Gegen Bolsonaros Rentenreform Generalstreik legt Verkehr in Brasilien teilweise lahm

In São Paulo musste eine ganze Metrolinie stehenbleiben: Zehntausende Arbeiter gingen in Brasilien auf die Straße, um gegen die Rentenreform zu protestieren. Die Polizei reagierte mit Tränengas.

Curitiba in Brasilien: Zahlreiche Menschen nehmen an einem Protest gegen die Regierung von Präsident Bolsonaro bei einem Generalstreik teil.
Henry Milleo/DPA

Curitiba in Brasilien: Zahlreiche Menschen nehmen an einem Protest gegen die Regierung von Präsident Bolsonaro bei einem Generalstreik teil.


Mit einem Generalstreik haben Zehntausende Arbeiter in Brasilien gegen eine geplante Rentenreform protestiert. In Rio de Janeiro und São Paulo feuerte die Polizei Tränengas auf Demonstranten, die Straßen blockierten und Barrikaden in Brand setzten, wie das Nachrichtenportal G1 berichtete.

In zahlreichen Städten des größten lateinamerikanischen Landes fielen Busse und Züge aus, Schulen und Universitäten blieben geschlossen. Auch viele Bankmitarbeiter legten die Arbeit nieder. Nur Stunden vor dem Eröffnungsspiel der Copa América in Brasiliens größter Stadt São Paulo lag eine Metrolinie komplett lahm.

Die Rentenreform ist eines der wichtigsten Projekte des rechtspopulistischen Präsidenten Jair Bolsonaro. Unter anderem soll das Renteneintrittsalter auf 65 Jahre für Männer und 62 Jahre für Frauen erhöht werden.

Bislang gehen viele brasilianische Arbeitnehmer bereits mit 55 Jahren in Rente, bei 70 Prozent oder mehr ihrer letzten Bezüge. Angesichts der alternden Gesellschaft lässt sich das Rentensystem immer schwerer finanzieren. Laut einem Bericht der Zeitung "O Globo" betrug die Deckungslücke im Rentenwesen im vergangenen Jahr 194 Milliarden Reais (44,3 Mrd Euro).

Bolsonaro stößt mit seiner Reform auch auf parlamentarischen Widerstand. Im Unterhaus des Kongresses hat seine Sozialliberale Partei nur zehn Prozent der Sitze.

tin/dpa/AFP

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