Bildung 44 Prozent der Jugendlichen wissen nicht, was »Inflationsrate« bedeutet

Wenn es um wirtschaftliche Themen geht, haben Deutschlands Jugendliche offenbar beträchtliche Bildungslücken, wie eine Umfrage des Bankenverbandes zeigt. Dabei liegt es nicht an mangelndem Interesse.
Abiturienten bei Prüfung (Archiv): Was ist eigentlich eine Aktie?

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Foto: Frank Rumpenhorst/ picture alliance / dpa

Bei der wirtschaftlichen Bildung junger Leute in Deutschland klaffen teils noch erhebliche Lücken. Das ergab eine Umfrage des Bundesverbands deutscher Banken (BdB)  unter 700 Jugendlichen im Alter von 14 bis 24 Jahren.

Mit dem Begriff Inflationsrate können demnach 44 Prozent der Befragten nichts anfangen; der Begriff beschreibt den durchschnittlichen Anstieg des Preisniveaus innerhalb eines bestimmten Zeitraums.

Gut zwei Drittel (68 Prozent) der Jugendlichen haben keine oder eine falsche Vorstellung davon, wofür die Europäische Zentralbank (EZB) zuständig ist. Immerhin knapp ein Drittel (31 Prozent) kann nicht erklären, was eine Aktie ist.

Was ein Investmentfonds genau ist, glaubten 41 Prozent der Jugendlichen zu wissen. Tatsächlich korrekt erklären konnten es nur 28 Prozent, ergab die Umfrage. »Diese Bildungslücken sind alarmierend und zeigen deutlich, dass Wirtschafts- und Finanzthemen einen höheren Stellenwert in den Lehrplänen erhalten müssen«, sagte der Hauptgeschäftsführer des Bankenverbands, Andreas Krautscheid.

Jugendliche wünschen sich mehr Wirtschaftsunterricht

Am mangelnden Interesse an wirtschaftlichen Themen scheint es dabei offenbar nicht zu liegen. Der Bankenverband hat neben konkretem Fachwissen auch die Erfahrungen und Wünsche in Verbindung mit dem erlebten Unterricht abgefragt.

Zwei Drittel der Befragten (68 Prozent) sagten, sie hätten in der Schule in Sachen Wirtschaft »nicht so viel« oder »so gut wie nichts« gelernt. 76 Prozent wünschen sich, dass die Vermittlung von wirtschaftlichen Zusammenhängen einen höheren Stellenwert erhält. Die Frage, ob ein Schulfach Wirtschaft in allen Bundesländern eingeführt werden sollte, beantworteten drei Viertel der Umfrageteilnehmer (77 Prozent) mit »Ja«. Vor drei Jahren sagten dies nur 65 Prozent.

dpa/rai
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