Korruptionsverdacht Ex-Siemens-Chef in Brasilien muss Konten offenlegen

Nach internen Untersuchungen war Adilson Primo von Siemens entlassen worden, nun droht dem ehemaligen Brasilien-Manager des Konzerns ein juristisches Nachspiel. Ein Gericht hat das Bankgeheimnis für ihn aufgehoben, um ungewöhnlichen Geldbewegungen nachspüren zu können.

Manager Primo : Nach internen Untersuchungen von Siemens entlassen
DPA

Manager Primo: Nach internen Untersuchungen von Siemens entlassen


São Paulo - Es geht um sechs Millionen Euro, die auf das Konto eines Managers in Luxemburg geflossen sein sollen: Wegen Hinweisen auf ungewöhnliche Bewegungen auf seinem Konto muss der ehemalige Siemens-Chef in Brasilien, Adilson Primo, nun seinen Zahlungsverkehr offenlegen. Ein brasilianisches Gericht hat das Banken- und Steuergeheimnis für Primo aufgehoben, berichtet die Zeitung "O Estado de São Paulo". Gegen den Manager wird dort wegen des Verdachts auf Korruption ermittelt.

Primo war 2011 mit sofortiger Wirkung von Siemens entlassen worden. Eine interne Untersuchung habe einen schweren Verstoß gegen die Richtlinien in der Landesgesellschaft aufgedeckt, der aber bereits vor 2007 geschehen sei, hatte der Konzern mitgeteilt. Bei der Ausschreibung von Aufträgen zum Bau eines Metronetzes in São Paulo hatte er zwischen 1998 und 2008 ein Kartell mit anderen Großkonzernen gebildet, darunter Alstom aus Frankreich und Bombardier aus Kanada. Siemens stellte nach internen Untersuchungen im Mai dieses Jahres Selbstanzeige.

Der gebürtige Brasilianer Paulo Ricardo Stark hatte daraufhin die Brasiliengeschäfte des Münchner Konzerns übernommen. Siemens ist nach eigenen Angaben seit mehr als 105 Jahren in Brasilien vertreten und hat dort etwa im Geschäftsjahr 2010 einen Umsatz von rund 1,8 Milliarden Euro gemacht. 10.000 Mitarbeiter beschäftige das Unternehmen in den 13 Fabriken und sieben Forschungszentren in Brasilien.

vks/dpa

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raber 03.12.2013
1. optional
In Deutschland haben die natürlich "nichts davon gewusst". Es ist nicht vermittelbar, dass angeblich Millionenbeträge im Ausland hin- und hergeschoben werden und das Stammhaus es nicht erfährt. Mehrere deutsche Firmen haben in vielen Lándern entweder geschmiert oder durch Lobbying mit zusätzlichen Zahlungen oder z.B. Reisen Geschäfte abgewickelt.
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