Millionengrab Hauptstadt-Flughafen BER treibt Airport-Gesellschaft in die roten Zahlen

Sechsmal wurde die Eröffnung des neuen Flughafens bisher verschoben. Das schlägt sich auch in den Zahlen der Flughafengesellschaft Berlin-Brandenburg nieder.

Rote Schrift und rote Zahlen: Der BER kostet die Flughafengesellschaft Millionen
Bernd Settnik/DPA

Rote Schrift und rote Zahlen: Der BER kostet die Flughafengesellschaft Millionen


Die Dauerbaustelle des neuen Hauptstadt-Flughafens BER hat die Bilanz der staatlichen Airport-Gesellschaft belastet. Trotz steigender Umsätze und wachsender Gewinne im laufenden Geschäft steckt die Flughafengesellschaft Berlin-Brandenburg weiter in den roten Zahlen, wie die Betreiber mitteilten. Grund sind Millionenausgaben für den BER.

Die Flughafengesellschaft gehört zu je 37 Prozent den Ländern Berlin und Brandenburg und zu 26 Prozent dem Bund. Verluste werden entweder durch Gesellschafterbeiträge oder Bankkredite aufgefangen, sagte Aufsichtsratschef Rainer Bretschneider.

Wegen der zwei weiteren Flughäfen Tegel und Schönefeld verdient das Unternehmen dennoch Geld: Der operative Gewinn (Ebitda) erreichte 119 Millionen Euro nach rund 102 Millionen Euro im Vorjahr. "Wir agieren sehr erfolgreich am Markt", sagte Lütke Daldrup.

Dabei war die Passagierzahl anders als erwartet unter 35 Millionen geblieben - eine Folge der Air-Berlin-Pleite. 34,7 Millionen Fluggäste entsprachen einem Zuwachs von gut vier Prozent. In diesem Jahr steigen die Zahlen dafür umso schneller. Bis Anfang Mai wurden 11,5 Millionen Fluggäste gezählt, 15 Prozent mehr als im Vorjahreszeitraum.

BER-Eröffnung sechsmal verschoben

Die Eröffnung des BER lässt seit 2011 auf sich warten, seit dem Baubeginn wurde sie bereits sechsmal verschoben - wegen Baumängeln, Technikproblemen und Managementfehlern. Nun ist der Oktober 2020 für die Inbetriebnahme geplant, aber auch dieser Termin ist unsicher.

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Flughafen BER: Chronik eines Baudesasters

"Die ursprüngliche Sicherheit des Eröffnungstermins im Oktober 2020 kann heute nicht mehr uneingeschränkt garantiert werden", hatte Airport-Chef Engelbert Lütke Daldrup Anfang April gegenüber Vertretern der Landesregierungen von Berlin und Brandenburg sowie der Bundesregierung erklärt. Das geht nach SPIEGEL-Informationen aus Unterlagen der Gesellschafterversammlung der Flughafengesellschaft Berlin-Brandenburg hervor.

hba/dpa



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Seite 1
hileute 17.05.2019
1. Operativer Gewinn 15 Mio mehr
wahrscheinlich versteh ich was falsch weil ich überhaupt kein Finanzexperte bin. Aber unter Gewinn versteh ich schwarze Zahlen. Oder beschreibt operativ dann nur den Gewinn aus Betrieb von Texel und schöne Feld und das Minus vom ber wird da nicht berücksichtigt?
mina2010 17.05.2019
2. Im Artikel steht was von Millionenausgaben ...
ich glaube wir sind schon bei Milliarden ... oder?
auweia 17.05.2019
3. Toll
Zur Finanzierung des BER darf ich in Tegel Parkgebühren von 26€ und mehr pro Tag zahlen....
mina2010 17.05.2019
4. Na ja ....
Zitat von hileutewahrscheinlich versteh ich was falsch weil ich überhaupt kein Finanzexperte bin. Aber unter Gewinn versteh ich schwarze Zahlen. Oder beschreibt operativ dann nur den Gewinn aus Betrieb von Texel und schöne Feld und das Minus vom ber wird da nicht berücksichtigt?
bedeutet .... eigentlich sind wir erfolgreich aber bald Pleite. Aber Bund und Länder werden da schon helfen. Bund und Länder = Steuerzahler!
Deep_Thought_42 17.05.2019
5. Auf den Punkt gebracht
In der Fotostrecke bring es ja der jetzige Regierende Bürgermeister auf den Punkt (jedoch sehr zögerlich und wage formuliert). Der Hauptfehler seines Vorgängers bestand darin, den Generalplaner vom Flughafen kurzfristig zu entlassen ! Das ist bei einem Großprojekt der GAU, eigentlich schon der SuperGAU ! Ohne verläßliche Planungsunterlagen kann man im Anschluß nur auf gut Glück herumdoktern. Sich ohne äußeren Zwang in so eine Lage hineinzumanövrieren ist absolute !eigenverschuldete! Stümperei. Und Herr Wowereit ? Meldete sich im letzten Jahr im Rahmen der Initiative "Ey, Alter" öffentlich auf Plakaten zu Wort und prahlte damit, jetzt mehr zu chillen und verstärkt Golf zu spielen ... Nur nebenbei bemerkt, der BER macht seit Jahren mehr als eine Million € Verlust, pro Tag !!!! Verantwortung scheint heutzutage in politischen Hauptstadtkreisen eher ein Fremdwort zu sein. Und es ist nicht abzusehen, dass es (aus den oben herausgestellten Gründen) irgendwann besser wird, wie es auch der Artikel hier belegt. Und der Nachfolger; Herr Müller, nebst seinen Koalitionären verschickte noch vor einigen Jahren zum Bürgerbegehren, Tegel offenzulassen, an alle Berliner Haushalte einen Brief, in dem er betonte, die für die Tegel-bedingten Renovierungen nötigen Millionen wären doch für Schulen viel besser zu verwenden. Sein real existierendes Milliardengrab BER hatte er leider wohl in seiner Argumentation vergessen oder verdrängt. Koreaner oder Chinesen bauen und eröffnen so einen Airport der BER-Klasse innerhalb von 2 Jahren nach dem ersten Spatenstich. In Korea Süd befinden sich darüber hinaus viele ehemaligen Regierenden derzeit in Justizvollzugsanstalten.
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