Hauptstadtflughafen CDU-Aufsichtsrat hält Kündigung der BER-Planer für Fehler

Flughafen-Aufsichtsrat Henkel hält es für falsch, dass nach der geplatzten BER-Eröffnung 2012 die Planer entlassen wurden. Der Berliner Innensenator gibt zu: "Ich habe damals ein Stück weit naiv gedacht."
Berlins Innensenator Frank Henkel (CDU): "Das gebe ich zu"

Berlins Innensenator Frank Henkel (CDU): "Das gebe ich zu"

Foto: Wolfgang Kumm/ dpa

Es kommt eher selten vor, dass ein Politiker öffentlich Fehler eingesteht. Insofern ist die Aussage von Aufsichtsratsmitglied Frank Henkel (CDU) vor dem BER-Untersuchungsausschuss bemerkenswert: Der Berliner Innensenator hat sich am Freitag kritisch zum Krisenmanagement des Gremiums nach der geplatzten Eröffnung des neuen Hauptstadtflughafens 2012 geäußert.

Die Kündigung der Generalplaner des Büros PG BBI um Flughafen-Architekt Meinhard von Gerkan sei aus heutiger Sicht ein Fehler gewesen, sagte Henkel im Untersuchungsausschuss des Abgeordnetenhauses. Der Versuch, den Flughafen im März 2013 zu eröffnen, sei angesichts der großen Probleme beim Brandschutz unrealistisch gewesen. "Ich habe damals, das gebe ich zu, ein Stück weit naiv gedacht."

Henkel wird in seiner Funktion als Aufsichtsrat der landeseigenen Flughafengesellschaft FBB  befragt. Der CDU-Politiker wollte sich eigentlich aus dem Gremium zurückziehen, er gehört dem Gremium seit Ende 2011 an. Doch als Berlins Regierender Bürgermeister Michael Müller (SPD) erklärte, er wolle doch im Aufsichtsrat bleiben und dessen Vorsitz übernehmen, machte auch Henkel eine Kehrtwende, schrieb der "Tagesspiegel" . Der Untersuchungsausschuss will zu seiner nächsten Sitzung auch den ehemaligen Regierenden Bürgermeister und BER-Aufsichtsratschef Klaus Wowereit (SPD) laden, wie der RBB berichtet .

In dem 15-köpfigen Aufsichtsrat sitzen auf Seite der Gesellschafter Vertreter der Länder Berlin und Brandenburg sowie des Bundesverkehrsministeriums. Ursprünglich sollte der Flughafen Berlin Brandenburg im Oktober 2011 in Betrieb genommen werden. Bisher platzten insgesamt vier Eröffnungstermine wegen Planungsfehlern, Baumängeln und Technikproblemen. Inzwischen gilt ein Start vor 2017 als unwahrscheinlich.

bos/dpa
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