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28. Juni 2019, 07:51 Uhr

Kritik an Konzernumbau

BMW-Chef muss offenbar um seinen Posten bangen

Der Vertrag von BMW-Chef Harald Krüger könnte laut "Handelsblatt" nicht mehr verlängert werden. Das Unternehmen schweigt zu dem Bericht.

Bei BMW ist offenbar ein Machtpoker um den Chefposten entflammt. Laut "Handelsblatt" will der Aufsichtsrat des Autokonzerns bei einem Treffen am 18. und 19. Juli über die Zukunft von Konzernchef Harald Krüger entscheiden. Eine Verlängerung des Vertrags gelte nicht mehr als die wahrscheinlichste Variante, berichtet die Zeitung unter Berufung auf Insider. Es herrsche "hoher Druck im Kessel".

Wer die Quellen für diese Aussage sind, machte das "Handelsblatt" nicht deutlich. So bleibt ungewiss, ob hier nur von interessierter Seite Zweifel gesät werden sollen - oder ob die Kritik an Krüger wirklich so stark zugenommen hat, dass er um seinen Posten bangen muss. Laut "Handelsblatt" gibt es im Unternehmen Kritik am Konzernumbau. BMW selbst lehnte eine Stellungnahme zu Krügers Zukunft ab.

Krüger hat die knifflige Aufgabe, BMW fit für Zukunftsfelder wie Carsharing und die Elektromobilität zu machen - ohne die Verkäufe von Autos mit Verbrennungsmotoren zu schnell und zu stark zu kannibalisieren. Krüger will in den nächsten vier Jahren zwölf Milliarden Euro einsparen. So sollen die hohen Kosten für neue Modelle, Technik und Elektroautos gedeckt werden.

Die Elektroautos des Konzerns sollen nach Krügers Willen bis zum Jahr 2025 so profitabel werden wie die Fahrzeuge mit klassischen Verbrennungsmotoren. BMW hat sich das Ziel gesetzt, von 2023 bis 2025 insgesamt 25 neue Elektro- oder Hybridmodelle auf den Markt zu bringen.

Krügers Vertrag läuft laut "Handelsblatt" noch bis zum Mai 2020. Sollte der im Konzern beliebte Manager gehen müssen, dürfte ein Kollege aus dem Vorstand nachrücken. Zwei Kandidaten stehen dem Bericht zufolge bereit: Entwicklungschef Klaus Fröhlich und Produktionschef Oliver Zipse.

Die Entscheidung über die Besetzung des Vorstandschefs fällt im Präsidium des Aufsichtsrats: Dort sitzt unter anderem Stefan Quandt, der gemeinsam mit Schwester Susanne Klatten rund 48 Prozent der BMW-Anteile kontrolliert. Einigen Einfluss hat auch der oberste Arbeitnehmervertreter Manfred Schoch, der schon seit drei Jahrzehnten in dem Gremium sitzt.

ssu/dpa-AFX/Reuters

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