Kritik an Konzernumbau BMW-Chef muss offenbar um seinen Posten bangen

Der Vertrag von BMW-Chef Harald Krüger könnte laut "Handelsblatt" nicht mehr verlängert werden. Das Unternehmen schweigt zu dem Bericht.

BMW-Chef Harald Krüger
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BMW-Chef Harald Krüger


Bei BMW ist offenbar ein Machtpoker um den Chefposten entflammt. Laut "Handelsblatt" will der Aufsichtsrat des Autokonzerns bei einem Treffen am 18. und 19. Juli über die Zukunft von Konzernchef Harald Krüger entscheiden. Eine Verlängerung des Vertrags gelte nicht mehr als die wahrscheinlichste Variante, berichtet die Zeitung unter Berufung auf Insider. Es herrsche "hoher Druck im Kessel".

Wer die Quellen für diese Aussage sind, machte das "Handelsblatt" nicht deutlich. So bleibt ungewiss, ob hier nur von interessierter Seite Zweifel gesät werden sollen - oder ob die Kritik an Krüger wirklich so stark zugenommen hat, dass er um seinen Posten bangen muss. Laut "Handelsblatt" gibt es im Unternehmen Kritik am Konzernumbau. BMW selbst lehnte eine Stellungnahme zu Krügers Zukunft ab.

Krüger hat die knifflige Aufgabe, BMW fit für Zukunftsfelder wie Carsharing und die Elektromobilität zu machen - ohne die Verkäufe von Autos mit Verbrennungsmotoren zu schnell und zu stark zu kannibalisieren. Krüger will in den nächsten vier Jahren zwölf Milliarden Euro einsparen. So sollen die hohen Kosten für neue Modelle, Technik und Elektroautos gedeckt werden.

Die Elektroautos des Konzerns sollen nach Krügers Willen bis zum Jahr 2025 so profitabel werden wie die Fahrzeuge mit klassischen Verbrennungsmotoren. BMW hat sich das Ziel gesetzt, von 2023 bis 2025 insgesamt 25 neue Elektro- oder Hybridmodelle auf den Markt zu bringen.

Krügers Vertrag läuft laut "Handelsblatt" noch bis zum Mai 2020. Sollte der im Konzern beliebte Manager gehen müssen, dürfte ein Kollege aus dem Vorstand nachrücken. Zwei Kandidaten stehen dem Bericht zufolge bereit: Entwicklungschef Klaus Fröhlich und Produktionschef Oliver Zipse.

Die Entscheidung über die Besetzung des Vorstandschefs fällt im Präsidium des Aufsichtsrats: Dort sitzt unter anderem Stefan Quandt, der gemeinsam mit Schwester Susanne Klatten rund 48 Prozent der BMW-Anteile kontrolliert. Einigen Einfluss hat auch der oberste Arbeitnehmervertreter Manfred Schoch, der schon seit drei Jahrzehnten in dem Gremium sitzt.

ssu/dpa-AFX/Reuters

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insgesamt 13 Beiträge
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Seite 1
kenterziege 28.06.2019
1. Ich denke, die von BMW begonnene Übergangsstrategie ....
....in Form von Plug-in-Hybrids geht in Ordnung. VW geht mit der ID-Reihe elektrisch in die Vollen. Das scheint mir Vabanque zu sein. BMW ist ja mit dem i3 schon vor Jahren nach vorn geprescht. Ich denke, daß konnte man aus Image-Gründen tun. Aber wirtschaftlich war das ein Schuss in den Ofen. Dieses E-Geschäft wird die Aktionäre und die Kunden Geld kosten. Ich denke es gibt einen Streit um die beste Strategie. Dabei sind China und die USA gleich wichtig. China wird elektrisch und die USA kümmern sich nicht um's Klima. Schwierige Entscheidungen, die zu Kooperationen zwingen, um auf allen Feldern spielen zu können.
hman2 28.06.2019
2.
Zitat von kenterziege....in Form von Plug-in-Hybrids geht in Ordnung. VW geht mit der ID-Reihe elektrisch in die Vollen. Das scheint mir Vabanque zu sein. BMW ist ja mit dem i3 schon vor Jahren nach vorn geprescht. Ich denke, daß konnte man aus Image-Gründen tun. Aber wirtschaftlich war das ein Schuss in den Ofen. Dieses E-Geschäft wird die Aktionäre und die Kunden Geld kosten. Ich denke es gibt einen Streit um die beste Strategie. Dabei sind China und die USA gleich wichtig. China wird elektrisch und die USA kümmern sich nicht um's Klima. Schwierige Entscheidungen, die zu Kooperationen zwingen, um auf allen Feldern spielen zu können.
Zweiundzwanzig Jahre nach dem Toyota Prius ist das doch ETWAS spät, finden Sie nicht?
rennflosse 28.06.2019
3. Kurz
Zitat von hman2Zweiundzwanzig Jahre nach dem Toyota Prius ist das doch ETWAS spät, finden Sie nicht?
Das ist etwas kurz gegriffen. Der Toyota Prius als einer der ersten Vertreter seiner Art war bei seiner Einführung durchaus kein sparsames Auto. Im Stadtverkehr durchaus vernünftig aber im Autobahnbetrieb ein Säufer, weil dort nur vom Benzinmotor abhängig. Die Dieseltechnologie ist unter allen Bedingungen sparsam, deshalb haben die deutschen Automobilhersteller darauf gesetzt; nicht zuletzt wegen der Klimaschutzziele. Erst der Abgasbetrug in USA und die dadurch losgetretene Welle haben den Diesel so diskreditiert, dass der Hybrid als Alternative wieder interessant wird. Daran hat Toyota mitgewirkt. Als Sponsor des DUH zum Beispiel. Da die Abkehr vom Diesel politisch erzwungen wurde, kommt die Hinwendung zur zweitbesten Technologie natürlich etwas später.
mattoregiert 28.06.2019
4. Wohltuend
wie sich die Automobilbranche zuerst als Betrüger vorführen lassen muß und nun international Inovationen anderer hinterherläuft. Wenn BMW , Audi und VW heute E Fahrzeuge präsentieren , die 300 km/h zu fahren in der Lage sind ., dann haben alle nichts gelernt ! Die Politik sollte wenigsten durch ein Tempolimit von 130/h auf Autobahnen ein kleines Signal setzen , daß es so nicht weitergeht.
Draw2001 28.06.2019
5. Dem Erfolg läuft man entgegen und nicht hinterher...
Aha, im Jahr 2025. Es funktioniert anders: Erst wenn die Automobilindustrie eine Kooperation mit den Brennstoffherstellern geschafft hat, wird ein gewinnbringendes Fahrzeug produziert. Wasserstoff kostet heute deswegen heute noch doppelsoviel, weil die Brennstoffhersteller noch ihr altes Benzin verkaufen wollen. Die E-Mobilität mit Akku wird das Tankstellennetz schädigen. Hier müssen dort, bevor diese Delle entsteht, Wasserstoff-Tanksäulen aufgestellt werden. Dann startet das Wasserstoffauto vehementer. Die E-Motoren sind ohnehin schon entwickelt. Ohne Versorgungsnetz wird es schwierig. Und Eile ist angesagt, denn ein E-Auto lässt sich bereits überall aufladen. Die brauchen keine Tankstelle mehr. Wenn jetzt nicht reagiert wird, dann wird aus den Tankstellen die nächsten SEVEN ELEVEN -Läden.
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