BIZ-Jahresbericht Super-Notenbank warnt vor neuer Finanzkrise

Es ist eine deutliche Warnung, und sie kommt von Experten, deren Urteil Gewicht hat: Die Bank für Internationalen Zahlungsausgleich sieht die Gefahr einer neuen Finanzkrise. "Was wir erlebt haben, könnte sich wiederholen", schreibt das Institut, das schon die vergangene Krise früh vorausgesehen hat.

Frankfurter Banken-Skyline: "Was wir erlebt haben, könnte sich wiederholen."
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Frankfurter Banken-Skyline: "Was wir erlebt haben, könnte sich wiederholen."


Basel - Die Konjunktur zieht wieder an, Deutschlands Unternehmen blicken schon wieder optimistisch in die Zukunft. Doch nach Ansicht der Bank für Internationalen Zahlungsausgleich (BIZ) ist der Jubel nicht nur verfrüht: Sie warnt ausdrücklich vor der Gefahr einer neue Finanz- und Wirtschaftskrise.

Die Turbulenzen an den Finanzmärkten in der ersten Jahreshälfte hätten die geringe Stabilität des Finanzsystems in der industrialisierten Welt deutlich gemacht, schreibt das Institut in seinem am Montag veröffentlichten Jahresbericht. "Was wir Ende 2008 und Anfang 2009 erlebt haben, könnte sich durch einen Schock beliebiger Größenordnung wiederholen."

Die BIZ gilt als "Notenbank der Notenbanken". Ihre Experten sammeln und analysieren Daten von den internationalen Finanzmärkten, die ihnen von den angeschlossenen Zentralbanken übermittelt werden. Daraus destillieren sie ein Bild der Weltwirtschaft und der Lage an den Märkten. Die BIZ hat ein gutes Frühwarnsystem für internationale Krisen. Bereits Jahre vor Ausbruch der Finanzkrise Mitte 2007 hatte sie vor einer Überhitzung am US-Immobilienmarkt gewarnt.

Umso besorgniserregender ist ihre Analyse der internationalen Finanzmärkte - zumal sich laut dieser nicht nur die Krise jederzeit wiederholen könnte: Im Falle eines neuen Crashs wären die Staaten weitgehend machtlos. "Sollte es zu einer weiteren Krise kommen, wären Mittel und Möglichkeiten für erneute Eingriffe begrenzt", sagte BIZ-Generaldirektor Jaime Caruana in seiner Rede vor der Jahreshauptversammlung. Gefordert seien deshalb eine rasche Sanierung der Staatshaushalte und eine geldpolitische Kehrtwende der Notenbanken.

"Immenser Vertrauensverlust"

Der Kreditversicherer Euler Hermes warnt genau davor - er hält das Risiko, durch zu starkes Sparen den Aufschwung abzuwürgen, für sehr hoch. "Die von einigen Staaten angekündigten Konsolidierungspläne drohen den Rhythmus des europäischen Aufschwungs vor allem 2011 spürbar zu bremsen", erklärte Karine Berger, Chefvolkswirtin von Euler Hermes. In der Euro-Zone würden die Investitionen 2010 weiter um drei Prozent schrumpfen, um sich 2011 leicht um 1,2 Prozent zu erholen.

Die BIZ drückt dennoch aufs Tempo: "Wir können mit der Normalisierung der Wirtschaftspolitik nicht warten, bis wieder ein kräftiges Wirtschaftswachstum eingesetzt hat", sagte Caruana.

Welche Risiken für die Stabilität der Finanzmärkte und für die Wirtschaft durch ausufernde Schuldenberge drohten, hätten die Probleme in der Euro-Zone und namentlich in Griechenland gezeigt, schreiben die Baseler Experten. "Die griechische Staatsschuldenkrise gefährdet ohne Zweifel die beginnende Erholung der europäischen Konjunktur von der tiefen Rezession, in die die letzte Krise geführt hat." Der Vertrauensverlust sei immens, die Staatsverschuldung habe in vielen Industrieländern "ein nicht mehr tragbares Niveau" erreicht.

Deshalb müssten die Regierungen nun sparen und mit Strukturreformen die Wirtschaft wetterfest machen - auch um den Preis kurzfristiger Wachstumsverluste. "Die Alternative - ein plötzlicher Vertrauensverlust an den Märkten - wäre weit schlimmer."

Die Staats- und Regierungschefs der 20 wichtigsten Industrie- und Schwellenländer hatten sich am Wochenende in Toronto auf einen Zeitplan für den Abbau der Schuldenberge geeinigt, die Reform des Weltfinanzsystems jedoch bis zum nächsten Gipfeltreffen im Herbst in Seoul vertagt.

Die BIZ warnt davor, es bei Reparaturarbeiten an der Finanzarchitektur zu belassen und eine Renovierung des beinahe zusammengebrochenen Systems auf die lange Bank zu schieben. Nach rund drei Jahren Krise seien die kurzfristig wirksamen Gegenmittel von Regierungen und Notenbanken erschöpft. Die Ursachen des Übels müssten endlich an den Wurzeln gepackt werden: "Der Abschluss der Reformen des Finanzsystems ist noch dringlicher geworden."

