Billiglöhner Von der Leyen will Zuschüsse für Ein-Euro-Jobs kappen

Ursula von der Leyen startet eine Offensive gegen Billiglöhner: Laut einem Zeitungsbericht will sie die staatlichen Zuschüsse für Ein-Euro-Jobber zusammenstreichen - und solche Arbeiter für Unternehmen unattraktiver machen.

Bundesarbeitsministerin von der Leyen: Betreuungspauschale kürzen
dpa

Bundesarbeitsministerin von der Leyen: Betreuungspauschale kürzen


Hamburg - Ein-Euro-Jobs sollten Langzeitarbeitslose wieder an den Jobmarkt heranführern - tatsächlich machen die Billiglöhner manchem Jobsuchenden die reguläre Stelle streitig. Jetzt will das Bundesarbeitsministerium gegensteuern: Ministerin Ursula von der Leyen (CDU) wolle Ein-Euro-Jobs deutlich unattraktiver machen, berichtet die "Financial Times Deutschland" ("FTD").

Künftig sollen demnach verschärfte Regeln für diese Form der Beschäftigung gelten. Das gehe aus dem Entwurf für ein Gesetz zur Neuausrichtung der Arbeitsmarktinstrumente hervor.

Beim Ein-Euro-Job erhalten Langzeitarbeitslose einen Stundenlohn zwischen einem Euro und 1,50 Euro, den sie zusätzlich zu ihren Hartz-IV-Bezügen behalten können. Der Träger, der sie beschäftigt, bekommt gleichzeitig für die sozialpädagogische Betreuung eine Pauschale von maximal 500 Euro pro Monat und Arbeitslosen.

Diese Pauschale wolle von der Leyen jetzt auf 150 Euro kürzen, schreibt die Zeitung. Zudem soll künftig vorgeschrieben sein, dass die Jobs "wettbewerbsneutral" ausgestaltet sind - dass also kein Privatunternehmen durch die staatlich bezuschusste Beschäftigung Nachteile erleidet.

Ein-Euro-Jobs wie Parkpflege, Hausmeisterhilfe in Schulen oder Hilfe in Altenheimen waren lange ein beliebtes Einsatzgebiet für Langzeitarbeitslose. In Spitzenzeiten hatten über 300.000 Arbeitslose solche Jobs, 2010 gab die Bundesagentur für Arbeit laut Zeitung 1,7 Milliarden Euro dafür aus.

Manche kritisieren die Neuausrichtung des Jobmarkts. "Wenn das Gesetz so kommt, lassen sich die Arbeitsgelegenheiten kaum noch sinnvoll fortsetzen", sagte Markus Keller, Experte für Ein-Euro-Jobs im Deutschen Landkreistag, der "FTD". Die bislang gezahlte hohe Pauschale sei berechtigt, da schwierige Personengruppen beschäftigt würden. "Mit den vorgesehenen Beschränkungen ist das nicht mehr leistbar."

ssu/dpa-AFX



insgesamt 91 Beiträge
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blaudistel 18.04.2011
1. Das hat mit
"schwierigen Bevölkerungsgruppen" - wie in dem Artikel erwähnt - nichts zu tun. Das ist ganz einfach eine Frage der nicht vorhandenen Jobs. Und deshalb wurden die Arbeitslosen in alle möglichen Jobs vermittelt. Wo keine regulären Jobs da sind nimmt man eben alles andere in Kauf. Es ist schon eine Dreistigkeit sondergleichen diese Menschen als "schwierige Bevölkerungsgruppe" abzutun. Zum Arbeiten waren sie gut genug - ansonsten sind sie schwierig ... Wie pervers ist denn das. Die sozialen Träger haben sich mit der Arbeit dieser Leute über Wasser gehalten und einen fetten Zuschuss gab es auch noch. So brauchte man doch keine regulären Beschäftigungsverhältnisse zu schaffen!
QuixX, 18.04.2011
2. Echt?
Zitat von sysopUrsula von der Leyen startet eine Offensive gegen Billiglöhner: Laut einem Zeitungsbericht will sie die staatlichen Zuschüsse für Ein-Euro-Jobber zusammenstreichen - und solche Arbeiter für Unternehmen unanttraktiver machen. http://www.spiegel.de/wirtschaft/soziales/0,1518,757662,00.html
Hat der Steuerzahler*den *Euro auch noch gezahlt?
robr 18.04.2011
3. Naja...
Zitat von sysopUrsula von der Leyen startet eine Offensive gegen Billiglöhner: Laut einem Zeitungsbericht will sie die staatlichen Zuschüsse für Ein-Euro-Jobber zusammenstreichen - und solche Arbeiter für Unternehmen unanttraktiver machen. http://www.spiegel.de/wirtschaft/soziales/0,1518,757662,00.html
Der "Ein-Eurojob" war damals eigentlich eine gute Idee, sie sollte aber immer nur als Einstieg und nie in Konkurrenz zum rgeulären Beschäftigten stehen. Was mal interessant wäre: wieviele "ein-Eurojobber" kammen denn über diesen Weg in den Regulären Arbeitsmarkt? Wenn es viele gelingt, auf diesen Weg die Spirale nach unten zu unterbrechen, dann sollte man die Sache beibehalten. Ansonsten hat Frau von der Leyen ausnahmsweise mal Recht...
beliyana 18.04.2011
4. Na das
Zitat:Manche kritisieren die Neuausrichtung des Jobmarkts. "Wenn das Gesetz so kommt, lassen sich die Arbeitsgelegenheiten kaum noch sinnvoll fortsetzen", sagte Markus Keller, Experte für Ein-Euro-Jobs im Deutschen Landkreistag, der "FTD". Die bislang gezahlte hohe Pauschale sei berechtigt, da schwierige Personengruppen beschäftigt würden. "Mit den vorgesehenen Beschränkungen ist das nicht mehr leistbar."Zitat Ende ist doch super,das heißt doch nichts anderes,als das dann endlich wieder Arbeitskräfte eingestellt werden die einen Lohn bekommen,oder sehe ich das falsch? Da werden sich die Hausmeister,Landschaftspfleger usw.freuen,das Sie endlich wieder in Ihrem Job arbeiten dürfen ohne sich ausbeuten zu lassen.
Shivon 18.04.2011
5. blablabla
Die meisten 1 Euro Jobs sind doch dafür da, um die Statistiken zu schonen. Das wird noch ein Spass wenn die auch noch Geld für die Maßnahmen streichen werden und sich die Arbeitslosen insbesondere bei jungen Menschen und älteren Menschen sich wieder erhöhen.
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