Nach Bitcoin-Einführung in El Salvador Kryptowährungen stürzen ein

Der Bitcoin ist im Krisenstaat El Salvador weltweit erstmals zum gesetzlichen Zahlungsmittel geworden. Dem Kurs der Digitalwährung hat das vorerst nicht geholfen.
Bitcoin als Zahlungsmittel in einem Laden in El Zonte, El Salvador

Bitcoin als Zahlungsmittel in einem Laden in El Zonte, El Salvador

Foto: JOSE CABEZAS / REUTERS

Ausgerechnet am Tag, an dem der Bitcoin erstmals in einem Land zum gesetzlichen Zahlungsmittel geworden ist, ist der Kurs der Digitalwährung erheblich eingebrochen: Im Tief fiel der Kurs der ältesten und marktgrößten Kryptowährung am Nachmittag bis auf 44.444 Dollar. Dies war der niedrigste Kurs seit Anfang August und gut 14 Prozent weniger als am Vortag. Seit Mitte Juli hatte der Bitcoin noch deutlich zugelegt. Zuvor war er noch bis auf rund 30.000 Dollar gefallen.

Der Kurs der zweitwichtigsten Kryptowährung Ether gab an diesem Dienstag noch deutlicher nach: Er fiel um knapp 20 Prozent auf 3194 Dollar. Der merkliche Rückgang kommt an einem für den Bitcoin historischen Tag. Die Digitalwährung Bitcoin ist in El Salvador zum gesetzlichen Zahlungsmittel geworden. Mit Inkrafttreten eines entsprechenden Gesetzes ging der mittelamerikanische Staat als erstes Land der Welt diesen Schritt. Das Gesetz sieht vor, dass jeder Händler Bitcoin als Zahlungsmittel annehmen muss, der technisch dazu in der Lage ist.

Ratingagentur Moody's stuft Kreditwürdigkeit El Salvadors herab

»Das Debüt in El Salvador haben sich Anleger durchaus anders vorgestellt«, sagte Analyst Timo Emden von Enden Research. Technische Schwierigkeiten könnten Anleger verunsichert haben. Berichten zufolge habe es Probleme mit dem Download des Wallets »Chivo« in El Salvador gegeben, so Emden. Zudem würden die Anleger befürchten, dass durch die Entwicklungen in El Salvador Aufsichtsbehörden weltweit auf Kryptowährungen aufmerksamer werden könnten. Die Behörden könnten weltweit dazu übergehen den Bitcoin stärker zu regulieren.

Nach der Verabschiedung des Bitcoin-Gesetzes stufte die Ratingagentur Moody's die Kreditwürdigkeit El Salvadors herab.

Die Talfahrt von Bitcoin & Co löste auch einen Ausverkauf bei anderen Aktien von Unternehmen aus, die sich mit der Internet-Währungen zugrundeliegenden Blockchain-Technologie befassen. So fielen etwa Papiere von Coinbase, Riot oder Marathon an der Wall Street um bis zu zehn Prozent. Die Titel der deutschen Bitcoin Group, die eine Kryptowährungsbörse betreibt, büßten gut fünf Prozent ein. Die Titel der Softwarefirma MicroStrategy, die Milliarden in Bitcoin investiert hat, gaben 8,4 Prozent nach.

Bitcoin ist die bekannteste Digitalwährung. Sie wird nicht von einer Zentralbank kontrolliert, sondern durch ein dezentrales, energieintensives Computerverfahren geschaffen. Die Kryptowährung gilt als Spekulationsobjekt und ist heftigen Kursschwankungen unterworfen.

hej/dpa-AFX
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