ssu/dpa/Reuters

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Seite 1
zynik 21.06.2010
1.
"Wo tritt die Übermacht der Bankenlobby besonders zutage? Giegold: Erst jüngst wieder bei der Richtlinie AIFM, mit der die Investment- und Hedgefonds reguliert werden sollen. Da gab es eine unglaubliche Lobby-Schlacht. Alle Abgeordneten wurden massiv bedrängt, es gab insgesamt 1600 Änderungsanträge zum Vorschlag der EU-Kommission. Von denen hatte die Finanzindustrie rund 900 selbst verfasst. Ein entgegenstehendes progressives Lobbying gab es zu diesen Themen nicht." http://sueddeutsche.de/geld/interview-mit-sven-giegold-eine-unglaubliche-lobby-schlacht-1.962829 Und da glaubt noch jemand vom G-20-Gipfel wäre irgendetwas zu erwarten, ausser wortreiches Marionettentheater?
tschort 21.06.2010
2. Die Politiker können es nicht besser als die Bankmanager
Während der Wirtschaftkrise sind auch staatliche Banken Pleite gegangen, zum Beispiel die Kreditanstalt für Wiederaufbau. Wenn die Politier der Meinung sind, dass sie die Banken besser als die Bankmanager regulieren können, wieso waren sie nicht in der Lage, ihre eigenen Banken effizient to überwachen?
rolli 21.06.2010
3.
Zitat von zynik"Wo tritt die Übermacht der Bankenlobby besonders zutage? Giegold: Erst jüngst wieder bei der Richtlinie AIFM, mit der die Investment- und Hedgefonds reguliert werden sollen. Da gab es eine unglaubliche Lobby-Schlacht. Alle Abgeordneten wurden massiv bedrängt, es gab insgesamt 1600 Änderungsanträge zum Vorschlag der EU-Kommission. Von denen hatte die Finanzindustrie rund 900 selbst verfasst. Ein entgegenstehendes progressives Lobbying gab es zu diesen Themen nicht." http://sueddeutsche.de/geld/interview-mit-sven-giegold-eine-unglaubliche-lobby-schlacht-1.962829 Und da glaubt noch jemand vom G-20-Gipfel wäre irgendetwas zu erwarten, ausser wortreiches Marionettentheater?
Merkel ist ja bereits bei der G7 abgewatscht worden was die Bankenabgabe angeht. Es wurde dort beschlossen, dass die Bankenabgabe erforscht werden soll. Merkel rechnet aber in ihrem Sparpaket bereits mit einigen Milliarden aus diesem Programm. Ich denke, dass das Ringen der Politik um das Primat zunichtegemacht wird, und dass der rasante Abstieg der Staaten in die Schuldenfalle erfolgen wird. Am Ende muss zwangsläufig eine Währungsreform und ein kommunistisches Regierungsprinzip herrschen. Kommunimsus für das Volk und Turbokapitalismus für die Wirtschaft. Der neoliberalismus ist genau darauf ausgelegt. rolli
Reiner Weint 21.06.2010
4. Eingeschränkte Zustimmung
Die vorgeschlagenen Maßnahmen sind für mich größtenteils sinnvoll. Die Trennung von Investment- und Retailbanken: gut! Mehr Eigenkaptial für Banken als Risikopuffer - volle Zustimmung. TÜV für Finanzprodukte? Auf jeden Fall! Viele dieser Konstruktionen für einfache Endkunden sind schon in quasi betrügerischer Absicht konstruiert worden. Hedge Fonds regulieren? Wie will ein Staat etwas regulieren, von dem er nichts versteht? Hedge Fonds sollten ordentliche Bilanzen vorlegen, wie jede Bank und jedes andere Unternehmen. Diese Unterlagen sollten zumindest für die Investoren in einen HF verpflichtend einsehbar sein. Was heisst bewachen (in der Kopfzeile)? Wie soll das denn gehen? Staatliche Einmischung in die Geschäfte eines HF? Ich kann nicht mehr folgen. HF sind ja sowieso größtenteils in Steueroasen außerhalb der G20 Länder beheimatet. Rating Agenturen: Uneingeschränkte Zustimmung. Für den großen Einfluß der Agenturen sind sie bisher lausig reguliert und kontrolliert. Und es gibt keine wirkliche Konkurrenz unter ihnen. Was ich im Ton nicht verstehe: "Und die Investmentbanken sind bereits dabei, ein neues Spielcasino zu eröffnen, den Handel mit Rohstoffen". Organisierten Handel mit Rohstoffen gibt es seit Eröffnung der ersten Warenbörse 1409 in Brügge. Was ändert sich da jetzt? Was hat der Handel mit Rohstoffen mit einem Spielcasino zu tun? Dieser billige Tonfall konterkariert die sachlichen Argumente.
paoloDeG 21.06.2010
5. Das Gute und das Böse !
In Wahrheit wer die Krisen verursacht ist das Böse = die Netze organisierten Verbrechens und die Korruption! Der Teil von der Bevölkerung, der Freiheit Gleichheit und Würde respektiert, ist immer demselben Ritual unterworfen : die Krisen ausbaden! Dagegen und hingegen die Netze organisierten Verbrechens, einschließlich die Netze finanziellen Verbrechens, und Korruption immer mehr an Macht gewinnen und sie immer mehr Reichtum anhäufen! Es ist unbedingt notwendig, gegen diese ungerechten und barbarischen Praxen in Deustchland und in allen Ländern der Europäischen Union zu handeln! Man muß einen Präsidenten der Europäischen Union wählen, um dies zu ändern und um eine europäische FreiheitsArmee zu bilden, um die Tausende Milliarden Euro wiederzubekommen, die den Völkern gestohlen, betrogen und erspresst worden sind! Beim G-20-Gipfel dies vorbringen, damit alle anderen Staaten dasselbe tun! Europa braucht mich als President !
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