Tödliche Schlammlawine in Brasilien Interne Dokumente belasten TÜV Süd

Der Damm in Brasilien, der eine tödliche Schlammlawine auslöste, bereitete dem TÜV Süd nach SPIEGEL-Informationen schon seit November 2017 Probleme. Ein Zeuge belastet die deutschen Prüfer schwer.

Rettungshelfer auf der Suche nach möglichen Opfern des Dammbruchs (Archivbild vom Januar)
DPA

Rettungshelfer auf der Suche nach möglichen Opfern des Dammbruchs (Archivbild vom Januar)

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Das Unglück von Brumadinho löste weltweit Entsetzen aus. Am Mittag des 25. Januar brach in der brasilianischen Ortschaft ein Teil eines rund 89 Meter hohen Damms in sich zusammen. Die daraus folgende Schlammlawine rollte über benachbarte Siedlungen hinweg und begrub mehr als 300 Menschen unter sich. Bislang wurden 186 Leichen geborgen. Mehr als hundert weitere Menschen, die noch vermisst werden, sind höchstwahrscheinlich ebenfalls tot.

Die verheerende Lawine war womöglich vermeidbar. Nach Unterlagen der Staatsanwaltschaft von Brumadinho, die dem SPIEGEL vorliegen, wussten die Verantwortlichen schon seit rund 15 Monaten über Sicherheitsprobleme bei dem Hügel aus Geröll, Minenresten und Schlamm Bescheid. "Unsere Beweise zeigen: Dies war kein Unfall", sagt William Garcia Pinto Coelho, der zuständige Staatsanwalt.

Für den deutschen TÜV Süd könnte das zu einem gewaltigen Problem werden. Denn das Prüfunternehmen, der sich gern als Inbild deutscher Gründlichkeit geriert, war dafür verantwortlich, das Risiko einer Schlammlawine zu minimieren. Aus Sicht von Staatsanwalt Coelho wurde der TÜV Süd dieser Verantwortung nicht gerecht.

Aus dem Protokoll einer Zeugenaussage geht hervor, dass die deutschen Prüfer an vielen fragwürdigen Entscheidungen in der Zeit vor dem Dammunglück beteiligt gewesen seien. Und interne Mails belegen, dass auch ein in München stationierter TÜV-Manager involviert war.

Die Dokumente von Staatsanwalt Coelho werfen Fragen auf: Warum wirkt der TÜV Süd in puncto Sicherheit so nachsichtig? Warum schritt er trotz immer neuer Probleme in Brumadinho nicht konsequenter ein? Und vor allem: Was ist mit den gut zwei Dutzend anderen Dämmen in Brasilien, bei denen der TÜV Süd ebenfalls die Gefahr einer Schlammlawine abwenden soll?

SPIEGEL ONLINE

Staatsanwalt Coelho erhebt schwere Vorwürfe. Der TÜV Süd und der Bergbaukonzern Vale, für dessen Eisenerzmine Córrego do Feijão der Katastrophendamm gebaut worden war, hätten die "Gefahr eines Dammbruchs in Kauf genommen", sagte er dem SPIEGEL. Und damit auch "den Tod Hunderter Menschen".

Die Firma Vale weist dies zurück. Es habe keine Hinweise auf die Katastrophe gegeben, schreibt das Unternehmen, das den Angehörigen der Opfer, dem Ort Brumadinho sowie den vom Unglück betroffenen Firmen inzwischen Millionen gezahlt hat.

Coelho stützt seine Vorwürfe unter anderem auf die Zeugenaussage von Makoto N. Der 62-jährige Ingenieur arbeitete ab Februar 2017 in genau jenem Team des TÜV Süd, das für Vale die Sicherheitsrisiken von 25 Dämmen abschätzte, darunter auch die Risiken des nun teils eingestürzten Damms B1 der Eisenerzmine Córrego do Feijão.

N. ist der Mann gewesen, der viele der umstrittenen Sicherheitsgutachten des TÜV Süd für Vales Damm abgezeichnet hat. Er kooperiert vermutlich mit der Staatsanwaltschaft, um sein mögliches eigenes Strafmaß zu mindern.

Laut N.s Zeugenaussage, die dem SPIEGEL vorliegt, gab es in den vergangenen 15 Monaten gleich mehrere Auffälligkeiten.


Der umstrittene Sicherheitswert


Im November 2017 nahm N. nach eigenen Angaben für den TÜV Süd an einer Fachtagung in Belo Horizonte teil. Auf dieser, erzählt er, habe es einen Vortrag von Experten der brasilianischen Firma Potamos gegeben - einem damaligen Partner des TÜV Süd, der später von Vale fallengelassen worden sei, weil er aus Sicht des Minenkonzerns zu hohe Sicherheitsauflagen gefordert habe.

