Kryptowährung Europapolitiker Brok warnt vor Bitcoin-Blase

Steigende Kurse haben einen Run auf den Bitcoin ausgelöst. Der CDU-Politiker Elmar Brok warnt jetzt in drastischen Worten vor der Kryptowährung. Am Ende werde der Staat beschimpft dafür, "dass die Leute ihre Häuschen verlieren".

CDU-Europaabgeordneter Elmar Brok
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CDU-Europaabgeordneter Elmar Brok

Von , Brüssel


Der Wert des Bitcoins explodiert, allein in diesem Jahr ist der Kurs der Kryptowährung von 1000 auf zeitweise fast 20.000 Dollar gestiegen. Doch Spekulationen auf weitere Kursgewinne gelten als hochriskant, Experten warnen vor der Gefahr einer demnächst platzenden Blase.

Der CDU-Europaabgeordnete Elmar Brok warnt Verbraucher jetzt vor Investitionen in die virtuelle Währung. "Es gibt viele Leute mit kleinen Vermögen, die auf schnelles Geld hoffen", sagt der Vertraute von Kanzlerin Angela Merkel dem SPIEGEL. Sollte die Blase platzen, könnten viele Verbraucher ihr Geld verlieren. "Und dann wird die Politik dafür beschimpft, dass sie das nicht verboten und verhindert hat, dass die Leute ihre Häuschen verlieren", sagt Brok. Es könne aber nicht angehen, "dass die Gierigen sich vom Staat entschädigen lassen".

Brok fordert die Einführung "klarer Auflagen und Transparenzregeln" für den Bitcoin, so wie es sie auch für andere Währungen gebe. Zudem müsse der Staat die Menschen deutlich vor den Risiken warnen - "verbunden mit der Klarstellung, dass er nicht für Verluste einstehen wird", betont Brok. "Auch Lieschen Müller muss wissen: Wenn es schiefgeht, kriegt sie nichts."

"Da hatten die Leute wenigstens noch ihre Tulpen"

Die Linken-Bundestagsabgeordneten Sahra Wagenknecht und Fabio de Masi befürchten, dass Kleinsparer in einer Krise ohnehin leer ausgehen würden. Der aktuelle Bitcoin-Kurs - auch wenn er zuletzt wieder gefallen ist - sei eine Blase."Und wie jede Finanzblase wird sie irgendwann platzen", schreiben Wagenknecht und de Masi in einer gemeinsamen Stellungnahme. "Dadurch wird nicht nur Vermögen vernichtet, sondern erneut dürfte ein rapider Wertverfall bei Aktien, Anleihen oder auch Immobilien die Banken im Euroraum gefährden."

Die Politik werde "entweder dem Zusammenbruch des Zahlungsverkehrs oder der Enteignung von Millionen Kleinsparern tatenlos zusehen müssen" - oder, was wahrscheinlicher sei, "erneut Steuergeld in die Rettung privater Institute und ihrer Anleger pumpen."

Bei der Bundesbank scheint man dem Bitcoin-Risiko jedoch gelassen gegenüberzustehen. Bundesbank-Chef Jens Weidmann sieht laut einem Bericht der "Frankfurter Allgemeinen Zeitung" im Bitcoin kein systemisches Risiko und auch kaum eine Möglichkeit, regulatorisch einzugreifen. "Dass Anleger Geld verlieren können, ist noch kein Grund, einzuschreiten", sagte Weidmann laut "FAZ". Investoren könnten auch Geld verlieren, wenn sie etwa in Kunstwerke investierten, ohne dass deshalb die Finanzaufsicht aktiv werde.

"Hinter dem Bitcoin steckt aber nicht ein Stück realer Wert", wendet Brok ein. Das unterscheide die Währung etwa von niederländischen Tulpenzwiebeln, die im 17. Jahrhundert die erste gut dokumentierte Spekulationsblase der Geschichte auslösten. "Als die Blase platzte", sagt Brok, "hatten die Leute wenigstens noch ihre Tulpen."



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