Bevölkerungsentwicklung So schrumpft Deutschland bis 2060

Deutschland verliert Einwohner, je nach Region gibt es aber Unterschiede: Vor allem Berlin und Hamburg wachsen auch in den nächsten Jahrzehnten. Aus den Flächenländern ziehen die Menschen dagegen weg.
Familie in (Kiel): Im Westen schrumpft Schleswig-Holstein, im Osten Sachsen-Anhalt

Familie in (Kiel): Im Westen schrumpft Schleswig-Holstein, im Osten Sachsen-Anhalt

Foto: Axel Heimken/ picture alliance / dpa

Trotz Zuwanderung geht die Bevölkerung in Deutschland bis 2060 deutlich zurück, vor allem im Osten. Berlin und die anderen Stadtstaaten legen gegen den Trend leicht zu. Zu diesen Ergebnissen kommt eine am Montag in Wiesbaden veröffentlichte Bevölkerungsvorausberechnung des Statistischen Bundesamtes. Im Detail zeigen sich große Unterschiede in den einzelnen Bundesländern.

Die Flächenländer im Westen

Mehr als 62 Millionen Menschen lebten dort 2013. Bis Anfang der 2020er Jahre rechnen die Statistiker noch mit einem leichten Plus von ein bis zwei Prozent. Anschließend sinkt die Zahl der Westdeutschen - je nach Stärke der Zuwanderung - auf 53 bis 57 Millionen Menschen im Jahr 2060. Am stärksten trifft es Rheinland-Pfalz und Schleswig-Holstein, am wenigsten Baden-Württemberg und Bayern.

Die ostdeutschen Länder

12,5 Millionen Menschen waren dort 2013 zu Hause. Künftig werden es nach der Berechnung immer weniger - 2060 sollen es trotz Zuwanderung nur noch etwa neun Millionen sein. Am stärksten geht die Bevölkerungszahl in Sachsen-Anhalt zurück: um rund ein Drittel.

Die Stadtstaaten

Sie legten voraussichtlich leicht zu - von 5,8 Millionen Menschen (2013) auf 5,9 bis 6,4 Millionen. Besonders begehrt ist Berlin, gefolgt von Hamburg.

Zugleich altert die ostdeutsche Bevölkerung besonders stark: War 2013 noch nicht einmal jeder Vierte im Rentenalter (über 64 Jahre), so wird es bereit 2030 voraussichtlich jeder Dritte sein. "Im übrigen Bundesgebiet wird der Anteil der über 64-Jährigen deutlich langsamer steigen und erst um 2060 ein vergleichbares Niveau von über 30 Prozent erreichen", schreiben die Statistiker.

Die Bevölkerungsvorausberechnung geht von einer jährlichen Geburtenrate von 1,4 Kindern pro Frau und einem Anstieg der Lebenserwartung bei der Geburt aus. Eine Binnenwanderung zwischen den Bundesländern wird bis 2039 berücksichtigt.

nck/dpa