Geringverdiener Schäuble will Betriebsrenten mit bis zu 450 Euro fördern

Als Mittel gegen Altersarmut will Finanzminister Schäuble Betriebsrenten fördern. Geringverdiener sollen jährlich bis zu 450 Euro ansparen können, ohne dass dies ihr Nettoeinkommen schmälert.

Bundesfinanzminister Wolfgang Schäuble
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Bundesfinanzminister Wolfgang Schäuble


Bundesfinanzminister Wolfgang Schäuble (CDU) konkretisiert seine Pläne für eine Förderung von Betriebsrenten bei Geringverdienern. "Wir wollen Menschen mit sehr niedrigen Einkommen ein Zusatzangebot für die Altersvorsorge machen", sagte Schäubles Staatssekretär Michael Meister der "Rheinischen Post". Für diesen Personenkreis solle es neben der Riester-Rente einen weiteren staatlichen Zuschuss geben.

"Unser Ziel ist, dass Geringverdiener jährlich 400 bis 450 Euro für die Betriebsrente ansparen, ohne dass dadurch ihr Nettoeinkommen reduziert wird", sagte Meister. "Das ist ein wesentlicher Beitrag gegen Altersarmut." Geplant sei ein "Werbefeldzug für mehr eigene Vorsorge". Finanzstaatssekretär Jens Spahn (CDU) hatte SPIEGEL ONLINE gesagt, bei der betrieblichen Altersvorsorge seien neue Standardprodukte nötig. Diese sollten staatlich gefördert werden und verpflichtend sein, sofern ein Arbeitnehmer nicht ausdrücklich widerspreche.

Über die Einkommensgrenze, bis zu der der Zuschuss gezahlt werden soll, wird dem Bericht zufolge in der Koalition noch verhandelt. Ein Gutachten im Auftrag des Finanzministeriums hat eine Grenze bei einem Monatseinkommen von brutto 1500 Euro oder 18.000 Euro im Jahr vorgeschlagen. Der Zuschuss soll nach dem Vorschlag des Gutachters mit 154 Euro pro Jahr ebenso hoch wie die Riester-Zulage sein.

Angesichts wachsender Sorgen vor Altersarmut zeichnet sich die Rente als großes Thema im nächsten Bundestagswahlkampf ab. Arbeitsministerin Andrea Nahles (SPD) will noch in dieser Legislaturperiode Pläne für eine Rentenreform vorlegen.

dab/dpa



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