Boomende Wirtschaft Merkel fordert höhere Löhne

Mit der Wirtschaft geht es aufwärts - das soll sich nach dem Willen von Angela Merkel auch für Arbeiter und Angestellte auszahlen. Die Kanzlerin unterstützt laut ihrem Sprecher Lohnerhöhungen. Dafür sei durch den Aufschwung genügend Spielraum.
Regierungschefin Merkel, Sprecher Seibert: Lohnerhöhungen unterstützt

Regierungschefin Merkel, Sprecher Seibert: Lohnerhöhungen unterstützt

Foto: REUTERS

Berlin - Kanzlerin Angela Merkel hat sich für Lohnerhöhungen in Deutschland ausgesprochen. Damit schließt sie sich der Forderung von Wirtschaftsminister Rainer Brüderle an. "Das ist natürlich etwas, was Buchstabe für Buchstabe die Bundeskanzlerin ganz genauso sieht", sagte Merkels Sprecher Steffen Seibert am Freitag in Berlin.

Dass es im Aufschwung Spielraum für Lohnerhöhungen gebe, zeigten ja Tarifabschlüsse wie in der Stahlbranche. Seibert betonte aber, dass sich weder Merkel noch Brüderle in die Arbeit der Tarifpartner Arbeitgeber und Gewerkschaften einmischen wollten.

In der nordrhein-westfälischen Stahlindustrie hatten sich Arbeitgeber und IG Metall auf 3,6 Prozent mehr Lohn und Gehalt für die Beschäftigten verständigt. Für Aufsehen sorgte die Zusatzvereinbarung, dass künftig nach dem Grundsatz "gleiche Arbeit - gleiches Geld" Leiharbeiter genauso gut bezahlt werden wie die Stammbelegschaft.

Gewerkschaften, Arbeitgeber und Opposition hatten Brüderle vorgeworfen, er mache es sich mit populären Forderungen nach kräftigen Lohnerhöhungen zu einfach. "Wenn die Wirtschaft boomt, sind auch kräftige Lohnerhöhungen möglich", sagte der FDP-Minister. Andere Branchen könnten sich am Stahlabschluss orientieren. Arbeitgeberpräsident Dieter Hundt erwiderte: "Das Tarifergebnis für die Stahlindustrie kann auf keinen Fall Maßstab für andere Bereiche sein. Darin sind wir uns mit den Gewerkschaften einig."

ulz/dpa-AFX
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