Die Potamos-Experten monierten demnach, dass ein zentraler, unbedingt einzuhaltender Mindestwert unterschritten werde, der das Risiko einer Bodenverflüssigung beschreibt. Der Wert müsse eigentlich bei mindestens 1,3 liegen, sagten die Wissenschaftler. Damm B1 habe aber nur einen Wert von 1,06. Frühere Messungen seien ungenau gewesen.

Eine Bodenverflüssigung gilt in der Baubranche als Horrorszenario. Sie entsteht, vereinfacht gesagt, wenn zu viel Wasser ins Erdreich dringt und Erdpartikel so weit auseinanderdrängt, dass sie kaum noch aneinanderhaften. Fester Boden wird dadurch flüssig und gerät ins Rutschen.

Nach Angaben der brasilianischen Umweltbehörde deutet alles darauf hin, dass eine solche Bodenverflüssigung letztlich den Dammbruch von Brumadinho auslöste. Schon im Jahr 2015 hatte eine Verflüssigung den Bruch eines in der Nähe gelegenen, ebenfalls von Vale betriebenen Damms verursacht, der bisher größten Umweltkatastrophe in Brasilien überhaupt.

Auf der Expertentagung in Belo Horizonte löste die Kritik an dem niedrigen Sicherheitswert von Damm B1 einiges Unbehagen aus. Ein Wissenschaftler, der den Vortrag hörte, habe eine schnelle Verbesserung der Messungen gefordert, erzählt N. Andernfalls, so soll der Mann es sinngemäß formuliert haben, "sind alle hohen Dämme zur Bodenverflüssigung verdammt".

Nach der Expertentagung habe der TÜV Süd der Firma Vale ein Konzept zur Verbesserung der Messungen vorgelegt, erzählt Zeuge N. Doch Vale habe es abgelehnt. Stattdessen sei beim TÜV Süd auf Drängen von Vale diskutiert worden, ob man den Mindestwert von 1,3 nicht absenken könne.

In einem TÜV-Süd-Gutachten von September 2018 wird der unbedingt einzuhaltende Mindestwert von Damm B1 nur noch mit 1,05 angegeben. Der Wert des Damms liege leicht darüber, heißt es in dem Papier. Der Damm sei demnach in "stabilem Zustand".

Staatsanwalt Pinto Coelho
privat

Staatsanwalt Pinto Coelho

Warum der Wert trotz des Eklats bei der Expertenkonferenz so niedrig angesetzt wurde, ist nicht bekannt. Weder Vale noch der TÜV Süd äußerten sich dazu. Staatsanwalt Coelho indes wirft den deutschen Prüfern vor, sie hätten "sich die Zahlen zurechtgebogen, damit sie die Stabilitätserklärung ausstellen konnten".

Der TÜV Süd ging weder auf diesen noch auf andere Vorwürfe der Staatsanwaltschaft Brumadinho ein. Der Prüfdienstleister teilte lediglich mit, dass er "interne Prozesse und mögliche Ursachen für den Dammbruch" derzeit untersuche und sich dafür auch externe Experten ins Haus geholt habe. Sollte man TÜV-Süd-Mitarbeitern Fehler nachweisen, werde man "Konsequenzen ziehen".

Wie aus Unterlagen der Staatsanwaltschaft hervorgeht, dürften von den Untersuchungen nicht nur brasilianische Mitarbeiter betroffen sein.


Der deutsche Mittelsmann


Aus dem Umfeld des TÜV hieß es gegenüber dem SPIEGEL, die Prüfer in Deutschland würden über keine eigene Expertise für die Sicherheit von Erddämmen verfügen. Laut einer Zeugenaussage hingegen war ein in München stationierter TÜV-Manager namens M. in die fragwürdigen Vorgänge in Brumadinho eingeweiht.

Am 13. Mai 2018 äußerte Zeuge N. massive Zweifel an der Sicherheit des späteren Katastrophendamms. Alles deute darauf hin, dass Damm B1 eine anstehende Überprüfung im Juni "nicht bestehen" werde, schrieb N. in einer E-Mail an fünf TÜV-Süd-Kollegen. "Daher können wir streng genommen die Stabilitätserklärung nicht unterschreiben, was den sofortigen Stillstand aller Aktivitäten der Mine Córrego do Feijão zur Folge hat."

