2011
3.
Da sind die Geier sofort wieder am Kreisen.
flower power 11.03.2011
4. typisch,
Da sieht man das wahre Ansinnen der Börsen, bzw. der Anleger und Händler. Glaubt keinem dieser Verräter. Wenn eine nichtdefinierte Gefahr nur zu erahnen ist, rennen die mit voller Hose davon. Die Finanztypen sind halt wirklich ohne .... . Es zählt nur das bedingungslose ich und nicht mehr. Hoffentlich, handeln die Betroffenen in Zukunft ohne diese Weicheier in Nadelstreifen. Denn, wenn man ein finanzpolitisches Erdbeben kommt - siehe Krise - dann muss der Staat diesen weinerlichen Untypen helfen. Die Macht dieser Ganoven ohne Verantwortung und Stil gehört weit eingeschränkt. Wer sich auf diese Finanzlullis verlässt, der ist verlassen. Meidet sie, gebt Ihnen keinen Platz für Performance. Denn auf diese Typen könnt ihr euch nicht verlassen, sie sind die ratten, die als erste das Schiff schon verlassen, wenn es regnet.
fritz_64 11.03.2011
5. die zeigen mal wieder ihr wahres..
gesicht, die börsenhändler der welt. könnte man eine solche katastrophe mal zum anlass nehmen nicht noch weiteren druck auf ein schon gebeuteltes land auszuüben, scheinbar nicht...erst wird wieder alles runtergedrückt...verkaufen...verkaufen, die kleinen leute werden diese kursabschläge sicher wieder einmal gerne bezahlen und die grossen spekulanten werden sich die taschen vor dem hintergrund dieser naturkatastrophe weiter füllen, und wenn wieder mit dem geld der bürger die situation einigermassen bereinigt ist kommen die spekulanten zurück um die sprirale aufs neue zu befeuern. und täglich grüsst das murmeltier...die börse ist nichts gutes nur ein feines mittel das ein paar auf der welt immer reicher und reicher werden...
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