Wirtschaftskrise Brasiliens Kreditwürdigkeit sinkt auf Ramschniveau

Die Schuldenpolitik von Brasiliens Staatspräsidentin Rousseff schlägt zurück: Die Ratingagentur Standard & Poor's hat die Kreditwürdigkeit des Landes auf "BB+" herabgesetzt.
Präsidentin Rousseff (Archiv): Schuldenproblem, Rezession und Inflation

Präsidentin Rousseff (Archiv): Schuldenproblem, Rezession und Inflation

Foto: Fernando Bizerra Jr./ dpa

Brasiliens Kreditwürdigkeit ist nach Einschätzung der amerikanischen Ratingagentur Standard & Poor's (S&P) auf Ramschniveau gesunken. Die Agentur setzte das Länderrating für Brasilien um eine Stufe auf "BB+" herunter, wie S&P mitteilte. Zudem sei der Ausblick für Brasilien negativ, so S&P.

Mit der Herabstufung hat Brasilien als Schuldner den sogenannten Investment Grade verloren, der für eine zumindest einigermaßen sichere Geldanlage steht. Damit werden brasilianische Staatspapiere als sogenannte Junk Bonds eingestuft, also als Ramschpapiere. Die Staatsfinanzierung dürfte damit noch schwieriger werden. Derzeit muss Brasilien bereits 5,6 Prozent auf Anleihen mit zehnjähriger Laufzeit zahlen. Zum Vergleich: In Deutschland sind es 0,67 Prozent.

Mit dem Schritt reagiert die Ratingagentur vor allem auf die Schuldenpolitik von Staatspräsidentin Dilma Rousseff. Zuletzt hatte die Regierung erstmals in der Geschichte Brasiliens einen Haushaltsplan vorgelegt, der rote Zahlen vorsieht.

Neben dem Schuldenproblem leidet Brasilien zurzeit unter einer schweren Rezession und einer massiven Inflation. Hinzu kommen Korruptionsskandale.

Die Staatsverschuldung Brasiliens liegt mit 66 Prozent des Bruttoinlandsprodukts (BIP) leicht unter der Deutschlands und weit unter der von Ländern wie Griechenland oder Japan.

mka/dpa/Reuters
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