Für die Firma Vale wäre das ein Desaster gewesen. Laut "Wall Street Journal" machte die Mine im vergangenen Jahr jeden Tag umgerechnet mehr als eine Million Dollar Umsatz.

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Dammbruch: Verheerende Schlammlawine in Brasilien

Ein Kollege N.s regte an, das Problem mit dem deutschen TÜV-Manager M. zu besprechen. Der Deutsche sei gut einmal pro Monat nach Brasilien gekommen, sagt N. Er sei für sie eine Art "CEO für technische und verwaltungstechnische Entscheidungen" gewesen. Staatsanwalt Coelho glaubt ebenfalls, dass M. "die Sicherheitsprobleme bei dem Damm kannte".

Am 12. Juni beurteilte der TÜV Süd Damm B1 trotz N.s Bedenken als sicher. Warum, geht aus den Unterlagen der Staatsanwaltschaft nicht hervor. Auch ob M. und N. vor der fragwürdigen Entscheidung Kontakt hatten, ist unklar. Der TÜV Süd äußerte sich auf Anfrage nicht dazu.


Lukrative Deals


Staatsanwalt Coelho vermutet, dass die Deutschen im Umgang mit Vale auch deshalb so nachsichtig waren, weil sie künftige Geschäfte mit dem Bergbauriesen nicht gefährden wollten.

Es bestehe das Risiko, dass Vale einen noch ausstehenden Vertrag "als Erpressung benutzt", schrieb ein brasilianischer TÜV-Süd-Mitarbeiter am 14. Mai 2018 in einer Mail an Kollegen. Besagter Vertrag, den Vale wenige Wochen später unterzeichnete, enthält neue Aufträge für den TÜV Süd im Volumen von umgerechnet rund 2,4 Millionen Euro. Konkret geht es um Dienstleistungen für 18 weitere Vale-Dämme.

Hinweis für Informanten
Falls Sie weitere Hinweise auf mögliche Fehler haben, die zum Dammbruch in Brumadinho geführt haben könnten, dann wenden Sie sich bitte an die Autoren Claus Hecking und Stefan Schultz und Hubert Gude. Ihre Angaben sowie alle Angaben zu Ihrer Person fallen unter den Informantenschutz und werden vertraulich behandelt.

Beim TÜV Süd hoffte man offenbar sogar auf noch mehr Geschäfte. Am 15. Mai schrieb ein brasilianischer TÜV-Süd-Mitarbeiter, die bisherige Partnerfirma Potamos hätte in puncto Sicherheit gegenüber Vale zuletzt "Angst und Unentschlossenheit gezeigt".

Vale wolle nun nicht mehr mit Potamos zusammenarbeiten, heißt es in der Mail weiter, "und das kann für uns eine Chance sein". Das Geschäft mit der Vorbeugung von Verflüssigungen von Dämmen biete noch "Raum für großes Wachstum".


Der Bohrfehler


Beim Damm B1 liefen bald darauf noch mehr Dinge schief. Im Juni 2018 starteten sogenannte horizontale Bohrungen am Damm. Durch diese sollte Wasser ablaufen und so die Gefahr einer Verflüssigung gemindert werden.

Der TÜV Süd hatte Vale dieses international anerkannte Konzept im Dezember 2017 vorgeschlagen. Vale habe es gegenüber einem Rat von Potamos bevorzugt, Damm B1 abzustützen und so die Gefahr eines Abrutschens zu mindern, sagt N. Letztere Lösung wäre "zwei- bis dreimal teurer" gewesen als die vom TÜV Süd vorgeschlagene Maßnahme.

Bei den Bohrungen am Damm kam es zu Komplikationen. Die beauftragte Firma bohrte nach Aussage von N. mit zu hohem Wasserdruck, wodurch sich in der Erde feine Risse gebildet hätten. Die Arbeiten seien daraufhin gestoppt worden. N. betont, dass schlecht ausgeführte Bohrungen eine Bodenverflüssigung auslösen können, besonders wenn mehrere Löcher betroffen seien.

Stellungnahme von Vale

Vale indes teilte mit, dass der Bohrfehler offenbar keine großen Nachwirkungen gehabt habe. Er sei nur bei einem Bohrloch aufgetreten. Konkret sei aus diesem mehr Erde herausgekommen als nach dem Durchmesser des Lochs normal gewesen wäre. Das Loch sei daraufhin sofort versiegelt worden.

Zwei Messgeräte hätten zur selben Zeit einen ruckartigen Anstieg des Wasserpegels um rund drei Meter registriert, teilt Vale mit. Nach einigen Stunden habe sich der Wasserpegel aber wieder normalisiert.

