Sozialpolitik Wie die Städte die Mietpreisbremse nutzen wollen

Eine günstige Mietwohnung? Reine Glückssache. Die Mietpreisbremse könnte das Problem mildern, hofft die Bundesregierung. Ein Überblick, welche Städte sie einführen wollen.

Zeche Zollverein: In Essen sind die Mieten vergleichsweise günstig
ASSOCIATED PRESS

Zeche Zollverein: In Essen sind die Mieten vergleichsweise günstig


Steigende Mieten lassen die Wohnungssuche für viele Normalverdiener zur Qual werden. Ihnen soll bald ein neues Gesetz helfen. Allerdings kursieren rund um die so genannte Mietpreisbremse noch einige offene Fragen. Denn letztlich müssen die Länder entscheiden, was ein "angespannter Wohnungsmarkt" ist - und wo das Gesetz greifen soll. Ein Blick auf die Planungen in den zehn größten deutschen Städten:

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Neues Gesetz: Wie die Städte die Mietpreisbremse nutzen



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Timson 25.03.2015
1. Soso, die Städte hoffen...
Es ist doch so, dass Länder und Kommunen den Mietwucher jahrelang gefördert haben. Steuern und Abgaben wurden erhöht, Zuschüsse gestrichen und der soziale Wohungsbau Wurde beerdigt. Stattdessen wurde, privatisiert, energetisch saniert und gentrifiziert. Auch Bauland wurde extrem überteuert und ohne Konzession für Wohnende an Investoren verschachert. Und jetzt kommt man mit so Luftnummern wie der Mietpreisbremse wobei die Lösungen mehr als auf der Hand liegen. s.o. unglaublich.
eggie 25.03.2015
2.
"Die Mietpreisbremse könnte, so die Hoffnung der Bundesregierung, das Problem zumindest mildern". guter Scherz. Warum sollte jemand, der eine Wohnung besitzt oder zwei, die ihm die Altersversorgung erleichtert, wo nicht wenige Nebenkosten anfallen - warum also sollte der seine Hütte zu Schleuderpreisen vermieten, nur damit die Bundesregierung ihr Pseudo-Sozial-Image pflegen kann, während sie alle eigenen Wohnungen, die ihr eine Kontrolle der Mietpreise ermöglichen und zugleich Milieuschutz darstellen, zu Schleuderpreisen an dahergelaufene Investoren verscherbelt? Ich meine damit auch ganz speziell die SPD und ihre Scheinheiligkeit. Alles vollkommen verlogen und lächerlich.
auf_dem_Holzweg? 25.03.2015
3. Mietpreisbremse: es ist eine illegale Einmischung des Staates
zuerst führt die CDU den Euro ein, ohne Volksbefragung, ohne Sinn und Verstand werden ohne Regeln und ohne Überwachungen neue Länder aufgenommen. Das führt innerhalb von 15 Monaten zu einer gesamten Preissteigerung von 100% in ALLEN Bereichen. Nur nicht bei den Löhnen. Mittlerweile liegen wir bei ca. 150% bis 200% Preissteigerung gegenüber den DM-Zeiten. Nach 15 Jahren möchten Vermieter auch mal so langsam die Mieten anpassen - denn umgerechnet befinden sich diese meist noch auf DM-Niveau - alleine um die erhöhren Nebenkosten abzudecken - und an die ansonsten üblchen Wucherpreise im Euroraum anzupassen. Und genau das wird jetzt seitens des Staates verboten. Mir scheint wir sind hier im Berliner Hauptfilm "denn sie wissen nicht was sie tun" mit Vorsitz Frau Merkel persönlich.
hanseat52 25.03.2015
4. Romantik
Nur eins ist sicher. Es wird nicht die gewünschten Folgen haben, denn der Markt lässt sich nicht austricksen. Besonders wenn man noch auf die glorreiche Idee kommt, Flüchtlinge in den Metropolen anzusiedeln (innenstadtnah) statt in den leerstehenden Wohnungen und Häusern im Osten, im Harz oder in der Eifel. Die Menschlichkeit in der Mietenpolitik übersetzt man am besten mit Romantik!
MichaelundNilma 25.03.2015
5. Städte ohne soziale Wohnungspolitik
Die Vernachlässigung des Wohnungsmarktes durch den Verkauf von Sozialwohnungen und deren anschließende Umwandlung in Luxuswohnungen, hat in manchen Städten zum Mangel bezahlbaren Wohnraums geführt. Aber auch die starke Nachfrage nach Wohnungen für Singles und der starke Zuzug in die Städte, führte zu Wohnungsmangel und als Folge zu hohen Mieten. Gleichzeitig trieben die Städte und Gemeinden die Preise für Bauland und Grundsteuern in die Höhe. Der Gesetzgeber forderte die Ausweisung eines Energiepasses und die Vermieter reagierten, wie gewünscht, mit energetischer Sanierung. Auch der Einbau von Wasserentkeimungsanlagen in Gebäuden ab 3 Wohnungen, wurde Gesetz. Das BSG hat sich in seiner Anspruchshaltung, was das Mietrecht anbelangt, massiv gesteigert, auch dies ein Kostentreiber. Die ersten Verlierer einer solch verfehlten Wohnungspolitik sind Familien. Denn bei, in der Regel, nur noch einem Hauptverdiener und gleichzeitig notwendiger größerer Wohnung, kommen viele Familien schnell an ihre finanziellen Grenzen. Die Kosten einer solchen Politik werden natürlich auf die Miete aufgeschlagen, sonst wird der Vermieter zum Sozialfall und nicht der Mieter. Die Kosten für Städte und Gemeinden ist Verlust von Kaufkraft der Familien, sowie den nicht verifizierbaren Kosten wegen z.B. Abwanderung von unentbehrlichen, unterbezahlten Polizisten, Feuerwehrmännern, Krankenschwestern und Kellnerinnen.
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