Die Bohrungen wurden danach offenbar ausgesetzt. Ende Juni habe der TÜV Süd der Firma Vale zwar ein alternatives Verfahren zur Fortsetzung der Bohrungen präsentiert, heißt es in Papieren der Staatsanwaltschaft. Doch Vale habe dieses abgelehnt.


Das fragwürdige Gutachten


Am 26. September 2018 attestierte der TÜV Süd Damm B1 erneut die physische und hydraulische Sicherheit, trotz Bohrpanne und den abgebrochenen Maßnahmen zur Erhöhung der Stabilität.

"Ich erkläre, dass ich die reguläre Sicherheitsinspektion durchgeführt habe" und "zertifiziere die Stabilität" des Damms, heißt es in dem 265 Seiten langen Gutachten mit dem Titel "Geotechnisches Risikomanagement". Zeuge Makato N. unterzeichnete das Konvolut - trotz seiner zuvor geäußerten Bedenken.

Der SPIEGEL konnte eine deutsche Fassung der auf Portugiesisch verfassten Stabilitätsbescheinigung einsehen. Ob sie vom portugiesischen Original abweicht, war nicht überprüfbar.

Auf einer Skala von A bis E attestierte TÜV Süd dem Damm die Note B. Es ist die zweitschlechteste Bewertung, aber sie ist laut TÜV Süd immer noch ausreichend, um den Damm weiter zu betreiben. Risikokategorie "niedrig", heißt es in dem Gutachten.

Wenn die Prüfer selbst durchfallen

Dass Damm B1 durchaus Mängel aufwies, dokumentierten die brasilianischen TÜV-Inspektoren indes schon. Drainage-Rinnen seien versandet, heißt es in dem Gutachten. Die Wasserabflusswand sei rissig. Außerdem berichteten die brasilianischen TÜV-Süd-Mitarbeiter von "Termiten- und Ameisenhügeln", von Wildwuchs am Hang und einer undichten Wasserleitung. Trotzdem seien die "brasilianischen Mindestanforderungen im Bereich der Sicherheit" erfüllt.

Um die Sicherheit der Anlage zu erhöhen, empfahlen die Gutachter, Erschütterungen und Detonationen in unmittelbarer Umgebung zu vermeiden. Auch solle kein schweres Gerät im Bereich des Damms eingesetzt werden. Die "pflanzlichen Bodenflächen" solle man beschneiden und den Wasserstand niedrig halten. Dazu wurde der Einbau zusätzlicher Messgeräte zur Kontrolle des Wasserdrucks empfohlen.

Vale beteuerte später, dass 8 von den 17 Verbesserungen, die der TÜV Süd in seinem Gutachten gefordert habe, bis zum Tag der Katastrophe umgesetzt worden seien.

Zeuge N. dagegen moniert die "Langsamkeit", mit der Verbesserungen am Damm angegangen worden seien. So habe Vale versprochen, den Damm, wie einst von Potamos gefordert, abzustützen. Umgesetzt worden sei dieser Plan aber nicht.


Seltsame Messdaten


Am 11. Januar zeigten Messgeräte in Damm B plötzlich Daten, die erneut auf einen ruckartigen Anstieg des Wasserpegels hindeuteten.

Die Messintervalle seien daraufhin verkürzt worden, schreibt TÜV-Süd-Mitarbeiter Marcelo P. in einem Mailwechsel. Zunächst habe es täglich Messungen gegeben, ab dem 21. Januar dann "alle fünf Minuten". Wer dies veranlasst habe, sei nicht klar.

Eingerissene Brücke in Brumadinho
AFP

Eingerissene Brücke in Brumadinho

In den Daten könnten sich Hinweise finden, ob der Damm schon Tage vor der Katastrophe "Anzeichen eines Zusammenbruchs zeigte", schreibt P. weiter. Ob man die Bevölkerung also vor der tödlichen Schlammlawine hätte warnen können.

Vale verweist auf ein externes Gutachten von Anfang Februar. In diesem steht, es habe offenbar ein Konfigurationsfehler bei 4 der insgesamt 46 am Damm installierten Messgeräte vorgelegen. Weitere Checks hätten ergeben, dass der Wasserpegel im Damm entgegen der seltsamen Messdaten stabil geblieben sei.

Am 22. und 23. Januar hätten zudem Ingenieure von Vale und des TÜV Süd den Damm inspiziert, fährt Vale fort. Auch hierbei seien keine Sicherheitsprobleme entdeckt worden.

Eine Erklärung, warum ausgerechnet kurz vor der Schlammlawine seltsame Messfehler auftraten, hat Vale dennoch nicht.

Anmerkung der Redaktion: In einer früheren Version haben wir den TÜV Süd als Prüfverein bezeichnet. Das Gutachten mit dem Titel "Geotechnisches Risikomanagement" umfasst zudem 265, nicht 256 Seiten. Wir haben den Fehler korrigiert.

Mitarbeit: Daniel Andrade

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Seite 1
str.21.de 07.03.2019
1. Hervorragender Präzendenzfall
Hier könnte endlich mal ein Exempel statuiert werden, indem TÜV Süd die ganze Verantwortung aufgeschoben wird. Denn es ist der TÜV gewesen, der dem Unternehmen hätte sagen müssen "NEIN! So was geht nicht, das unterschreiben wir nicht". Wenn der TÜV nun für den kompletten Schaden aufkommen müsste, dann würden andere Zertifizierungsunternehmen in Zukunft auch mal genauer hinschauen, ob sie für ein korruptes, lebensbedrohendes Verhalten ihre Existenz riskieren möchten, oder das tun, was die Öffentlichkeit von ihnen erwartet hat. Hoffentlich muss der TÜV dafür büßen, und nicht das ohnehin korrupte Unternehmen Vale.
rosinenzuechterin 07.03.2019
2. Seltsame Messwerte erscheinen mir gar nicht so seltsam
Einen "ruckartigen Anstieg des Wasserspiegels" um mehrere Meter kann es nicht geben. Wo soll das viele Wasser so plötzlich herkommen? Es wird wohl eher so gewesen sein, dass zumindest die Teile des Damms um die Messgeräte ruckartig zusammengesackt sind und die Messgeräte mehrere Meter mit in die Tiefe gerissen hat. Diese haben, sich selbst als Höhenreferenz sehend, das ganze natürlich als plötzlich höher stehendes Wasser gemeldet. Dieses Absacken ist als erste Phase des Dammzusammenbruchs zu sehen. Dieser hätte zwar nicht mehr vermieden werden können, für eine Evakuierung hätte es aber wahrscheinlich noch gereicht.
poseidon1966 07.03.2019
3. Immer wieder der TÜV....
gibt es eigentlich noch irgendein "Geschäftsfeld", wo der TÜV irgendwelche Mängel feststellt, wenn es nicht gerade um das Abzocken von Privatleuten geht? Es ist schon erstaunlich, überall da, wo große Summen und lukrative Verträge lauern, kommt der TÜV zu den gewünschten Ergebnissen. Das war bei den Industriesilikon-Brustimplatate so, bei Top-Versicherungsangebote oder hier im Prüfbereich der Dämme. Andererseits macht er gemeinsame Sache mit Lobbyorganisationen, um gemeinsam mit denen bestimmte Prüfungen rechtswidrig regelrecht zur Pflicht zu machen, da er ansonsten Prüfplaketten verweigert. Ich selbst war in einem der größten Chemieunternehmen Deutschlands dabei, als der TÜV eine Anlage, welche der Störfallverordnung unterliegt, eine positive Beurteilung gab, obwohl nachweislich Risse im Reaktor, im Spaltofen und in zuführenden HCN- und NH3-Leitungen festgestellt wurden. Die Anlage läuft immer noch, trotz der nicht abgestellten Mängel. Ich meine, ich kann das verstehen, bei einem Millionenauftrag muss man schon genau prüfen. Ich selbst vertraue keinem einzigen Siegel des TÜV. Sowohl aus beruflicher wie aus privater Erfahrung weiß ich, das besonders dem TÜV die "halbamtlichen" zumindest aber Hoheitlichen Befugnisse, in den Kopf gestiegen ist und er sich für Unangreifbar, in jedem Fall aber völlig überlegen sieht.
mhuz 07.03.2019
4.
Das Problem ist die Internationalisierung. Weil man vor lauter Gewinn überall mitmischen will aber dann nichts mehr im Griff hat.
axel_roland 07.03.2019
5. Die können noch nicht mal Notrufsysteme im Aufzug richtig testen
Es passiert ja zum Glück sehr selten, dass man mal in einem Aufzug steckenbleibt. Das ist den Herstellern zu verdanken. Das habe ich in meinem Leben - teils direkt, teils als Anwesender nur drei mal erlebt. In allen drei Fällen hat aber der vom TÜV abgenommene Notruf einfach nicht funktioniert. Das ärgert mich maßlos und ich würde die Tester am liebsten persönlich im Aufzug einsperren und sich durch Klopfzeichen auf sich aufmerksam machen lassen.
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